Ernte blockiert, Straßen unter Wasser

Dauerregen in und um Hann. Münden: Lage verschärfte sich bis zum Abend

Altkreis Münden. Der Regen hört nicht auf. Die Zahl der Feuerwehreinätze im südlichen Niedersachsen nahm im Laufe des Dienstags zu.

Artikel wurde aktualisiert um 8.15 Uhr - Straßen stehen unter Wasser, einige Keller und Garagen laufen voll. Besonders angespannt ist die Lage in Dransfeld.  

In Dahlheim ist die Nieste über das Ufer getreten und hat die Witzenhäuser Straße und die Sensensteinstraße überflutet. Die Feuerwehr musste das Wasser abpumpen.

Die Kläranlage Uschlag ist teilweise übergelaufen, auch hier war die Feuerwehr im Einsatz. In Uschlag waren einige Straßen  nahe der Nieste überflutet.

Am Bauhof Landwehrhagen wurden über 600 Sandsäcke gefüllt und an die Schadenstellen ausgeteilt.

Im Schedetal: Aus der Wiese wurde ein reißender Bach. 

Von Montag auf Dienstag habe es praktisch ununterbrochen geregnet, so Kreislandwirt Hubert Kellner. 60 bis 80 Liter Wasser pro Quadratmeter registrierte er. So extrem habe er das noch nie erlebt. Das Regengebiet ziehe aber auch nicht weg, „der Regen sitzt hier vorm Harz und dreht sich im Kreis“.

Der Raps stehe noch, ihm mache der Regen wenig aus: „Bei Nässe werden die Schoten wie Leder und halten fest zusammen.“ Auch um die Rüben macht sich Kellner wenig Sorgen. Beim Mais bestehe indes die Gefahr, dass er umfällt – was durch Starkregen oder Windhosen an einigen Stellen bereits passiert ist.

Die Schede bei Hann. Münden führt kräftiges Hochwasser. Die Sandsäcke werden schon jetzt vorsorglich gefüllt, falls sich die Situation weiter zuspitzt.

Von großen Wetterunterschieden, die sehr dicht beieinander lägen, spricht die Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Während einige Felder massiv durch Starkregen, Sturm oder Hagel Schaden genommen hätten, präsentierten sich die gleichen Kulturen nur wenige Kilometer weiter in guter Verfassung. Entsprechend unterschiedlich seien die Ertragserwartungen, eine einheitliche Aussage für Niedersachsen sei kaum möglich.

Die Anlagen des Wasserverbandes Peine, der in Staufenberg sowie in der Samtgemeinde Dransfeld für die Wasserver- und -entsorgung zuständig ist, hat sich auf den Dauerregen eingestellt, so Pressesprecherin Sandra Ramdohr: „Die Fachkräfte des Wasserverbandes Peine sind aufgrund der Wetterprognose vom Montagabend entsprechend vorbereitet und setzen alles daran, mit einer entsprechenden Anlagensteuerung und der Nutzung der Stauvolumen im Netz und den Pumpwerken die Regenmengen zu bewältigen. Bislang gelingt dies. Angesichts der weiteren Regenmengen, die für Dienstagabend und Mittwoch in Südostniedersachsen angesagt sind, kann es aber noch zu weiteren Belastungen des Netzes kommen.“

Feuerwehren aus Hann. münden und das THW füllen jetzt im Mündener Bauhof Sandsäcke.

Die Feuerwehren in Hann. Münden hatten am Dienstag bis zum Redaktionsschluss sechs Einsätze, wie Stadtbrandmeister Dieter Röthig auf Anfrage mitteilte. Dabei ging es um das Auspumpen von Kellern und das Beseitigen von Steinen und Ästen von Straßen.

In Staufenberg musste die Feuerwehr bis zum Nachmittag einmal ausrücken, um Wasser aus einem Keller in Dahlheim zu pumpen, wie Gemeindebrandmeister Stefan Kuhn erklärte.

Laut Deutschem Wetterdienst soll der Regen zum Wochenende hin allmählich nachlassen, auch etwas höhere Temperaturen als jetzt sind vorhergesagt. 

www.pegelonline.nlwkn.niedersachsen.de

Rubriklistenbild: © Matthias Freter

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