Coronatest für den Friseurbesuch

Erste Teststation in der Samtgemeinde Dransfeld hat Betrieb aufgenommen

In Dransfeld wird wieder getestet: Sharleen Freitag und Christian Parisius von der Dransfelder Corona-Teststation.
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In Dransfeld wird wieder getestet: Sharleen Freitag und Christian Parisius von der Dransfelder Corona-Teststation.

In der Samtgemeinde Dransfeld gibt es seit Freitag wieder eine Corona-Teststation.

Dransfeld – Notfallsanitäter Christian Parisius und sein sechsköpfiges, medizinisch geschultes Team haben es mit Unterstützung der Verwaltung in der Stadthalle Dransfeld, Am Bleichanger 13, eröffnet. „Seit beim Besuch im Restaurant oder beim Friseur ein negativer Coronatest vorlegt werden muss, klingeln die Telefone bei uns im Rathaus permanent“, berichtet Samtgemeindebürgermeister Mathias Eilers (SPD). Die Anrufer machten ihrem Ärger über fehlende Testkapazitäten Luft. Die beiden Dransfelder Apotheken, die bisher getestet hätten, machten das nicht mehr. Sie verfügten nicht über das nötige Personal.

Einen Ausweg fand Stefanie Freitag vom Ordnungsamt, deren Tochter eine Ausbildung zur Rettungssanitäterin absolviert. Freitag kümmerte sich um die Organisation. Eine Woche lang war sie damit beschäftigt, in enger Absprache mit dem Gesundheitsamt ein Hygienekonzept für die Stadthalle zu entwickeln. Spender für Desinfektionsmittel waren aufzustellen, der Empfangstresen mit einer Plexiglasschutzwand auszustatten, Ein- und Ausgang voneinander zu trennen.

Bei der Eröffnung bildete sich gleich eine Schlange. 30 Bürger standen bei Temperaturen um den Gefrierpunkt vor der Halle. Das Problem: Die meisten Wartenden verfügten über kein Handy zum Lesen des aushängenden QR-Codes. Statt die Daten online einzugeben, mussten sie sie daher am Empfang aufschreiben. Und das dauerte seine Zeit. Danach ging es dann aber schnell. In einem geräumigen Zelt, das im Inneren der Stadthalle aufgebaut war, nahm Rettungssanitäterin Sharleen Freitag den Rachenabstrich vor. Die wenigen Personen mit Smartphone konnten danach gleich gehen. Sie bekamen das Ergebnis per Mail zugesandt. Alle anderen mussten eine Viertelstunde warten und erhielten es dann schriftlich. „Ich habe kein E-Mail und werde damit ganz bestimmt nicht jetzt noch anfangen“, erklärte Günter Tewes aus Ellershausen bestimmt. Stoisch nahm er die Wartezeit in Kauf. „Ich habe schon so viel erlebt, darauf kommt es jetzt auch nicht mehr an“, sagte er.

Tewes benötigte den Test für den Friseur. Das galt auch für Johannes Hildebrandt aus Barterode, der zum Einkaufen nach Dransfeld gekommen war. Die 30 Minuten, die alles zusammen gedauert hatte, waren für ihn ok. Kritischer zeigte sich Gisela Bleck, die 1946 als Flüchtling nach Dransfeld gekommen ist: „Ich werde wohl künftig nicht mehr jede Woche zum Friseur gehen“, betonte sie. Dabei sei nicht die Zeit, sondern der zusätzliche Weg – im Winter bei Glatteis – das Problem.

„Wer positiv getestet wird, kann abends nach der offiziellen Schließung des Zentrums bei uns noch den in diesem Fall vorgeschriebenen, aussagekräftigeren PCR-Test machen“, betonte Parisius.

Die Teststation ist montags bis freitags von 7 bis 18 Uhr sowie samstags und sonntags von 10 bis 15 Uhr geöffnet. (Michael Caspar)

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