„Man muss konsequent sein“

Bürgermeisterkandidaten in Hann. Münden: Harald Wegener tritt zum zweiten Mal an

Kandidiert für eine zweite Amtszeit: Hann. Mündens amtierender Bürgermeister Harald Wegener.
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Kandidiert für eine zweite Amtszeit: Hann. Mündens amtierender Bürgermeister Harald Wegener.

Harald Wegener, der amtierende Bürgermeister von Hann. Münden, tritt im September erneut zur Wahl an.

Hann. Münden – „Wenn ich hier hinuntersehe, sehe ich hinter den Fassaden viele Geschichten, Menschen, die ich kennengelernt habe und denen ich in der Bürgersprechstunde helfen konnte“, sagt Hann. Mündens amtierender Bürgermeister Harald Wegener über die Weserliedanlage, seinen Lieblingsort in der Stadt. Nach sechseinhalb Jahren im Amt möchte der Wiershäuser nun für eine zweite Amtszeit antreten.

„Ich glaube, ich bin der Harald Wegener geblieben, der ich vorher war“, sagt er auf die Frage, ob ihn das Amt verändert habe. Er versuche, seinen Job verantwortungsvoll zu machen. „Ich gebe meine Kraft in dieses Amt, weil es mich erfüllt“, sagt Wegener.

Da er aus dem Handwerk komme, sei er pragmatisch veranlagt. In der Verwaltung sei er deswegen manchmal an Grenzen gestoßen: „Verwaltungshandeln hat rechtliche Aspekte mitzudenken, ich muss Stellungnahmen verschiedener Bereiche berücksichtigen.“

„Betrachtet ein Problem nicht vom Verhindern, sondern vom Gelingen her“

Daran habe er sich erst gewöhnen müssen, einige Abläufe seien aber in seiner Amtszeit schlanker geworden. Seinen Mitarbeitern gegenüber betone er deswegen: „Betrachtet ein Problem nicht vom Verhindern, sondern vom Gelingen her“.

Die Bürger im Rahmen des Zulässigen und Möglichen als Kunden zufriedenstellen – darum gehe es ihm. „Ich finde konstruktive Kritik gut und versuche, daraus einen Nutzen zu ziehen“, so Wegener. Leider gebe es in der Stadt einige Nörgler, die nicht zur Entwicklung beitrügen. „Das lehne ich ab.“

Als Bürgermeister könne er nicht immer allen gerecht werden, aber es sei wichtig, sich die Mühe zu machen, den Menschen in der Stadt zuzuhören, um dann möglich zu machen, was geht.

Bürgermeister seien verschiedene Charaktere, er selbst sehe sich als ruhigen und gelassenen Menschen, der seine Ziele aber mit Nachdruck verfolgt. „Man muss konsequent sein, auch gegenüber den eigenen Mitarbeitern, wenn das nötig ist“, betont der 58-Jährige. Außerdem sei er bis heute ein neugieriger Mensch geblieben: „Ich habe mir immer Arbeiten gesucht, bei denen ich mich einbringen kann“, so Wegener.

„Meiner Frau zolle ich großen Respekt“

Dass das Amt des Bürgermeisters zeitlich sehr fordernd ist, sei ihm bereits vor Amtsantritt klar gewesen. Trotzdem gelinge es ihm, abends abzuschalten. „Meiner Frau zolle ich großen Respekt und Anerkennung dafür, dass sie mein Ruhepol ist, auch bei belastenden, manchmal unfassbaren Nachrichten.“ Als Ausgleich für die Arbeit am Schreibtisch beschäftige er sich gern im eigenen Garten in seinem Heimatort Wiershausen. Für sein großes Hobby, das Motorradfahren, fehle ihm aber leider die Zeit. „Mein Motorrad steht auseinandergenommen auf dem Grundstück, der TÜV ist abgelaufen. Es ist schade, dass ich keine Zeit dafür finde“, gesteht der amtierende Bürgermeister. Generell sei Motorradfahren aber schwer mit dem Beruf des Bürgermeisters vereinbar: „Wenn das Wetter gut ist, habe ich Termine, wenn mal keine Termine anstehen, spielt das Wetter nicht mit“, erklärt Wegener.

Wenn er in der Stadt am Wochenende unterwegs sei, könne es dauern, bis er nach Hause zum Essen komme, weil viele Bürger das Gespräch suchen: „Ich bin nach wie vor nahbar und ansprechbar“, betont Mündens amtierender Bürgermeister Harald Wegener. (Thomas Schlenz)

Zur Person

Harald Wegener (58) wohnt mit seiner Familie im Mündener Ortsteil Wiershausen. Er ist verheiratet und Vater zweier Kinder. Wegener absolvierte eine Lehre als Raumausstatter und arbeitete von 1991 bis 2014 als selbstständiger Raumausstattermeister. Von 2006 bis 2014 war er Fachpraxislehrer an den Berufsbildenden Schulen in Einbeck. 2013 kandidierte er als Landtagskandidat für die Freien Wähler. 2014 setzte er sich in einer Stichwahl gegen den Kandidaten der SPD, Jörg Wieland, durch und wurde Bürgermeister.

Kandidaten kurz und knapp

Drei Sätze zum Vervollständigen

Hann. Münden sind für mich... die vielen Geschichten, die mich in den letzten sechseinhalb Jahren begleitet haben.

Wenn ich von der Arbeit nach Hause komme... versuche ich nicht an die Arbeit zu denken.

Wenn ich nicht Bürgermeister werde... dann bleibe ich weiter kreativ.

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