Coronakrise in Hann. Münden

Homeoffice-Experten sind gefragt: Sicherheit ist zentrales Thema – Hardware schwer zu beschaffen

Spezialist für das Thema Homeoffice: Peter Schüller, Geschäftsführer von EDV Schüller aus Hann. Münden, richtet für Unternehmen in der Region Heimarbeitsplätze ein.
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Spezialist für das Thema Homeoffice: Peter Schüller, Geschäftsführer von EDV Schüller aus Hann. Münden, richtet für Unternehmen in der Region Heimarbeitsplätze ein.

Immer mehr Unternehmen setzen auf Homeoffice. Deshalb steigt die Nachfrage bei IT-Firmen in Hann. Münden und der Region während der Coronakrise. Die Experten sind gefragt.

Hann. Münden – Die Nachfrage bei IT-Firmen in der Region ist in der Coronakrise gestiegen. Weil immer mehr Unternehmen auf Homeoffice setzen, um ihre Mitarbeiter vor dem Coronavirus zu schützen, hat auch das Dienstleistungsunternehmen EDV Schüller aus Hann. Münden mehr zu tun.

„Das ist eine ganz interessante Situation“, sagt Geschäftsführer Peter Schüller. In der Regel würde die Nachfrage bei EDV-Leuten sinken, sobald das Wetter draußen schöner wird. „Dieses Jahr ist das deutlich anders. Wir haben mehr zu tun.“ Nachgefragt sei derzeit alles zum Thema Kommunikation, wie Meetingprogramme und Videokonferenzen.

Das steigende Homeoffice-Interesse führt bei ihm auch zu einer Umstrukturierung. Normalerweise biete das Mündener IT-Unternehmen 70 Prozent Dienstleistungen und 30 Prozent Warenhandel an. Da der Hardware-Verkauf aktuell aber gen null gehe, habe das Team die Warenannahme und den Kundenbesuch auf das Geringste reduziert. „Die Kunden wollen weniger geliefert bekommen und wir weniger liefern“, so Schüller. Diesen Bereich habe das Unternehmen allerdings durch „mindestens 30 Prozent Dienstleistungen“ wieder wettgemacht.

Nun fokussiere er sich per Fernwartung auf die Einrichtung und Erweiterung von Homeoffice-Arbeitsplätzen bei seinen Kunden.

Damit sich viele Leute in das Firmen-Netzwerk einwählen können, seien zusätzliche Server im Unternehmen nötig. Bei einigen von ihnen hätte es bereits Heimarbeitsplätze gegeben. Diese habe er mit seinem Team allerdings um ein Vielfaches erweitert. „Wir haben in einer Nacht- und Nebel-Aktion hunderte Laptops besorgt“, so Schüller. Das sei mittlerweile aber nicht mehr so problemlos möglich. „Headsets, Kopfhörer und Laptops sind kaum vorhanden, haben hohe Lieferzeiten oder sind nur gebraucht und sehr teuer verfügbar“, betont er. „Das ist eine schwierige Situation in der Beschaffung.“

Die Aufgabe der IT sei es laut Schüller aber auch, die Firmen mit genügend Sicherheit und Verschlüsselung zu versorgen. Denn die drei zentralen Themen im Homeoffice sind für ihn Sicherheit im Unternehmen, Datenschutz und das Modell „Bring your own device“, das heißt die Integration von privaten Endgeräten wie Laptops, Smartphones oder Tablets in die Netzwerke von Unternehmen oder Institutionen. „Das öffnet natürlich einen weiteren Zugang zum Unternehmen“, betont Schüller und fügt hinzu: Durch das Arbeiten im Homeoffice seien auch die Möglichkeiten von Viren und Schadsoftware höher. Deshalb würde er Aufträge ohne Sicherheitsaspekte auch ablehnen.

Wichtig für das Arbeiten von zu Hause ist aber auch eine stabile Internet-Leitung. Da gebe es ab und zu aber noch ein paar Probleme. „Die Breitbandverkabelung auf den Dörfern im Landkreis Göttingen ist oft noch nicht ausgebaut“, betont Schüller. Das merke man gerade jetzt, wo Schulen und Kitas zu sind. „Man kann die Uhr danach stellen, wenn die Kids aufstehen. So ab 9 Uhr und nachmittags, dann sind die Leitungen ausgelastet.“

Das Unternehmen gebe es nun schon eine Zeit lang, aber diese Situation sei auch für Schüller neu. Er bezeichnet sie als Neustart. „Anwender haben viel gelernt über mobiles Arbeiten“, so der Unternehmer. „Ich hoffe, dass sich das fortsetzt und die Leute, die jetzt dazu gezwungen sind, im Homeoffice zu arbeiten, auch für die Zukunft mehr neue Medien nutzen und offener für die Digitalisierung sind.“

VON ALICIA KRETH

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