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DaVita-Bildungszentrum in Hann. Münden bildet 16 neue Fachkräfte für Dialyse aus

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Von: Fabian Diekmann

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Die Absolventen der Fortbildung mit den Kursleitern Susann Lambrecht (v.2.v.r.) und Prof. Dr. Volker Kliem (h.r.). Vanessa Pudwill (rechts unten im Bild) ist ab jetzt Medizinische Facharztangestellte für Dialyse und Nephrologie.
Die Absolventen der Fortbildung mit den Kursleitern Susann Lambrecht (vorne, 2. von rechts) und Prof. Dr. Volker Kliem (hinten rechts). © Fabian Diekmann

Im DaVita-Bildungszentrum in Hann. Münden können Pflegekräfte und Medizinische Fachangestellte eine Fortbildung über Dialyse und Nephrologie absolvieren. Diese haben 16 Teilnehmer nun bestanden.

Hann. Münden – Zusammen mit 15 Kollegen aus ganz Deutschland wartet Vanessa Pudwill gespannt auf die Zertifikatsvergabe. Nach einer dreiwöchigen Fortbildung in Hann. Münden kann sich die 34-jährige nämlich damit Medizinische Facharztangestellte (MFA) für Dialyse und Nephrologie nennen.

„Ich mache aktuell die Peritoneal-Dialyse, möchte den Patienten aber auch die Unterschiede zur Hämodialyse erklären können“, nennt die Neusserin als ihre Motivation für die Zusatzausbildung. Die Hämodialyse findet über ein Gerät statt, das das Blut von nierenkranken Patienten außerhalb des Körpers reinigt und zurückführt. Die Peritoneal-Dialyse nutzt das körpereigene Bauchfell der Patienten als Filter für das Blut.

Zentrum bietet seit 1999 Fortbildungen in Hann. Münden an

Das DaVita-Bildungszentrum in Hann. Münden bildet seit 1999 Pflegekräfte und MFAs in Dialysetechniken weiter. Neben einer zweijährigen Ausbildung zur Pflegefachkraft bietet der Standort auch den dreiwöchigen Intensivkurs an. Das 120 Stunden umfassende Curriculum der Bundesärztekammer vermittelt den Teilnehmern vertieftes Hintergrundwissen und praktische Handlungskompetenzen über unterschiedliche Dialysetechniken. Laut Lambrecht sei dies notwendig, da die Nierenersatztherapie, wie die Dialyse auch genannt wird, in den Grundausbildungen zur Pflegekraft oder MFA nicht ausführlich vorkommt.

Auch wenn Pflegekräfte aufgrund des Fachkräftemangels oft weniger Zeit für einzelne Patienten haben, geht es Vanessa Pudwill in der Dialyse häufig anders.

Vanessa Pudwill ist ab jetzt Medizinische Facharztangestellte für Dialyse und Nephrologie.
Vanessa Pudwill.jpg © Fabian Diekmann

„Ich betreue zum Beispiel Patienten die stationär aufgenommen werden und gebe ihnen entweder das Material, mit dem sie die Dialyse durchführen können oder mache es selbst. Ich begleite aber auch durch Hausbesuche und versuche, die Dialyse besser in den Alltag der Patienten zu integrieren. Da hat man etwas mehr Zeit und betreut die Patienten intensiver, im besten Fall bis zur Transplantation. Es entwickelt sich eine intensive Bindung. Irgendwann kennt man die Kinder und Enkelkinder.“

„Mit der Peritoneal-Dialyse können wir auch Patienten mit schweren Herzproblemen helfen, die an Wassereinlagerungen leiden, welche mit Medikamenten nicht mehr zu beherrschen sind. Hier können wir helfen, wieder eine deutlich bessere Lebensqualität zu erreichen“, merkt Pudwill an. Laut Lambrecht hat sich die Anzahl der Patienten, die von einer Nierenersatztherapie abhängig sind, seit 1998 vervielfacht. Oft seien die Betroffenen älter und durch zahlreiche Begleiterkrankungen zusätzlich belastet. Damit sind auch die speziellen, fachlichen Kenntnisse der begleitenden Pflegekräfte in den Dialysezentren kontinuierlich gestiegen.

Zahl der Bildungszentren zurückgegangen

Gleichzeitig sei die Verfügbarkeit von Bildungszentren für Dialyse-Zusatzausbildungen aber zurückgegangen. Nur noch sieben Stück gebe es in ganz Deutschland. In Niedersachsen sei der Standort in Hann. Münden der Einzige.

Bei der Übergabe der Zertifikate merkt eine stolze Susann Lambrecht an, dass alle Teilnehmer die von der Ärztekammer vorgeschriebene Abschlussprüfung bestanden haben.

Lambrecht, die den Kurs seit Jahren zusammen mit Prof. Dr. Volker Kliem vom DaVita Dialysezentrum Hann. Münden leitet, verabschiedet die Absolventen mit dem Hinweis, dass Wissen nie endet. Fachliche Bildung ist laut der Bildungszentrumleiterin das wichtigste Kriterium für die Qualität der Dialyse und damit der Lebensqualität der Patienten.

Pudwill: „Man bekommt viel zurück.“

Wenn Vanessa Pudwill an die schönsten Erlebnisse in ihrem Beruf denkt, sind es häufig die Nachrichten einer neuen Niere für ihre Patienten. „Manche sind zwei Monate an der Peritoneal-Dialyse bis zur Transplantation, andere warten zehn Jahre. Man bekommt viel zurück, die Patienten sind sehr dankbar.“

Neben Pudwill haben den Kurs erfolgreich absolviert: Michelle Ahl, Begzada Bukvic, Lisa Buschmann, Janine Dworacek, Kira Eggert, Michaela Hoffmann, Jonas Huben, Sebnem Karahan, Abdulmunam Najjar, Ahmed Najjar, Julia Recker, Tanja Rimer, Gabi Rogozki, Sarah Schäfer, Melanie Weber. (fad)

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