Corona in Hann. Münden

Alltag im Haus Hainbuchenbrunnen Hann. Münden nach Covid-19-Impfung

Besucher und Angestellte werden getestet: Pflegedienstleitung Larissa Schuckmann und Inhaberin Andrea Engelke sitzen im Eingangsbereich des Haus Hainbuchenbrunnen.
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Besucher und Angestellte werden getestet: Pflegedienstleitung Larissa Schuckmann und Inhaberin Andrea Engelke sitzen im Eingangsbereich des Haus Hainbuchenbrunnen.

Im Senioren- und Pflegeheim Hainbuchenbrunnen sind die meisten Bewohner und Angestellten gegen Corona geimpft. Aber Normalität wird und kann noch nicht einkehren.

Hann. Münden – Im familiengeführten Senioren- und Pflegeheim Haus Hainbuchenbrunnen in Hann. Münden ist eine große Mehrzahl der Bewohner und Angestellten geimpft.

Aber „eine richtige Normalität mit offener Tür, wo die Besucher ein- und ausgehen, haben wir nach wie vor nicht“, sagt die Geschäftsführerin Andrea Engelke im Gespräch mit der Pflegedienstleitung Larissa Schuckmann und der HNA.

Große Beruhigung durch Corona-Impfung

Die Impfung sei eine „riesen große Beruhigung“ für Bewohner und Angestellte, berichtet Andrea Engelke. Von den 27 Bewohnern hätten sich 25 impfen lassen. Bei den 32 Angestellten schwankten die Zahlen je nach Aufgabenbereich (Pflege, Betreuung, Küche, Hauswirtschaft), die meisten Impfwilligen habe es beim Pflegepersonal gegeben. Nach der guten Erfahrung im Haus erklärten sich nun nach und nach mehr Angestellte für eine Impfung bereit.

Lockerungen gibt es auch nach den Impfungen nur vereinzelt, wie die beiden Frauen erzählen. So wird nun anstatt täglich nur ein bis zwei Mal pro Woche getestet. Die geimpften Bewohner müssen keine Masken mehr tragen, es sei denn sie erhalten Besuch. Wer von den Angestellten geimpft ist, trägt nur noch OP- anstatt FFP2-Maske.

„In der Pflege hat sich nichts geändert“

Je nach Inzidenz können Angehörige allein oder zu zweit aus einem Haushalt zu Besuch kommen. Viele Angehörige kommen regelmäßig, um mit ihren Verwandten spazieren zu gehen oder sie für einem Besuch nach Hause zu holen.

Im Senioren- und Pflegeheim wohnen derzeit 27 Menschen und arbeiten 32 Angestellte.

„In der Pflege hat sich nichts geändert“, sagt Engelke. Abstand halten habe aufgrund der Natur der Aufgabe zu „keinem Zeitpunkt funktioniert“. Einschränkungen gibt es hingegen weiterhin im Alltag. Beispielsweise werden Angebote wie Teestunden und Spielenachmittage nur in kleinen Gruppen und mit Abstand angeboten. Gottesdienste im Haus und gemeinsames Singen finden immer noch nicht statt.

Nun hoffen Angestellte, Bewohner und Angehörige mit den neuen bundesweit einheitlichen Regeln für Geimpfte und steigenden Impfzahlen auf mehr Freiheiten im Sommer. Beispielsweise darauf, Feiertage in der Hausgemeinschaft und mit externen Gästen zu feiern sowie ein Besuch der Senioren bei der ganzen Familie zu ermöglichen.

Priorität: kein Corona im Haus haben

Bis dahin bleibt zum Muttertag, an dem viele Angehörige normalerweise ihre Verwandten für einen gemeinsamen Tag abholen würden, nur das Angebot eines besonderen Kuchens im gemeinsamen Speisesaal und Einzel- und Kleingruppengespräche.

„Unsere Priorität war seit letztem Jahr: Bloß kein Corona ins Haus bekommen“, so Engelke. Alle seien froh, keinen Infektionsfall in der Einrichtung gehabt zu haben. „Natürlich haben wir Sterbefälle, wir sind ein Altenheim. Aber es wäre anders, wenn man am Bett steht und der Arzt schreibt in den Totenschein: Corona. Dann hätte man sich gefragt, was man falsch gemacht hat“, beschreibt die Inhaberin die Last, die seit Ausbruch der Pandemie auf den Menschen im Seniorenheim lag. Die Pflegekräfte seien noch immer in ihrem Alltag eingeschränkt, da ihre Angehörigen noch nicht geimpft sind. „Es ist schön, dass wir geimpft sind, aber wir müssen weiterhin wachsam sein“, sagt die Pflegedienstleiterin Schuckmann.

Die Hygienemaßnahmen werden deshalb fortgesetzt. Besonders ärgern sich die Frauen über die aktuell hohen Infektionszahlen in Hann. Münden. Beide appellieren, sich impfen zu lassen. (Kim Henneking)

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