Grundstück am Hampeturm ist „ein sensibler Bereich“

Dr. Franz Bitz

Hann. Münden. Kritisch äußert sich der Vorsitzende der Mündener Ratsfraktion BürgerForum Hann. Münden, Dr. Franz Bitz, zu dem vom Bauverein Hann. Münden geplanten Wohn- und Geschäftshaus in Mündens Innenstadt.

Es geht um ein städtisches Grundstück am Hampeturm, das als Parkplatz genutzt wird.

Wie berichtet, hatte der Vorstand der Wohnungsgenossenschaft sich über mangelnde Informationspolitik der Stadt beklagt und Klarheit gefordert, ob die politischen Gremien das Vorhaben wollen oder nicht. Bitz betont in einer Pressemitteilung, über den Verkauf dieses Grundstücks „entscheiden weder Bürgermeister noch Stadtverwaltung, sondern allein der Rat der Stadt nach den entsprechenden Beratungen im Stadtentwicklungsausschuss.“ Dies, so der Fraktionschef, sollte dem Geschäftsführer des Bauvereins, Jörg Wieland, bekannt sein. Bitz: „Man sollte das Fell des Bären nicht verteilen (vermieten), bevor er erlegt ist.“

Das Grundstück am Hampeturm, meint der Ratsherr, sei eines der letzten freien Grundstücke in Zentrumsnähe, für das sich auch andere Investoren interessieren. Eine Bebauung müsse daher unter vielen Aspekten überlegt werden. Das Vorhaben des Bauvereins betreffe einen „sensiblen Bereich“ der Stadt. In der Nachbarschaft gebe es ein Seniorenheim und eine Kindertagesstätte. Alle zuführenden Verkehrswege , so Bitz, führen an einer weiteren Kita, dem Spiel- und Bolzplatz sowie an mehreren Schulen vorbei. Ein Lebensmittelmarkt in der angedachten Größe - rund 1000 Quadratmeter Verkaufsfläche - werde frühmorgens, aber auch tagsüber durch Lkw beliefert. Der Ratsherr meint, wenn der Bauverein eine besondere Verantwortung für die Stadt übernehmen wolle, sollte er sich nach eher darum kümmern, für die Beseitigung der Leerstände in der Innenstadt Konzepte zu entwickeln. Bitz: „Das wäre zugegebenermaßen anspruchsvoller und zunächst weniger gewinnträchtig als der Neubau eines kombinierten Wohn- und Geschäftshauses mit hohen Renditeerwartungen.“

„Wir brauchen ausreichende Informationen des Bauvereins über sein geplantes Wohn- und Geschäftshaus“, sagte unterdessen SPD-Ratsfrau Gudrun Surup. Sie ist Mitglied im Stadtentwicklungsausschuss. So sei den SPD-Vertretern im Ausschuss nicht klar, ob die vom Bauverein angegebene Zahl von Parkplätzen - rund 80 in der Tiefgarage - für die unterschiedlichen Nutzer des Gebäudes (Nahversorger, Arztpraxis, betreutes Wohnen) ausreichen. Die SPD werde das Thema fraktionsintern beraten, um sich dann zu positionieren.

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