Schokolade auf großer Fahrt

„Chocolatemakers" transportieren Schokolade umweltfreundlich

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Teil der Schokoladenfahrt: Jürgen Stephan, von links, Peter Debie, Marc Brantner, Ulrike Niklaus, Arne Voß, Pastor Henning Dobers und Willi Nitsche holten die Schokolade an der Aegidien-Kirche in Hann. Münden ab. 

80 Kilogramm Schokolade warteten in der Aegidien-Kirche darauf, abgeholt zu werden - mit dem Fahrrad.

80 Kilogramm Schokolade warteten in der Aegidien-Kirche darauf, abgeholt zu werden – mit dem Fahrrad. Am Freitag, 8. Mai, war es so weit, die große Schokoladenfahrt ging in Hann. Münden weiter. 

„Bei der Schokoladenfahrt geht es darum, Schokolade nahezu emissionsfrei von der Kakaoernte bis zum fertigen Produkt und schließlich zum Verbraucher durch die Welt zu bringen“, erklärt Jürgen Stephan aus Kaufungen. Er hat dabei geholfen, indem er zusammen mit sechs weiteren Kaufungern einen Teil der Schokolade in Hann. Münden mit dem Fahrrad abgeholt und in Satteltaschen und im Anhänger bis nach Kaufungen und Kassel transportiert hat. Auch von Göttingen waren Fahrradfahrer für den Weitertransport gekommen. 

Der Kakao, aus dem die Schokolade gemacht wurde, stammt aus der Dominikanischen Republik, wo er von einer Kooperative unter biologischen Bedingungen angebaut und fair gehandelt wurde. Von dort aus ging der wertvolle Rohstoff auf große Fahrt, umweltfreundlich und ausschließlich mit Windkraft ging es mit dem Segelschiff über den Atlantik bis nach Amsterdam.

3000 Kilometer ohne fossile Energie

Dort übernahm die Schokoladenmanufaktur „Chocolatemakers“ den Kakao. Auf der Internetseite schokofahrt.de ist zu lesen, dass sowohl das Abladen als auch der Transport zur Schokoladenfabrik ohne motorisierte Hilfsmittel, ausschließlich mit „viel kollektiver WoMen-power“ erfolgt sei.

3000 Kilometer hatte der Kakao bis dahin ohne fossile Energie zurückgelegt. Ohne Corona wäre es so weiter gegangen, die Pandemie aber machte der Schokofahrt in diesem Jahr vorübergehend einen Strich durch die Rechnung. Der eigentliche Plan sei es gewesen, die in den Niederlanden fertig produzierte Schokolade über mehrere Stationen mit Fahrrädern und Lastenrädern, wieder völlig ohne Emission, nach Deutschland und durch die Bundesrepublik zu transportieren, erzählt Stephan.

Durch die Coronakrise allerdings war die Grenze zwischen Deutschland und den Niederlanden für die Radler unpassierbar. Als Kompromiss entschied man sich, ein Transportunternehmen zwischenzuschalten, das Maßnahmen ergreift, um seinen ökologischen Fußabdruck so klein wie möglich zu halten. Als Ausgleich werden von der Spedition Bäume in Entwicklungsländern gepflanzt, um den entstandenen CO2-Ausstoß zu kompensieren. 

So kamen also in der vergangenen Woche 80 Kilogramm feinste nahezu emissionsfrei transportierte Schokolade in Hann. Münden an. „Die Organisatoren haben nach einem Ort, möglichst in der Mitte von Deutschland gesucht, von wo aus der Weitertransport stattfinden kann“, erklärt Pastor Henning Dobers, der sich bereit erklärte, die Schokolade entgegenzunehmen und zwischenzulagern.

Die Aegiden-Kirche erwies sich als gut Wahl. Bei den nahezu sommerlichen Temperaturen in den vergangen Tagen war sie ein perfekter Lagerort, denn in den alten Mauern bleibt es auch bei hohen Außentemperaturen lange kühl.

Verkauft wird die Schokolade im Dorf- und Mitgliederladen MiLaO in Oberkaufungen sowie im MiLaU in Kassel-Unterneustadt.

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