Zukunft des Singens

Chöre: Nachwuchsmangel bei den einen, erfolgreiche Neugründungen bei den anderen

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Konnten seit ihrer Gründung viele neue Mitglieder für sich gewinnen: die Chorgemeinschaft Flaxtöne, hier bei einem Konzert in der Christuskirche in Bodenfelde. 

Hann. Münden/Dransfeld/Staufenberg. Sängerschwund und Überalterung machen den traditionellen Chören im Sängerkreis Fulda-Werra-Weser zu schaffen. Doch es gibt auch positive Beispiele: Den fünf Chören, die in den vergangenen zehn Jahren das Singen eingestellt haben, standen im selben Zeitraum sieben Neugründungen gegenüber.

„Natürlich ist Überalterung ein Problem“, räumt Sina Sjuts, Erste Vorsitzende der Chorgemeinschaft Volkmarshausen, ein. Der Zeitgeist des Chorwesens sei durchaus ein Grund für Veränderungen. „Aber bestimmt keine Entschuldigung für das Aufgeben“, sagt Sjuts.

So gebe es im Sängerkreis auch Belege dafür, dass sich Chöre verändern können, um das Chorwesen zu erhalten. Beispiele etwa seien die jungen Chöre aus Mielenhausen, Hedemünden und Volkmarshausen. Aus alten Traditionschören sind dort neue junge Chöre hervorgegangen.

Die Chorgemeinschaft Volkmarshausen rief mit den Flaxtönen bereits 2004 eine neue Chor-Sparte ins Leben. Kamen anfangs nur rund zehn Mitglieder zu den Proben, zählt der Chor mittlerweile 50 Sänger. Die Mischung der Generationen scheint hier zu funktionieren: Die Altersspanne reicht von zwölf bis 80 Jahren. „Jedes Alter hat seine Berechtigung bei uns, genauso wie jedes Liedgut“, sagt Sjuts.

Die Gründung neuer Chöre ist jedoch kein Allheilmittel. „Ein Patentrezept gibt es nicht. Aber Grundzutaten sind definitiv Engagement, Flexibilität und Innovation aller Beteiligten“, betont Sjuts. Daneben müsse man auch investieren: Zeit und Geld seien für den Erhalt und das Fortkommen eines Chores unverzichtbar. Im Sängerkreis gebe es viele Chororganisationen, die diesen Weg bereits erkannt hätten. Wichtig sei Mut zur Veränderung. „Probieren Sie erst einmal aus, bevor Sie mit ,Das haben wir schon immer so gemacht’ ablehnen“, rät Sjuts den Traditionschören. 

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