Ein Erlebnisbericht

Einkaufen in Zeiten von Corona: Kampf um Toilettenpapier

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Gefragtes Streitobjekt: Toilettenpapier.

Wie läuft das Einkaufen unter den neuen Maßgaben der Corona-Pandemie? in Hann. Münden bei Göttingen streiten sich Kunden um Toilettenpapier. 

  • Auch in Hann. Münden bei Göttingen ist die Corona-Krise angekommen
  • Menschen stehen Schlange vor dem Supermarkt
  • Kunden streiten sich um Toiltettenpapier

Hann. Münden - Es ist gleich neun Uhr in Hann. Münden in der Nähe Göttingen. Vor einem Drogeriemarkt in der Innenstadt hat sich vor der Eingangstür dicht gedrängt eine Menschenschlange gebildet. Einige halten den Corona-Sicherheitsabstand ein, sie warten auf der gegenüberliegenden Straßenseite.

Als die Tür geöffnet wird, strömen die Menschen hektisch in den Laden, auch dabei von Sicherheitsabstand keine Spur, einige rempeln, um schnell durchzukommen, in den hinteren Bereich des Ladens. Denn da ist eine neue Lieferung Toilettenpapier gelagert. 

Einkaufen in der Corona-Pandemie: Toilettenpapier heiß begehrt. 

Da wird auch keine Rücksicht auf die Mitarbeiterinnen genommen. Bewundernswert, wie gelassen sie das hinnehmen. In Windeseile, gerade mal fünf Minuten sind vergangen, gibt es kein Toilettenpapier mehr in dem Markt. In der Corona-Krise scheint für viele Menschen Toilettenpapier eine  Mangelware zu sein. Dabei läuft die Produktion auf Hochturen. Zum Beispiel in einer Fabrik in Witzenhausen. 

Einige mit einer Großpackung, andere haben drei und mehr in ihrem Wagen. Einige sind zu zweit gekommen, sodass jeder mehrere Packungen mit nach Hause nehmen kann. Diejenigen die etwas später kommen, haben Pech, sie konnten wieder nichts von dem wertvollen Gut ergattern.

In der Corona-Pandemie stehlen Kunden aus fremden Einkaufswagen

Einzelne versuchten sich an diesem Tag sogar, aus fremden Einkaufswagen zu bedienen. „Ich glaube, ich bin im falschen Film“, sagt eine Kundin, die wesentliche Artikel in ihrem Wagen hatte. Man fühlt sich als Exot wenn man wirklich brauchbare Artikel wie Heftpflaster, Körperspray, Handcreme und Zahnpasta im Wagen hat.

Manche Kunden machen ihre Witze zu den Hamsterkäufern. „Wenn die Lebensmittel knapp werden, dann haben die wenigstens den Schrank voller Toilettenpapier“.

 An der Kasse dann die Schlange, die sich vor einigen Minuten noch vor der Tür befunden hat. Auch hier kein Corona-Sicherheitsabstand. Diejenigen die den Abstand halten, machen die Erfahrung, dass sich Kunden dazwischen drängeln.

Trotz Corona-Pandemie gibt's Zeit für ein Schwätzchen

Glücklich und zufrieden mit Toilettenpapier bepackt verlassen sie das Geschäft und vorbei ist die Hektik. Trotz Corona-Krise: Es bleibt noch ausreichend Zeit, in kleinen Gruppen ein Schwätzchen zur Lage zu halten.

 Auch da ist zu beobachten, dass nicht alle Abstand zueinanderhalten. „Wer es kriegen soll, kriegt es sowieso“, „das ist doch alles nur Panikmache“ oder „was soll der Aufstand, die Grippe haben wir jedes Jahr“, ist zu hören.

Beim Gang durch die Lange Straße begegnet man nur wenigen Menschen um diese Zeit. Die meisten Geschäfte haben geschlossen. Eisdielen und Cafés sind offen und haben ihre Stühle im Außenbereich platziert. (Anm. d. Redaktion: Die Berichterstattung ist noch vor der finalen Schließung am Donnerstag entstanden).

Viele wollen Gefahr durch Corona-Pandemie nicht sehen

Es fällt auf, dass teilweise Tische und Stühle so dicht zusammenstehen, dass sich den Gästen gar nicht die Möglichkeit bietet, Abstand einzuhalten.

Eine halbe Stunde später füllen sich die Eisdielen und Cafés, allerdings nicht so, wie in normalen Zeiten. Bei Kaffeegetränken sitzen viele gemütlich und unbeschwert zusammen, als sei es ein ganz normaler Tag.

Ähnlich ist an diesem Tag die Situation auf den Spielplätzen: Während Eltern auf den Bänken sitzen und plaudern, toben die Kinder gemeinsam auf den Spielgeräten.

Während die Menschen sich entspannen, verbreitet sich das Virus: Alle Infos zur Corona-Pandemie im Niedersachsen-Ticker

Supermärkte greifen jetzt gegen Hamsterkäufer durch

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