Waldsterben

Trockenschäden, Borkenkäferfraß, kahle Flächen: Buchenschäden im Hann. Mündener Wald

Prüften den Schaden am Wald: Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast (von links), Annika Meier, Revierleiterin, Bürgermeister Harald Wegener, Betriebsleiterin Susanne Gohde.
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Prüften den Schaden am Wald: Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast (von links), Annika Meier, Revierleiterin, Bürgermeister Harald Wegener, Betriebsleiterin Susanne Gohde.

Dem Hann. Mündener Stadtwald, mit 2750 Hektar zweitgrößter Kommunalwald in Niedersachsen, geht es schlecht: Rund 700 Hektar des Waldes sind laut Landwirtschaftsministerium baumfrei, weitere Flächen sehr stark geschädigt. Im Stadtforst Osterode am Harz seien in nur drei Jahren kahle und abgestorbene Waldflächen von 500 Hektar bei 1200 Gesamtfläche entstanden.

Hann. Münden – „Die Bilder sind erschreckend. Es wird Jahrzehnte dauern, bis sich die Wälder wieder erholt haben“, sagte Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) bei einem Termin am Rande des Mündener Stadtforsts. Für die Kommunen sei die Situation ausgesprochen schwierig, da deren Forstbetriebe, die einst Gewinne erzielt hätten, nun eine zusätzliche Belastung für die Finanzen der Kommunen seien. „Deshalb hilft das Land mit zielgerichteten Fördermöglichkeiten. Es stimmt mich optimistisch, dass in dieser schwierigen Situation alle die Ärmel hochkrempeln, um gemeinsam die beschädigten Flächen wieder aufzuforsten“, so Otte-Kinast weiter.

Wiederaufforstung wegen Waldschäden in Hann. Münden

Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums haben Osterode und Hann. Münden seit Beginn der Extremwetterereignisse Fördermittel in Höhe von 1,35 Millionen Euro beantragt. Beide Gemeinden hätten mit Wiederaufforstungen begonnen, sodass ein Teil bereits ausgezahlt worden sei. Im gesamten Nichtstaatswald in Niedersachsen seien 2020 bereits 43,5 Millionen Euro an Fördermitteln beantragt worden. Davon seien bislang 31,8 Millionen Euro bewilligt worden. Die Abrechnung und Auszahlung der Förderungen nehme jetzt besonders Fahrt auf, da Waldschutzmaßnahmen, wie die Aufarbeitungshilfe bei Nadelholz, weitgehend abgeschlossen seien. Die Wiederaufforstung von Freiflächen bilde daher bis ins Frühjahr 2021 hinein den Schwerpunkt der Förderungen, teilte das Landwirtschaftsministerium mit.

Für die gesamten forstliche Förderungen stünden in Niedersachsen in diesem Jahr 32 Millionen Euro bereit, das seien 20 Millionen Euro mehr als in den Vorjahren.

Wald in und um Hann. Münden leidet unter dem Klima und dessen Folgen

Trockenschäden, Borkenkäferfraß, kahle Flächen: Die Revierleiterin Annika Meier und die Betriebsleiterin des Mündener Stadtwalds, Susanne Gohde, zeigten Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast die Ausmaße der Waldschäden im Revier Hedemünden.

Beim Gang durch den Wald verdeutlichten die Forstexperten, dass nicht mehr nur die Fichte unter der Trockenheit und dem Befall durch den Borkenkäfer leidet: Auch die Buchen beginnen vielerorts abzusterben.

„Während die Waldbesitzer noch hinter den Borkenkäfern herlaufen, kommen auf die Forsten weitere schwere Waldschäden durch die Buchenvitalitätsschwäche hinzu“, warnt Revierleiterin Annika Meier.

Buchensterben auch ein Thema in Hann. Münden

Hinzu komme, dass das Buchensterben und der damit verbundene Kronen- und Astbruch eine große Gefahr besonders im Bereich der Waldwege darstelle, hieß es bei der Begutachtung der Waldschäden vor Ort, an der auch Mündens Bürgermeister Harald Wegener teilnahm. Im Revierteil Gierstein, nahe des Rinderstalls, zeigten die Mitarbeiterinnen des Betriebs Stadtwald am Blankenweg die Kulturflächen, die mithilfe von Fördergeldern neu gestaltet werden konnten, einschließlich der dazugehörigen Wegebauarbeiten. Gegenüber der Ministerin machten Revierleiterin Annika Meier und Betriebsleiterin Susanne Gohde nochmals die Notwendigkeit weiterer Fördergelder des Landes für den Erhalt des Stadtwaldes deutlich.

Hintergrund: Kommunalwälder in Niedersachsen

Der größte Kommunalwald Niedersachsens liegt laut Landwirtschaftsministerium in Goslar. Er ist 3200 Hektar groß, danach folgen die Wälder von Hann. Münden (2750 Hektar) und Göttingen (1600 Hektar). Durch Extremwetterereignisse in den vergangenen Jahren sind laut Ministerium in den niedersächsischen Kommunalwäldern von 2017 bis 2019 Schadensmengen von 500 000 Festmeter Holz entstanden. 2020 würden nochmals 250 000 Festmeter Schadholz erwartet. (Von Thomas Schlenz)

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