Gesetz im Bundestag beschlossen

Ärzte und Apotheker erleichtert: Schwerkranken dürfen mit Cannabis-Arznei versorgt werden

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Schmerzmittel: Schmerz- und Palliativpatienten erhalten künftig Cannabis-Arzneimittel legal auf Rezept.

Hann. Münden. Schwer kranke Patienten können mit hochwertigen Cannabis-Arzneimitteln versorgt werden. Das beschloss der Bundestag, Ärzte und Apotheker sind erleichtert.

Schwer kranke Patienten können in Zukunft mit hochwertigen Cannabis-Arzneimitteln versorgt werden. Die Kosten dafür müssen gesetzliche Krankenkassen tragen. Einstimmig beschloss der Bundestag kürzlich einen Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Änderung betäubungsmittelrechtlicher Vorschriften.

„Wir sind sehr erleichtert, dass es diese Verpflichtung nun für Krankenkassen gibt“, sagt Dr. Eberhardt Sumpf, Mündener Facharzt für Anästhesiologie, Spezielle Schmerztherapie, Palliativmedizin und Rettungsmedizin, sowie Landesvorsitzender des Berufsverbandes der Schmerztherapeuten in Deutschland. „Die Entscheidung des Bundestags ist vernünftig.“

Gleichzeitig sei es auch vernünftig, dass die Verschreibung von Cannabis-Arzneimitteln über Antragsverfahren laufe. „Cannabis sollte nur für Ausnahmefälle, Schwerstkranke oder Einzelfälle erhältlich sein.“

Auch Dr. Jens Herbort, Apotheker und Inhaber der Rosenapotheke in Hann. Münden, begrüßt die Änderung. „Das neue Gesetz ist eine gute Sache. Das Thema wurde schon lange diskutiert, daher ist es sehr erfreulich, dass das neue Gesetz endlich umgesetzt wurde“, sagt Herbort.

Die Apothekenkammer Niedersachsen begrüßt ebenfalls, dass medizinisch notwendiges Cannabis wie andere Arzneimittel behandelt, in Apotheken abgegeben und von gesetzlichen Krankenkassen erstattet wird, teilt Pressesprecherin Anja Hugenberg mit.

Bei der Verschreibung von Cannabis sei jedoch weiterhin Vorsicht geboten, betont Dr. Eberhardt Sumpf. Denn Risiken seien noch nicht abschätzbar.

„Deswegen ist es wichtig, dass Cannabis nun als Ausweichsubstanz für Schmerz- und Palliativpatienten verschrieben werden kann“, sagt Sumpf. Zudem sei die Forschung zu Cannabis längst noch nicht abgeschlossen.

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