Wirte suchen Personal

Hann. Münden und Göttingen: Viele Beschäftigte im Gastgewerbe fehlen

Das Bild zeigt die Außengastronomie des Ratsbrauhauses in Hann. Münden direkt vor dem Historischen Rathaus in der Altstadt.
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Die Gastronomie öffnete wieder. Doch oft fehlt es an Personal. (Symbolbild)

Die Corona-Regeln werden gelockert, die Gastronomiebetriebe füllen sich wieder. Doch vielerorts fehlt es an Personal. Wir haben in Göttingen und Hann. Münden nachgefragt.

Göttingen/Hann. Münden – Dass die Pandemie das Gastgewerbe hart getroffen hat, ist kein Geheimnis. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) spricht von einer „Fachkräfte-Krise“ nach der Corona-Krise. Denn: Hotels und Gaststätten im Landkreis können zwar unter Auflagen wieder öffnen, allerdings fehlt laut NGG das Personal.

Corona-Krise: Im Gastrogewerbe fehlt es an Personal

„Das Gastgewerbe blutet seit Beginn der Pandemie personell aus. Dringend gebrauchte qualifizierte Kräfte sind in andere Branchen abgewandert“, sagt Katja Derer, Geschäftsführerin der NGG-Region Süd-Ost-Niedersachsen-Harz. Das liege auch an den niedrigen Löhnen, denn: die Beschäftigten wären auch mit 80 Prozent des Kurzarbeitergeldes kaum über die Runden gekommen und hätten sich anderweitig umgesehen. Im Zak in Göttingen sind alle Mitarbeiter aus der Kurzarbeit zurück, sagt die Geschäftsleitung. Der Großteil des Stammpersonals sei noch da und man käme gut zurecht. „Hätten wir Gästezahlen wie 2019, würden wir personelle Probleme bekommen, aber so geht es noch.“

Studierende in der Gastro

Lange waren Aushilfs- und Minijobs in der Gastronomie eine beliebte Möglichkeit für Studierende, um sich etwas dazuzuverdienen. Seit der Umstellung auf das Bachelor- und Mastersystem, hätten die „Studis“ aber weniger Zeit, sodass weniger nebenbei im Gastgewerbe arbeiten, lautet eine Vermutung, von der Kneipenbetreiber Frank Lüttger berichtet. Dass durch die Pandemie auch weniger Studierende vor Ort waren, bezweifelt Dehoga-Vorsitzender Olaf Feuerstein allerdings.

Deshalb würde zwar Personal gesucht, sei aber noch nicht zwingend nötig. Das größere Problem sei laut Geschäftsleitung, dass noch keine Corona-Hilfen angekommen sind. Frank Lüttger, der in seiner Göttinger Kneipe ADe hauptsächlich Studierende beschäftigt, sucht aktiv. Drei seiner Beschäftigten seien noch da, aber nicht mehr so flexibel, eine Arbeitskraft sei weg. Die Personalsuche „wurde prinzipiell die letzten Jahre über schwieriger“, sagt er.

„Generell ist es uneinheitlich“

Vor allem Aushilfen und Minijobber sind rar geworden, sagt Elisa Angelilli, Juniorchefin des Antico & Abruzzo in Hann. Münden. Auf Stellenanzeigen gebe es kaum Resonanz. Das treffe zwar nicht für ihren Betrieb zu, jedoch habe sie das von vielen Kollegen gehört.

„Generell ist es uneinheitlich“, sagt Olaf Feuerstein, Vorsitzender des Dehoga-Kreisverbands Göttingen-Duderstadt. Viele Betriebe hätten Personal reduzieren müssen, um zu überleben. „Wir merken aber auch, dass Fachkräfte wieder in ihre Ursprungsbranche zurückkehren möchten.“ Seine Betriebe Bullerjahn und Liesels hätten auch Mitarbeiter gesucht und seien über Facebook und Ebay Kleinanzeigen „sehr erfolgreich“ gewesen. Es könne also auch damit zusammenhängen, auf welchen Wegen nach Personal gesucht werde. Feuerstein geht davon aus, dass die Dynamik auf dem Arbeitsmarkt wieder zunehmen wird. „Es dauert eine Weile, bis es sich einspielt.“ (Sarah Schnieder)

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