Homeoffice im Altkreis Münden

„Ohne Internet kein Homeoffice“ - Viele Unternehmen setzen auf Heimarbeit

Telefonkonferenz aus dem Wohnzimmer: Die Kommunikation bei vielen Unternehmen im Altkreis erfolgt wegen der Coronakrise digital, da einige Firme ihre Mitarbeiter ins Homeoffice schicken.
+
Telefonkonferenz aus dem Wohnzimmer: Die Kommunikation bei vielen Unternehmen im Altkreis erfolgt wegen der Coronakrise digital, da einige Firme ihre Mitarbeiter ins Homeoffice schicken.

Die Coronakrise betrifft alle Lebensbereiche. Um ihre Mitarbeiter zu schützen, setzen daher viele Firmen auf Homeoffice - aber nicht überall.

Die Coronakrise betrifft alle Lebensbereiche. Viele Firmen haben sich deshalb dazu entschieden, ihre Mitarbeiter von Zuhause aus arbeiten zu lassen. Das senkt die Ansteckungsgefahr, ermöglicht Beschäftigten in Quarantäne die Weiterarbeit und kommt Eltern entgegen, die sich um ihre Kinder kümmern müssen.

VR-Bank

„10 bis 15 Prozent unserer Mitarbeiter arbeiten im Homeoffice“, sagt Folkert Groeneveld, Vorstandsvorsitzender der VR-Bank Südniedersachsen. Bei einigen der insgesamt 200 Bank-Mitarbeiter sei das Arbeiten von zuhause aus gut möglich, wegen der Sicherheit und des Zugriffs auf die Kernsysteme aber nicht überall.

Im Agrarhandel, dem zweiten Geschäftsbereich der VR-Bank mit 150 Beschäftigten, ist Heimarbeit natürlich nur in Teilbereichen möglich, weil dort körperliche Arbeit vor Ort gefragt ist. „Da geht Homeoffice nicht“, betont Groeneveld. Anders sei es hingegen im kaufmännischen Bereich, der Organisation, im Rechnungswesen, der Personalabteilung, im Controlling und der allgemeinen Verwaltung, selbst dem Beraterteam wurde Heimarbeit ermöglicht.

Außerdem hat die Bank 40 mobile Arbeitsplätze eingerichtet. Dort können sich Mitarbeiter jederzeit Laptops ausleihen, mit nach Hause nehmen und später wieder zurückgeben. Die Benutzung und Gestaltung sei flexibel und eigne sich laut Groeneveld für diejenigen, die nicht kiloweise Akten mit sich herumschleppen wollen. Zum Schutz der Belegschaft und des Unternehmens sowie zum Risikomanagement wurden die Beschäftigten vor Ort auf möglichst viele Räume verteilt. Darüber hinaus wurde ihnen zeitversetztes Arbeiten in Form von Schichtarbeit ermöglicht. „Die Bank muss funktionieren“, so Groeneveld. Voraussetzung für die Heimarbeit sei nur ein Zugang zum Internet, denn „ohne Internet kein Homeoffice“, so Groeneveld.

Sparkasse

Homeoffice nutzt auch die Sparkasse in Hann. Münden: 20 bis 30 der insgesamt 100 Mitarbeiter aus dem Personal-, Rechnungswesen, Controlling und Zahlungsverkehr arbeiten derzeit von zuhause, berichtet der Vorstandsvorsitzende Thomas Scheffler. Wichtig sei vor allem, dass die Bargeldversorgung, der Zahlungsverkehr und das Online-Banking sichergestellt sind. Dafür habe die Sparkasse auch vor Ort entsprechende Schutzmaßnahmen getroffen.

Für die Heimarbeit könnten Beschäftigte auf ihre Technik aus dem Büro zurückgreifen, sagt Scheffler. Wer beispielsweise einen größeren Bildschirm für die Arbeit benötigt, kann sich diesen mit nach Hause nehmen. Gleiches gelte für den Bürostuhl, der für viele wegen des langen Sitzens auch zuhause deutlich angenehmer sei. Für das Homeoffice müssen die Mitarbeiter neben dem Zugang zum Internet auch einen Ort, an den sie sich für die Arbeit zurückziehen können, gewährleisten.

Die Kommunikation bei den beiden Banken findet nun vor allem digital per Telefon- und Videokonferenzen statt. Durch die schnellere Kommunikation macht die Sparkasse die Erfahrung, dass nicht weniger gearbeitet wird, sondern mehr. „Ich schreibe und beantworte viel mehr Mails“, so Scheffler. Von Kurzarbeit sei die Bank im Moment aber noch nicht betroffen.

WMU

Bei WMU (Weser-Metall-Umformtechnik) in Hann. Münden sieht es anders aus. Dort arbeiten 90 Prozent der 430 Mitarbeiter in Kurzarbeit, berichtet Geschäftsführer Jörg Wittling und fügt hinzu: „Wir sind zu 99 Prozent von den deutschen Automobilherstellern abhängig.“ Und als diese zuletzt ihre Produktion einstellten, war der Abruf der Teile gleich Null und die Firma aus Münden wurde schlichtweg nicht benötigt. „Wir mussten schnell reagieren“, so Wittling.

Von den übrig gebliebenen WMU-Beschäftigten arbeitet die eine Hälfte im Homeoffice und die andere in der Firma. „Um Corona zu begegnen, haben wir weitere Bereiche für das Homeoffice dazugenommen“, so Wittling. Heimarbeit sei nicht mehr nur im Vertrieb, sondern auch in der Qualitätssicherung möglich.

Doch der Großteil der Arbeiten finde eben nicht im Büro statt und sei von zuhause aus unmöglich zu realisieren, so auch die Konstruktion. „Wir haben festgestellt, dass der Datentransfer da zu groß ist“, betont Wittling und fügt hinzu: „Das Geld wird im Presswerk verdient. Ich brauche die Leute vor Ort.“

VON ALICIA KRETH

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.