Auf dem Rathausvorplatz

Corona-Spaziergänge: Rock for Tolerance ruft in Hann. Münden (Kreis Göttingen) zu Gegendemo auf

Corona-Demo am Montag auf dem Wilhelmsplatz in Göttingen. (Screenshot)
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Corona-Demo am Montag auf dem Wilhelmsplatz in Göttingen. (Screenshot)

Der Verein Rock for Tolerance ruft für heute Abend, 5. Januar 2021 ab 19 Uhr zu einer Gegendemo auf dem Rathausvorplatz in Hann. Münden auf.

Die Gegendemo wendet sich laut Robert Maaßen gegen die sogenannten „Corona-Spaziergänge“. Sie soll am heutigen Mittwoch, 5. Januar auf dem Rathausvorplatz der Stadt Hann. Münden ab 19 Uhr stattfinden. Die Gegendemonstration sei angemeldet. Es gelte FFP2-Maskenpflicht.

Derzeit fänden regelmäßig „Corona-Spaziergänge” in verschiedenen Städten in ganz Deutschland statt, darunter auch in Hann. Münden. Die Spaziergänge in Hann. Münden seien ursprünglich durch das Bündnis “Freie Niedersachsen” über den Messengerdienst Telegram organisiert worden, so Maaßen in seiner Mitteilung.

Es gehe bei diesen Versammlungen vornehmlich um Kritik an den Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie, sowie um Kritik an der COVID-19-Impfung. Die Organisatoren sähen durch die Einschränkungen und durch einen drohenden “Impfzwang” ihre Freiheit in Gefahr. Heute finde vermutlich wieder ein solcher Spaziergang statt, so Maaßen.

„Wie uns zugetragen wurde, waren bei den ersten Zusammenkünften fast ausschließlich Nicht-Mündener*innen anwesend, was sich aber inzwischen geändert hat. Die Anzahl der Teilnehmenden steigt stetig. Für heute werden rund 100 Menschen erwartet“, erklärt Maaßen.

Eine Kritik an den Maßnahmen könne gerechtfertigt sein. Niemand müsse das alles gut finden. Kritik und Frust seien also bis zu einem gewissen Punkt absolut verständlich. Wenn allerdings Begriffe wie “Impfzwang” oder “Corona-Diktatur” ins Spiel kämen, der wissenschaftlichen Konsens angezweifelt werde, oder wenn die Impfung als größere Bedrohung als die Krankheit dargestellt werde, dann müsse es einen Gegenpol geben.

„Dann darf diesen Leuten nicht das Feld überlassen werden. Dann darf diese kleine, aber laute Minderheit, nicht den Eindruck erwecken, dass sie die Mehrheit sei. Dann müssen wir dagegen stehen und dafür sorgen, dass die Wahrnehmung der Bevölkerung nicht zu einem Zerrbild wird“, betont Maaßen in seinem Aufruf.

Verschiedene teilweise (rechts-) extreme Gruppierungen nähmen diese Spaziergänge zum Anlass, Menschen mit Fehlinformationen zu verunsichern oder gar auf ihre Seite zu ziehen. „Querdenken, dieBasis, die AfD, und andere Rechtsextremisten und Antisemiten, sogenannte Reichsbürger und andere Gruppierungen sind laut. Sie sind eine echte Gefahr für unsere Demokratie. Aber wir sind mehr. Und das sollten wir zeigen“, sagt Maaßen.

Gleichzeitig ruft er zu einer friedlichen Gegendemo auf: „Wir alle verfolgen das Ziel einen Gegenpol darzustellen, um in der öffentlichen Wahrnehmung false balance vorzubeugen. Bitte seht davon ab, die Gegenseite zu denunzieren, zu beleidigen oder basierend auf pauschalisierenden Ablehnungskonstruktionen zu verurteilen. Weder verbal noch durch Schilder oder ähnliches.“

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