Impfstoffmangel

Corona: Situation in Praxen im Raum Hann. Münden nach Ende der Priorisierung

Eine Spritze wird aufgezogen. Verunreinigungen in Astrazeneca-Impfstoffen? Forscher der Universitätsmedizin Ulm haben eine Studie veröffentlicht.
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Impfungen im Raum Hann. Münden. Wie erleben Arztpraxen das Ende der Impfprio?

Die Priorisierung für die Corona-Impfung ist gefallen. Wie gehen die Arztpraxen im Raum Hann. Münden damit um? Es gibt Kritik.

Hann.Münden – Die Aufhebung der Priorisierung bei den Coronaimpfungen zum jetzigen Zeitpunkt stößt auch auf Kritik. Dr. Achim Echtermeyer, Allgemeinmediziner in Scheden und Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Kreisstelle Hann. Münden, weist darauf hin, dass Impfstoff weiter knapp sei und die geschürten Erwartungen nicht erfüllt werden könnten.

Zu wenig Impfstoff in Praxen im Raum Hann. Münden

Mit Blick auf die Politik sagt Echtermeyer: Dies jetzt auf die Haus- und Kinderärzte ohne zusätzlichen Impfstoff abzuwälzen, sei ein ganz schwacher Zug. Es sei verständlich, dass die Menschen rasch Impftermine bekommen möchten, um ihre Freiheiten zurückzuerhalten, besonders mit Blick auf den Sommer. „Wie möchten sie auch nicht enttäuschen, aber wir können nur das impfen, was da ist.“

Verwaltungstechnisch sei es aber eine gute Sache, wenn jeder geimpft werden könne, der sich melde. Insgesamt gelte aber in den Praxen weiter, dass Patienten mit Vorerkrankungen und bei denen es medizinische Notwendigkeiten gebe, weiterhin Vorrang hätten.

Astrazeneca sei „guter Impfstoff“

Eine deutlich gestiegene Nachfrage habe es in seiner Praxis aber nicht gegeben, sagte Echtermeyer. Allerdings sei die bisher auch schon sehr hoch, sodass die Praxis nur schwer erreichbar sei. Auch Dr. Manfred Boltze, Facharzt für Kinder- und Jugendheilkunde in Münden, hat keine deutlich gestiegene Nachfrage registriert. Für ihn ist ebenfalls der Impfstoff das Problem. Es gebe nicht mehr, als vorher auch. So würden Kinder- und Jugendliche mit Grunderkrankungen sowie deren Eltern zuerst geimpft.

Dr. Carsten Hafer, der die Praxis Kattenbühl in Hann. Münden vor Kurzem übernommen hat, berichtet ebenfalls, dass er keinen größeren Ansturm von Impfwilligen verzeichnet. Allerdings würden mehr Menschen nach einem Impftermin fragen, die noch nicht Patient in der Praxis seien. Ein größeres Problem stelle dar, dass „wegen Astrazeneca diskutiert werden muss“. Der Impfstoff stoße auf Ablehnung bei Impfwilligen. Hafer wie auch Echtermeyer halten ihn aber für einen guten Impfstoff. (Ekkehard Maaß/ Jens Döll)

Prio aufgehoben

Seit Montag ist die Priorisierung bei der Anmeldung für Coronaimpfungen aufgehoben. Damit haben nach Angaben des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung alle Menschen ab zwölf Jahren die Möglichkeit, sich im Impfportal des Landes unter impfportal-niedersachsen.de und bei der Hotline unter 08 00/9 98 86 65 auf die Warteliste für einen Impftermin in ihrem örtlichen Impfzentrum setzen zu lassen.

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