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Bürgergenossenschaft saniert das Haus Ziegelstraße 65 in Hann. Münden

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Bernd Demandt lehnt an einen Fensterrahmen im Haus. Neben ihn Baustelle
Das Haus ist im Inneren vollkommen entkernt. Unser Bild zeigt Bernd Demandt, Vorstandsmitglied der Bürgergenossenschaft Mündener Altstadt, der selbst mitarbeitet. © Ekkehard Maaß

Ein Haus an der Ziegelstraße 65 ist das „Projekt Vier“ der Bürgergenossenschaft Mündener Altstadt. Die ursprüngliche Nutzung des Gebäudes wurde nach der Entkernung deutlich.

Hann. Münden – Die Bürgergenossenschaft Mündener Altstadt will mit einer Bauwoche neuen Schwung in die Sanierung ihres Hauses an der Ziegelstraße 65 in Hann. Münden bringen. Von kommenden Montag, 13. Juni, bis nächsten Samstag, 18 Juni, soll jeden Tag mit ehrenamtlichen Helfern an dem Haus gearbeitet werden.

Beginn ist täglich um 8.30 Uhr, das Ende sei offen, sagt Bernd Demandt, Vorstandsmitglied der Bürgergenossenschaft. „Einige kommen erst, wenn sie selbst Feierabend haben.“ Es gebe einen Kreis von zehn bis zwanzig Helfern für das „Projekt Vier“, wie die Bürgergenossenschaft es nennt, weil es das vierte Haus ist, das sie saniert.

Lehmarbeiten von Bernd Demandt
Lehmarbeiten: Die Wände werden gedämmt und mit Lehm verputzt. © Ekkehard Maaß

Zum Helferkreis – viele seien Rentner – gehören auch einige Handwerker, Tischler und Elektriker. Bei dem Gebäude handelt es sich um ein kleines dreigeschossiges Haus in der Altstadt. Das Grundstück hat eine Grundfläche von rund 70 Quadratmetern, die Wohnfläche liegt bei rund 120 Quadratmetern. Es stammt aus dem Jahr 1539 wie mehrere dendrochronologische Untersuchungen von Balken nach Angaben von Demandt ergaben.

Durch die Pandemie kamen die Sanierungsarbeiten ins Stocken

Im Januar 2020 haben die Altstadtsanierer das Haus für eine fünfstellige Summe im unteren Bereich gekauft und im Februar des selben Jahres auch begonnen, es zu sanieren. Aber dann kam Corona, und die Sanierungsarbeiten gingen nicht mehr so voran, wie geplant. „Aber jetzt geben wir Gas, deshalb die Bauwoche“, sagt Demandt. Jeder sei herzlich eingeladen, als ehrenamtlicher Helfer mitanzupacken. Es gehe nicht darum, die ganze Woche auf der Baustelle zu sein. Auch stundenweise Hilfe sei willkommen. Für jeden gebe es nach seinen Fähigkeiten etwas zu tun. Wer Interesse habe, könne einfach auf der Baustelle vorbeikommen oder sich im Laden der Genossenschaft in der Burgstraße 23 melden.

Das „Projekt Vier“: Das Haus an der Ziegelstraße 65 gehört seit 2020 der Bürgergenossenschaft. Uwe Völke
Das „Projekt Vier“: Das Haus an der Ziegelstraße 65 gehört seit 2020 der Bürgergenossenschaft. Uwe Völke © Ekkehard Maaß

Seit dem Kauf hat sich aber schon einiges getan. Übernommen hat es die Genossenschaft komplett möbliert. Es sah im Inneren aus, als hätten es die Eigentümer nur für einen Spaziergang verlassen.

Inzwischen ist das Haus nicht nur ausgeräumt, sondern im Grunde komplett entkernt. Bad- und Kücheneinbauten seien ebenso entfernt worden, wie Decken- und Wandverkleidungen sowie nachträglich eingezogene Zwischenwände. Aber auch die Sanierung ist bereits vorangeschritten.

Circa 50 000 Euro wurden in das Gebäude schon investiert

Rund 50 000 Euro seien schon investiert worden. Das Haus ist neu gedeckt, zuvor seien die Dachsparren verstärkt worden, so Demandt. Zudem haben die Lehmputzarbeiten an den Wänden begonnen.

In der Bauwoche soll die Fassade geschmirgelt und gestrichen werden. Im Dachgeschoss sollen zwei Innenwände für ein neues Bad gesetzt und Elektroanschlüsse gelegt werden. Außerdem ist geplant, in allen drei Geschossen Wände zu dämmen und die Lehmputzarbeiten fortzusetzen. Das Erdgeschoss wird neu betoniert und der Fußboden gedämmt.

Ende des Jahres, so hofft Demandt, soll die Sanierung abgeschlossen sein. Danach werde das Haus vermietet. Im Erdgeschoss sind Küche und Esszimmer sowie eine Gästetoilette geplant, im Obergeschoss ein 35 Quadratmeter großes Wohnzimmer und im Dachgeschoss Bad und Schlafzimmer.

Das Haus war wohl ursprünglich eine Art Halle

Bei der Entkernung, so Demandt, habe sich herausgestellt, dass das Erdgeschoss und das heutige Obergeschoss ein Raum gewesen seien, eine Art Halle. Demandt vermutet, dass das Haus möglicherweise als Lager oder Werkstatt gebaut wurde. Der Bereich Küche und Esszimmer wird entsprechend mit einer etwa vier Meter hohen Decke geplant.

Das Gebäude in der Ziegelstraße ist nach den Häusern Speckstraße 7, dem heutigen Künstlerhaus, Radbrunnenstraße 16, und Siebenturmstraße 5, das vierte, das die Genossenschaft in Angriff nimmt. Abgeschlossen sind die ersten beiden.

Zugunsten des Projektes veranstaltet der Förderverein Mündener Altstadt von Donnerstag, 16. Juni, bis Samstag, 18. Juni, jeweils in der Zeit von 10 bis 18 Uhr einen Flohmarkt im historischen Packhof. (Ekkehard Maaß)

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