Betreiber verweist auf Probleme wegen der Corona-Pandemie

Das Kino in Hann. Münden in der Krise

Kein Programm mehr: Das Mündener Kino wirkt verwaist.
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Kein Programm mehr: Das Mündener Kino wirkt verwaist.

Keine Programmankündigung und abgeklebte Schaukästen: Das Mündener Kino wirkt verwaist. Vom Abkleben der Schaukästen könne er nichts berichten, erklärte der Betreiber.

Hann. Münden – Ein Bekannter, der nach dem Rechten sehe, könne ebenfalls nichts dazu sagen. Er verweist auf eine schwierige wirtschaftliche Situation in der sich wegen der Coronakrise viele Kinos befänden. Das zeigten auch Studien, wie beispielsweise einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Zwischen März und Juni seien die Kinos behördlich geschlossen gewesen. Viele hätten dann wieder geöffnet. Allerdings wohl ohne wirtschaftlichen Erfolg. Viele hätten daher freiwillig wieder geschlossen. Teilweise sei eine Auslastung der Kinos nur noch bis 20 Prozent der Kapazität möglich, so der derzeitige Betreiber schriftlich.

Da die Heizperiode wieder beginne, stehe das Aufheizen eines Saales in keiner Relation zu den erwarteten Besucherzahlen. Bis zum Jahresende würden sicherlich noch deutlich mehr Kinos wieder schließen als bisher schon, da Content (Inhalte, Anm. der Redaktion) fehle, Auflagen nicht umsetzbar seien und mögliche Besucher immer mehr Angst hätten, so der Mieter. Zudem muss er als derzeitiger Betreiber der Mündener Schillerlichtspiele das Kino räumen, da er über Jahre keine Miete, Nebenkosten oder Nutzungsentschädigung gezahlt hat. Das hat ein Gericht entschieden (wir berichteten). Die Eigentümer der Mündener Schillerlichtspiele hatten vor dem Landgericht Göttingen eine Räumung des Mündener Kinos erwirkt. Das Oberlandesgericht Braunschweig hatte eine Berufung des Betreibers am 3. Juni zurückgewiesen.

Die Erbengemeinschaft hatte geklagt, da der aktuelle Betreiber mindestens von November 2017 bis Juni 2019 weder Miete, noch Nebenkosten noch eine Nutzungsentschädigung gezahlt hatte. Der derzeitige Mieter und Betreiber des Mündener Kinos hat im Juli 2006 mit den Eigentümern der Schiller-Lichtspiele, der Erbengemeinschaft Schiller, einen Mietvertrag geschlossen und das Kino an der Langen Straße in Hann. Münden übernommen. Der Anwalt der Erbengemeinschaft erklärte gegenüber unserer Zeitung, dass ein neuer Räumungstermin über einen Gerichtsvollzieher angesetzt worden sei. Außerdem sei im Auftrag der Erbengemeinschaft ein sogenannter Fremdantrag oder auch Gläubigerantrag zur Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gegen den Betreiber gestellt worden. Das gesamte Verfahren ziehe sich weiter hin. Der Betreiber selbst äußerte sich gegenüber unserer Zeitung zu diesem Punkt nicht.

Das zuständige Insolvenzgericht, das Amtsgericht Göttingen, erklärte gegenüber unserer Zeitung, dass aus Datenschutzgründen keine Auskunft darüber gegeben werden könne, ob tatsächlich ein Insolvenzantrag gestellt worden sei. Allgemein könne man sagen, dass im Fall, dass ein Antrag gestellt worden sein sollte, möglicherweise auch erstmal nur ein Sachverständiger bestellt worden sei, der die finanzielle Lage überprüfe, so ein Gerichtssprecher.

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