Zum Schutz von Mitarbeitern und Patienten

Aufgrund des Corona-Virus: Drei Ergotherapie-Praxen schließen

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Enger Kontakt: Als Schutzmaßnahme schließen die Ergotherapie-Praxen (Symbolbild).

Wegen der Corona-Pandemie in Niedersachsen müssen drei Ergotheraphie-Praxen in Hann. Münden schließen. Die Auswirkung des Coronavirus.

  • Corona-Krise hat Auswirkungen auf das ergotherapeutische Angebot
  • Mehrere Ergotherapie-Praxen in Hann. Münden müssen schließen
  • Die neuesten Entwicklungen von Corona in Niedersachsen im News-Ticker

Hann. Münden - Die Corona-Krise hat jetzt auch Auswirkungen auf das ergotherapeutische Angebot in der Region. Drei große Praxen für Ergotherapie in Hann. Münden haben sich entschlossen, den Betrieb vorerst für zunächst zwei Wochen komplett einzustellen – möglicherweise aber auch für deutlich längere Zeit. Hintergrund ist die aktuelle Corona-Situation, die die Betreiber vor eine schwierige Situation stellt.

Ab sofort schließen die Praxis für Ergotherapie Siegfried Nohner, die Praxis für Ergotherapie Mohngrün (Ricarda Gundlach) sowie die Praxis für Ergotherapie Nicolai Kaltenstadler.

Corona-Krise in Hann. Münden: Ergotheraphie-Praxen schließen wegen Coronavirus

Die Entscheidung hierfür sei von den drei Praxisinhabern einvernehmlich getroffen worden, wie Siegfried Nohner im Gespräch mit der HNA mitteilt. Die Gründe hierfür seien vor allem der Schutz von Mitarbeitern aber auch von Klienten. „Wir versorgen gemeinsam mehrere hundert Klienten in der Woche in Form von Einzel- und Gruppenbehandlungen sowie Hausbesuchen“, erklärt Nohner.

Seitens der Praxisinhaber wird die Ergotherapie zwar als sehr wichtige Kern-Disziplin im Gesundheitswesen gesehen, aber sie gehört unter den derzeitigen Umständen nicht zu den „überlebenswichtigen“ medizinischen Maßnahmen. Insofern war die Abwägung zwischen Notwendigkeit und Risiko für Mitarbeitern, Klienten und Angehörigen aller Beteiligten maßgeblich für die getroffene Entscheidungen.

Corona-Krise in Hann. Münden: Ergotheraphie-Praxen schließen wegen Coronavirus

„Da hilft es auch nicht, zu betonen, dass wir mit entsprechender Schutzkleidung arbeiten sollen – die ist momentan schlicht nicht zu bekommen“, erklärt Siegfried Nohner. Alle drei Praxisinhaber hätten ein anderes Vorgehen als unverantwortlich betrachtet, nicht zuletzt auch unter den Gesichtspunkten der Aussagen des Robert-Koch-Instituts und letztendlich auch der Bundesregierung und der Bundeskanzlerin selbst.

Die Praxisinhaber betonen diesen Schritt eigenverantwortlich unternommen zu haben unter dem Bewusstsein sich unter Umständen in eine sehr schwierige betriebswirtschaftliche Lage zu bringen. „Wir schätzen das Risiko bei Weiterführung der Behandlungen augenblicklich als absolut zu hoch ein“, sagen alle drei einvernehmlich.

Corona-Krise in Hann. Münden: Ergotheraphie-Praxen schließen wegen Coronavirus

In diesem Zusammenhang hoffen Nohner, Gundlach und Kaltenstadler für sich, aber auch für andere Unternehmen der Heilmittelerbringer sowie für die sehr hohe Anzahl von Kleinunternehmen, welche derzeit in zum Teil massive Schieflage geraten, dass die in Aussicht gestellten Unterstützungen von staatlicher Seite auch wirklich erfolgen. Für therapeutische Einrichtungen sei hier eine offizielle Schließung von Amts wegen sicherlich hilfreich und unter den gegebenen Umständen auch gesundheitsvorsorglich dringend erforderlich. „Bislang ist das aber noch nicht erfolgt“, so Nohner.

Die freie Zeit soll aber weiter für die Gesundheit der Menschen in der Region genutzt werden. Aktuell prüfen die Praxen, die frei werdenden Kräfte mit medizinischen Grundkenntnissen auf freiwilliger Basis beispielsweise im Pflegebereich einzusetzen, sollten dort Engpässe auftreten. Nohner hat diesbezüglich bereits Kontakt mit dem Klinikum Hann. Münden und der Universitätsklinik Göttingen aufgenommen.

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