Homeoffice und Telefonkonferenzen

Corona: Wie wir in diesen Zeiten Zeitung machen

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In Zeiten eines leeren Redaktionsbüros sorgen wir per Homeoffice dafür, dass die Mündener Allgemeine weiterhin erscheinen kann.

Es ist ein ungewöhnliches Bild in der HNA-Redaktion Hann. Münden.

Dort, wo sich mehrmals am Tag die Redakteure der HNA in Konferenzen austauschen, Termine koordinieren und Leser sowie Akteure aus der Region empfangen, sitzt nur noch eine Person. Redaktionsassistentin Kirsten Stapel ist, für eine kurze Übergangsphase, die einzige Kollegin vor Ort, der Rest ist im Homeoffice.

Der Abschied mit den Kollegen am Freitagabend war ein Abschied auf vorerst unbestimmte Zeit. „Homeoffice“, wie das Arbeiten von zuhause aus heißt, ist ab sofort angesagt. Das ändert auch die Arbeitsabläufe deutlich.

Es ist 9.50 Uhr, als wir an diesem Morgen in unsere klassische Konferenz starten. Technisch ist das keinerlei Problem. Zwei kurze Knopfdrücke auf dem Smartphone und die gemeinsame Leitung steht. Theoretisch wäre es sogar möglich, sich dabei gegenseitig zu sehen – aber das Internet ist eben nicht überall in Nordhessen und Südniedersachsen gut ausgebaut. Die Schwemme an abgesagten Veranstaltungen ist groß.

Die Herausforderung, vor der wir aktuell stehen, ist der gute Themenmix aus serviceorientierter Corona-Berichterstattung und den „normalen“ Themen. Wobei normal in den aktuellen Tagen durchaus schwierig ist.

Der eigentliche Arbeitsalltag gestaltet sich allerdings deutlich einfacher als zuvor gedacht. Über Laptops hat jeder HNA-Redakteur die Möglichkeit, sich auch mobil auf alle notwendigen Systeme aufzuschalten. Texte schreiben, Fotos einbauen, Meldungen online stellen – das funktioniert von jedem Ort aus.

Dennoch ist das Arbeiten von zuhause aus auch ungewohnt, es fehlen die vertrauten Gespräche mit den Kollegen, die Abwechslung vom heimischen Wohnzimmer, zumal ein richtiger Arbeitsplatz dort nicht vorgesehen ist, wie HNA-Redakteur Thomas Schlenz feststellt: Die Trennung zwischen Arbeiten und Leben löst sich auf, wenn der Laptop zwischen Couch und Fernseher steht, wenn die Wohnung keinen separaten Arbeitsbereich zulässt.

Und für Ekkehard Maaß ist es eine besondere Erfahrung, dass sich auch seine Kinder, Inga (11) und Julia (15) dafür interessieren, was die Redaktion am Morgen plant. Auch sie sind ja zuhause und bekommen mit, wenn das Handy zur Telefonkonferenz ruft. „Und was schreibst Du für morgen?“, lautet danach die Frage?“ Aus Kindern werden Kritiker.

Auf der Suche nach dem optimalen Arbeitsplatz im Haus oder in der Wohnung steigt auch die Experimentierfreude in technischer Hinsicht. Die Erfahrung zeigt beispielsweise, dass die Verbindung zur Zentrale besser funktioniert, wenn der Laptop über ein Kabel mit dem Internetrouter verbunden ist.

Ebenfalls verändert hat sich die Kommunikation mit den Gesprächspartnern: Termine vor Ort sind schwieriger umzusetzen, wenn der Wohnort nicht im Verbreitungsgebiet liegt und soziale Kontakte möglichst vermieden werden sollen. Das Telefon ersetzt in diesen Tagen daher häufig den persönlichen Kontakt. Eine Herausforderung ist dann jedoch die Bebilderung der Texte: Hier gilt es, Lösungen zu finden: Handyfotos von den Interviewten selbst sind eine Lösung, Archivbilder eine weitere.

Unser Ziel ist klar: Auch unter diesen widrigen Bedingungen werden wir täglich und umfassend über die Ereignisse und das Leben in unserer Region berichten.

Bleibt die Hoffnung, dass sich die Situation möglichst schnell wieder normalisiert und der Alltag, auch ins Redakteursleben, wieder einzieht. Die Geschwindigkeit, mit der sich das gewohnte Leben in vielen Bereichen derzeit verändert, ist jedenfalls erstaunlich.

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