Mit Masken und Handschuhen

Nach zwei Wochen Schließung: Tafel in Hann. Münden wieder geöffnet

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Mit Masken und Handschuhen geschützt arbeiten Freiwillige wie Birgit Nink. Sie packen die Lebensmittel ab. Die Bedürftigen warten vor der Tür.

Tafel Hann. Münden: Zwei Wochen lang hatte die Tafel in Hann. Münden geschlossen. Nun hat sie wieder geöffnet.

Hann. Münden – Zwei Wochen lang hatte die Tafel Hann. Münden geschlossen. Am Donnerstag machte sie nun das erste Mal wieder auf und soll ab sofort jeden Montag geöffnet haben.

Um 11.30 Uhr öffnete die Tafel ihre Türen. Im Gegensatz zu sonst mussten ihre Kunden jedoch vor der Tür im Hof des Geschwister-Scholl-Hauses warten. Eine Helferin wies die Bedürftigen an, in großem Abstand zueinander zu warten und ihre Bestellung aufzugeben. Weitere Helfer liefen über eine Rampe mit Taschen raus und mit Bestellungen rein.

Im Haus packten die restlichen der zehn anwesenden Helfer die Einkaufstüten je nach Bedürfnis der Wartenden. Alle Freiwilligen trugen Einweghandschuhe und bunte Stoffmasken, gespendet vom DRK-Ortsverband Hann. Münden.

Zu ihnen gehörte auch Birgit Nink. Die 53-Jährige hilft schon seit etwa acht Jahren bei der Mündener Tafel. „Es ist komisch keinen Kundenkontakt zu haben“, sagte sie. Normalerweise kämen die Bedürftigen in die Lebensmittelauslage, füllten sich selbst die Taschen und bezahlten. Nun gehen die Helfer für sie einkaufen. Die einzigen Angaben dabei: die Anzahl der Personen, die in einem Haus leben und eventuell Verzicht auf Schweinefleisch. Die Tüten wurden großzügig gepackt, denn die Tafel öffnet nur noch ein Mal die Woche und so müssen die Lebensmittel sieben Tage reichen, sagte Nink. Bezahlen musste am Donnerstag niemand, aus Sicherheitsgründen wurde auf den Tausch von Bargeld verzichtet. Genug Spenden waren gekommen. „Ich bin überrascht, dass die Geschäfte so schnell reagiert haben“, sagte Nink mit einem Blick auf die Waren. Das griechische Restaurant Kreta hatte außerdem diese Woche ein warmes Gericht für jeden Kunden gekocht, ein vegetarisches Nudelgericht und ein Schnitzelgericht, je nach Wahl. Nach einer Viertelstunde hatten 20 Kunden die Tafel aufgesucht und die Nachfrage schien für den Tag versiegt. Normalerweise kämen 80 bis 100 Personen zur Tafel, sagte Organisatorin Barbara Jankowski.

Wahrscheinlich müsse es sich erst rumsprechen, dass die Tafel wieder geöffnet habe. Einige Tafelbesucher gehörten zur Risikogruppe und blieben vielleicht deshalb fern, mutmaßte sie. In jedem Fall sei „viel zu viel übrig geblieben“. Die verderblichen Lebensmittel gingen nun weiter an die Gesellschaft für Arbeits- und Berufsförderung (GAB).

Info: Die Tafel Hann. Münden hat immer montags von 11.30 bis 13 Uhr im Hof des Mehrgenerationenhauses, Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße 2, geöffnet.

VON KIM HENNEKING

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