Coronavirus in der Region

„Der Zusammenhalt ist unglaublich“ - Viele Menschen beachteten beim Osterausflug die Corona-Regeln

Achteten an der Ladentheke auf ausreichend Abstand zu ihren Kunden: Dr. Eveline Didion-Schumann und ihre Mitarbeiterin Arlinda Selimi beim Ritter der Rotwurst in Hann. Münden.
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Achteten an der Ladentheke auf ausreichend Abstand zu ihren Kunden: Dr. Eveline Didion-Schumann und ihre Mitarbeiterin Arlinda Selimi beim Ritter der Rotwurst in Hann. Münden.

Viele Menschen zog es über die Feiertage zu Ostern an die frische Luft. In Hann. Münden war aber längst nicht so viel los wie sonst. Die Corona-Regeln wurden eingehalten.

Hann. Münden – Bärbel und Andreas Fischer ließen sich am Ostersonntag das Eis auf der alten Werra-Brücke in Hann. Münden schmecken. Das hatte sie zuvor vom Verkaufsstand des Eis-Cafés Venezia geholt, vor dem sich immer wieder lange Schlangen bildeten – natürlich mit Sicherheitsabstand.

Darauf achteten die Kunden auch beim Ritter der Rotwurst, Dr. Eveline Didion-Schumann und ihre Mitarbeiterin Arlinda Selimi, die hinter der Ladentheke wirbelten, sowieso. Mit Absperrband und Klebestreifen auf der Straße vor dem Bratwurstverkauf waren die Regeln klar ersichtlich. „Der Zusammenhalt ist unglaublich, ganz toll“, sagte die Fleischermeisterin und promovierte Diplomkauffrau. Der Verkauf in der Fleischerei am Ostersamstag sei sehr gut gelaufen.

Sicherheitsabstand wurde eingehalten: Eisdiele in Hann. Münden.

Viele zog es an den Sonnentagen an die frische Luft, allerdings war längst nicht so viel los wie normalerweise. „Auf der Straße könnte man quer fahren“, scherzte Motorradfahrer Willi Dederichs aus Reichensachsen, als er an der Weser bei Bursfelde eine Pause machte. „Zum Fahren ist es schön, aber sonst tote Hose“, sagte er mit Anspielung auf die beliebten Bikertreffs, wo sich die Zweirad-Fahrer zum Rasten und kleinen oder größeren Fachsimpeleien treffen. So waren auch beim beliebten Bikertreff am Fährhaus Hemeln kaum Frauen und Männer in Ledermontur anzutreffen, die gerne unter den schattigen Linden ein Stück Kuchen oder einen strammen Max essen. Das Gasthaus hatte geschlossen.

So machten es sich Doris Schilhavy und Dieter Creutzburg aus Kassel auf dem Rasen am Hemelner Weserufer gemütlich, Thermoskanne und mitgebrachte Verpflegung machten den Ausflug perfekt. So verfuhren auch Ingrid Hartmann und ihre Mutter Gerda Rösler bei ihrem Ausflug von Göttingen an die Weser. „Tische und Bänke zum Rasten waren schwer zu finden, alle waren besetzt.“ Um so besser schmeckte der Kuchen, den sie in Plastikdosen mitgebracht hatten. Sorgen machten sie sich um den Ehemann von Gerda Rösler und Vater von Ingrid Hartmann, der in einem Pflegeheim lebt und am Ostermontag seinen 87. Geburtstag feierte.

Mit Thermoskanne und mitgebrachtem Essen: Gerda Rösler und Ingrid Hartmann machten Pause.

„Weil wir ihn nicht besuchen dürfen, singen wir ihm aber wenigstens ein Ständchen übers Telefon“, trösteten sie sich. Auf den Radwegen an Werra, Fulda und Weser war ebenfalls wenig los, berichteten die vier Radler Karl-Heinz, Michaela, Claudia und Wolfgang, die von Kassel aus eine Runde bis zum Weserstein auf dem Tanzwerder in Hann. Münden gedreht hatten, auch hier mit Abstand. Vereinzelt gab es noch ein paar Skater und Wohnmobilisten, die das Wetter für einen Trip nutzten. Die Mobilisten verzichteten dabei aber auf eine Übernachtung, weil Stellplätze und Campingplätze nach wie vor gesperrt sind.

Vergleichsweise gut besucht waren Wanderparkplätze. Kein Wunder: Auf Schusters Rappen lässt sich gut Abstand halten und das frische Grün lenkt von der Coronakrise und ihren schmerzlichen Folgen ab.

VON HANS-PETER NIESEN

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