Corona-Impfung

Corona: Praxen der Hausärzte in Hann. Münden sind im Dauerstress

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Eine Impfung ist schnell gesetzt, doch die Verwaltung und Organisation setzt die Ärzte unter Druck.

Coronaimpfungen und Corona-Tests führen seit Pandemiebeginn zu Dauerstress in den Praxen der niedergelassenen Ärzte im Altkreis Münden.

Altkreis Münden – Testungen und Impfungen seien zwar schnell gemacht. Die Verwaltung der Impftermine, der Einwilligungsbögen, die Abrechnung der Impfung, die Erstellung der Impfzertifikate sowie die Bestellung und Organisation der Impfstoffbeschaffung mit ständig wechselnden Fristen und Vorgaben habe aber ein Ausmaß erreicht, „welches als Dauerbelastung kaum zu schaffen ist“, sagt Dr. Achim Echtermeyer, Allgemeinmediziner in Scheden und Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Kreisstelle Hann. Münden.

Hausarztpraxen wegen Corona im Dauerstress: Mitarbeiter werden beim Einkaufen nach Impfterminen gefragt

„Die Praxen haben Extremes geleistet, um den Erfordernissen gerecht zu werden, aber keine Mitarbeiterin der Praxen kann im Moment einkaufen gehen, ohne dass nicht irgendwer nach einem Impftermin fragt. Das verstärkt die psychischen Belastungen erheblich.“

Bei den Impfterminen planen die Praxen bereits bis in den Februar hinein. Die Vergabe richtet sich nach verfügbarem Impfstoff, „personellen Praxiskapazitäten“ und den Empfehlungen des Robert Koch-Instituts bei den Impfabständen. „Wir ziehen auch mal Patienten vor, die zum Beispiel operiert werden oder eine Chemotherapie über sich ergehen lassen müssen“, sagt Echtermeyer.

Corona-Impfungen könnten durch weniger Bürokratie schneller gehen

Es seien vor allem „Boosterimpfungen“, mit denen die Praxen derzeit beschäftigt seien, aber auch einige Erstimpfungen. Beschleunigen ließen sich die Impfungen durch Abbau der Bürokratie. „Eine Impfung darf in einer Pandemie mit Abwicklung der Abrechnung und Sichtung der Einwilligungserklärung maximal drei Minuten dauern.“

Die Belastungen führten dazu, dass die eigentliche Aufgabe der Hausarztpraxen, eine ärztliche Basisversorgung der Bevölkerung zu leisten, leide.

„Vorsorgeuntersuchungen, Betreuung von Menschen zu Hause oder aber auch sozialmedizinische Aufgaben wie ärztliche Stellungnahmen zu Renten- und Rehabilitationsanträgen, Versorgungsamts- oder Betreuungsangelegenheiten werden von dem Thema Covid-19 erheblich belastet.“ (Ekkehard Maass)

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