Corvinus-Empfang: Mit der Kraft der Bibel

Sein Thema: Mit dem Wort des Propheten Micha „Schwerter zu Pflugscharen“ kämpfte Pfarrer Harald Bretschneider gegen die DDR- Diktatur. Am Samstag sprach er in der St.-Blasius-Kirche. Foto: Huck

Hann. Münden. „Schwerter zu Pflugscharen“ - Pfarrer Harald Bretschneider sprach über das Leitwort der Friedensbewegung in der DDR beim Corvinus-Empfang.

Ein Bibelwort, das die Diktatur ins Wanken brachte, stand im Mittelpunkt des Corvinus-Empfangs des Evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Münden in der St. Blasius-Kirche. „Schwerter zu Pflugscharen“, das Wort des Propheten Micha, hat Pfarrer Harald Bretschneider zum Leitwort der Friedensbewegung in der DDR gemacht. Am Samstagabend sprach der Oberlandeskirchenrat im Ruhestand darüber als Gastredner des Corvinus-Empfangs.

Bretschneider war der Initiator der ersten Friedensdekade in der DDR im November 1980, gründete mehrere kirchliche Friedensgruppen und machte außerdem Sätze wie „Frieden schaffen ohne Waffen“ zum Symbol der Friedensbewegung.

2011 wurde er mit der Martin-Luther-Medaille ausgezeichnet, und ein Jahr später verlieh ihm Bundespräsident Joachim Gauck das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse. Am Samstag sprach er über die Zeit vor der Wende, wie er selbst als Kind ein Leben in Diktatur führte und sich für die Freiheit der Menschen einsetzte.

„Für mich war die biblische Orientierung und der Glaube die maßgebliche Kraftquelle, die mir Hoffnung und Zuversicht gab, dass die Machtfrage nicht im Sinne der DDR geklärt wird“, so Harald Bretschneider. Er habe versucht deutlich zu machen, dass die Geschichtsträchtigkeit Gottes größer sei als alle Machtselbstverständnisse der Menschen.

„Es ist wirkliche ein Geschenk gewesen, dass mir das Bibelwort „Schwerter zu Pflugscharen“ eingefallen ist, als die Hochrüstung in Ost und West so katastrophal demotivierend wirkte, dass die jungen Menschen dringend etwas brauchten, woran sie sich festhalten konnten und was ihnen Hoffnung gab“, so Bretschneider.

Zur Flüchlingssituation

Im Vorfeld hatte Superintendent Thomas Henning die Gäste in der St. Blasius-Kirche begrüßt und die aktuelle Flüchtlingssituation zum Thema gemacht. „Wir sind dankbar für alle, die in dieser Zeit Brücken bauen, nicht Mauern.“ Henning lobte das soziale Engagement, sowohl in der Stadt Hann. Münden als auch in den umliegenden Dörfern des Kirchenkreises. „Als Menschen, die den Segen Gottes erfahren, ist es wichtig, diesen Segen weiterzugeben“, so der Superintendent weiter.

Musikalisch umrahmt wurde der Corvinus-Empfang von den vereinigten Bläserchören aus den Kirchengemeinden des Kirchenkreises unter der Leitung von Landesposaunenwart Günter Marstatt. Die Spenden des Abends kommen der Arbeit des Kirchenkreisjugenddienstes zu Gute. (zwh)

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