Buchstäblich Kunst von Helga Reimann

Helga Reimann zwischen den Bildern „U wie Ufer und Usedom“ (links) und „J wie Jazz und Jamaika“. Foto: Siebert

Hann. Münden. Mit der Ausstellung „ABC in Farben und Strukturen" von Helga Reimann geht der Ausstellungszyklus im Künstlerhaus in der Speckstraße 7 für dieses Jahr zu Ende.

Doch im nächsten Jahr wird die Ausstellungsserie fortgesetzt.

Zur Ausstellungseröffnung war das Künstlerhaus wieder voll, eine eindrucksvolle Einführung in die Ausstellung gab die Kulturjournalistin Tina Fibiger aus Göttingen.

Anders als sonst, sind Reimanns reine Farbmalereien und Collagen auch zum Anfassen und zum Nachspüren von Motiven und ihrer Vielschichtigkeit. Denn neben den Acrylfarben hat die Künstlerin, entsprechend der Buchstaben, verschiedene Materialien in die Collagen eingebracht. Holz, Metall, Pflanzenfasern, Sand, Steine und Stoffreste setzen in den Bildern, genauso wie eingearbeitete Fotos, Zeichen für Wort- und Gedankenspiele.

Auch unterschiedliche Techniken mit Fingern, Pinseln, Spachteln, Schwämmen und Lappen lassen sich erkennen.

Beispielsweise hat sie in ihr Werk mit dem Buchstaben L in Lila Lavendel und Luftballons eingebracht. Auch die musikalischen Motive sind in diesem ABC sehr umtriebig. Beim Buchstaben Q in Quittengelb stand Komponist und Flötenlehrer Johann Joachim Quantz hilfreich zur Seite, in dies Werk komponiere sie seine Flötentöne mit hinein. Mit Dr. Eisenbart verarbeitete sie eine weitere regionale Berühmtheit mit stilvollem Englischrot und Elfenbein.

Nicht nur für Wortakrobaten ist diese Ausstellung verführerisch, sie macht allen Besuchern Spaß. Denn manchmal muss man wirklich suchen, um den jeweiligen Buchstaben zu finden.

Helga Reimann hat sich für ihr ABC in Farben und Strukturen von der NASA anstiften lassen. In den Aufnahmen von Landschaften und Häuserschluchten, Gebirgszügen und Wasserflächen fanden sich überall Spuren von Schriftzeichen, wie sie eben auch die Natur abbildet: Der Krater, der an ein V erinnert oder der Flusslauf, der ein S nachzeichnet.

Und so forschte die Künstlerin auf der Leinwand nach weiteren schöpferischen Verbindungen, die ein einzelner Buchstabe auszulösen vermag.

Öffnungszeiten: Geöffnet ist die Ausstellung Mittwoch bis Freitag von 16 bis 18 Uhr, Samstag und Sonntag von 11 bis 17 Uhr. Eine Finissage findet am Mittwoch, 30. November, 17 Uhr, statt. (zpy)

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