1. Startseite
  2. Lokales
  3. Hann. Münden
  4. Hann. Münden

Das Ensemble „La Festa Musica“ spielte im St. Blasius

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Harald Schmidt

Kommentare

„La Festa Musica“ gaben in der St. Blasiuskirche einen Einblick in die Barockmusik am Hof in Hannover zur Zeit Händels.
„La Festa Musica“ gaben in der St. Blasiuskirche einen Einblick in die Barockmusik am Hof in Hannover zur Zeit Händels. © Harald Schmidt

Im Rahmen der Internationalen Händel-Festspiele 2022 trat das 20-köpfige Barockensemble „La Festa Musica“ in Hann. Münden auf. Das zweistündige Konzert brachte Zuhörer zum Staunen.

Hann. Münden – Der Intendant der Internationalen Händel-Festspiele 2022 Jochen Schäfsmeier wünschte dem Publikum in der St. Blasiuskirche einen besonderen Genuss des Konzertabends und bedankte sich beim Kulturring Münden sowie der St. Blasius-Kirchengemeinde.

Er forderte das Publikum auf – „Gehen Sie in die Konzerte“. Die 85 Besucher erlebten in dem knapp zweistündigen Konzert dann auch Barockmusik vom Feinsten. Das über 20-köpfige Barockensemble „La Festa Musica“ zeichnete sich aus durch einen wunderbaren Zusammenklang der Instrumente auf höchstem Niveau. Die Akustik der großen gotischen Hallenkirche kam dem entgegen. Die Barockausstattung des Altarbereichs gab dazu den passenden Rahmen.

Der erste Teil des Konzertes gab einen Einblick in das musikalische Geschehen in der „Churhannoverschen“ Residenz um 1710. Georg Friedrich Händel hatte dort als „Capellmeister“ seinen Dienst angetreten. Zuvor erlangte er in Venedig mit seiner Oper Agrippina Berühmtheit. Diese Zeit mit Einflüssen aus Italien vermittelten die Musiker und die Zuhörer tauchten in das höfische Leben mit ein.

Nach der Pause ging es mit Stücken weiter, die französische Einflüsse beinhalteten

Festliche Stimmung, die an barocke Opulenz erinnerte, gaben die Concerti und Sonaten im Wechsel von Händel, Venturini sowie Torelli wieder. „Tolles Konzertieren der Soloinstrumente im Gegensatz zu den Streichertutti in Venturinis Sonata erinnert an Bachs Großes Brandenburgisches Konzert“, bemerkte Cellist Christoph Harer im Interview dazu. Soloviolinistin und Kapellmeisterin Anne Marie Harer führte mit ihrem engagierten Einsatz das Ensemble durch die Stücke. Mit großem Applaus und Begeisterung bedachte das Publikum die Musiker.

Nach der Pause widmete sich das Ensemble den Stücken mit französischen Einflüssen, inspiriert vom Hof in Versailles. Beide Stilrichtungen – französische und italienische – waren zu Händels Zeit am hannoverschen Hof vertreten. Seinen Anfang fand diese Melange viele Jahre vor Händel mit seinem Vorgänger Agostino Steffani, sagte Harer. Als Zugabe brachte das Ensemble dann auch eine Komposition von Agostino Steffani. Lebendige Musik erklang zuvor bei der Sonata Op. 1 von Venturini. Vogelstimmen, heulender Wind, das laute Rufen der Furien sowie Perkussionselemente versetzte die Zuhörer in Staunen. Besucherin Sabine Schubert aus Göttingen fand die musikalischen Darbietungen an diesem Abend hervorragend – „es hat sich echt gelohnt“, sagte sie. (Harald Schmidt)

Auch interessant

Kommentare