Neues Schuljahr mit neuen Regeln

Eindrücke aus Niedersachsen: So läuft der Unterricht unter Corona-Bedingungen

Die Berufsbildenden Schulen (BBS) in Hann. Münden.
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Die Berufsbildenden Schulen (BBS) in Hann. Münden: Hier startete wie in den anderen niedersächsischen Schulen das Schuljahr unter den Vorzeichen der Coronakrise.

In Niedersachsen startet der Unterricht in den Schulen wieder - wegen Corona gibt es aber einige neue Regeln. Wir haben gefragt, wie Schüler und Lehrer den ersten Tag erlebt haben.

An den Schulen im Altkreis Münden hat gestern der Unterricht nach den Sommerferien begonnen. Erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie sind alle Schüler wieder gemeinsam im Unterricht, mit Ausnahme der Einschulungsklassen. Wir haben nachgefragt, wie der erste Tag gelaufen ist.

Carl-Friedrich-Gauss-Grundschule Dransfeld

Altkeis Münden – An der Carl-Friedrich-Gauss-Grundschule Dransfeld haben gestern die Klassen drei und vier das Schuljahr eingeläutet. Sie verbringen die ersten zwei Tage mit ihren Klassenlehrern, informiert Schulleiterin Stephanie Bachmann. „Die Klassen sehen sich das erste Mal seit einem halben Jahr“, sagt sie. Die ersten Tage hätten sie nun Zeit, um sich auszutauschen und Organisatorisches mit der Lehrerin zu besprechen.

In der Grundschule gilt das Kohortenprinzip. Das bedeutet, die Schüler tragen auf dem Schulgelände eine Maske. Nur am Platz dürfen sie sie absetzen. „Die Kinder machen das super“, sagt Stephanie Bachmann. Die Grundschule führe eine Besucherregistrierung. Für die Eltern gebe es einen Punkt auf dem Schulhof, an dem sie die Kinder verabschieden. Schon vor den Ferien habe sie beobachtet, dass die Kinder die Hygieneregeln problemlos einhielten.

Die Kinder machen das super.

Stephanie Bachmann

Zu den Regeln habe es vor dem Schulstart von den Eltern viele Fragen gebeben. „Es ist besonders schwierig, wenn sie mehrere Kinder an verschiedenen Schulen haben“, sagt Stephanie Bachmann.

Nach sechs Monaten Unterricht zuhause und in kleinen Gruppen stellt sich die Frage nach dem Lernpensum und den Folgen für das Sozialverhalten. Die Grundschulleitung ist sich sicher, „die Schulzeit ist noch lang genug, um Defizite auszugleichen“. Zudem seien Eltern in den vergangenen Monaten mehr in den Lernprozess ihrer Kinder involviert und könnten nun womöglich besser wertschätzen, was Schule leistet. Der Alltag unter Coronabedingungen sei zwar anstrengend, „aber wir sind guter Dinge“, sagt Stephanie Bachmann.

Berufsbildenden Schulen Münden in Gimte

An den Berufsbildenden Schulen Münden in Gimte lernen 900 Schüler, 95 Prozent von ihnen sind bereits volljährig und kennen den Schulalltag vor der Coronakrise noch gut. „Wir haben in unseren Klassenräumen maximal 20 Plätze für die Schüler eingerichtet, sind Klassen größer, werden sie geteilt unterrichtet“, sagt Schulleiter Gerd Reddig. Im Gebäude gebe es ein Einbahnstraßen-System sowie Maskenpflicht bis zum Sitzplatz.

Für die Schüler, die Vollzeit unterrichtet werden, wende die Schule das 3:2 Modell an. „Eine Klasse wird in zwei Gruppen aufgeteilt. Gruppe A kommt in der einen Woche am Montag, Mittwoch und Freitag in die Schule. Gruppe B versetzt am Dienstag und Donnerstag“, erklärt Reddig. Die Gruppen wechseln sich wöchentlich ab. An den Tagen, an denen die Schüler nicht am Präsenzunterricht teilnehmen, gibt es Distanzunterricht.

Die Schüler wochenweise nach Hause in den Distanzunterricht zu schicken, ist für uns keine Option mehr.

Schulleiter Gerd Reddig

Die Schüler arbeiten zuhause und laden ihre Ergebnisse auf einer Internetplattform hoch. Dort können die Lehrer überprüfen, was die Schüler zuhause geschafft haben. Die Eltern seien bei diesem Modell, anders als beim Homeschooling, nicht direkt beteiligt. „Die Schüler wochenweise nach Hause in den Distanzunterricht zu schicken, ist für uns keine Option mehr“, zieht Reddig Bilanz. Durch die lange Abwesenheit sinke die Motivation der Schüler zu stark.

Schule im Auefeld

An der benachbarten Schule im Auefeld mit den Förderschwerpunkten Lernen und Geistige Entwicklungen waren die Schüler teilweise verunsichert, ob sie eine Maske tragen müssen, berichtet Schulleiterin Anke Herzmann. Bei einer Besprechungsrunde auf dem Schulhof seien dann die Hygieneregeln erklärt worden. „Unsere Schüler können den Ernst der Lage nicht immer nachvollziehen“, sagt sie. Ein großer Teil der Schüler sei geistig behindert. Darum sei es wichtig, dass die Situation konkret erklärt werde. „Sicherheit ist das Wichtigste für sie.“

Während der vergangenen Monate hätten die Schüler bemerkt, wie gern sie zur Schule gingen. „Homeschooling ging auch im Bereich Geistige Entwicklung recht gut“, sagt Anke Herzmann. Gestern wurden vier neue Schüler an der Förderschule begrüßt und hätten sich gut eingefügt. Montag werden zwei Weitere eingeschult.

In unserem Niedersachsen-Ticker finden Sie alle wichtigen Corona-News. (Kim Henneking und Theresa Lippe)

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