Pflege und Gesundheit

Davita Hann. Münden: Pflegekräfte-Mangel auch bei Dialysebehandlungen spürbar

Feierten den Abschluss der Weiterbildung: Heidi Engel (von links), Mihaela Baluta, Yvonne Lütze, Denise Ilona Thoma, Prof. Volker Kliem (Davita), Karin Schönwald, Sebastian Häde, Birgit Dau, Susann Lambrecht (Davita), Franziska Bartsch, Manuela Dietrich, Angelina Fleige, Denise Hartmann, Annemarie Schmidt, Valentina Martin-Werner, Serena Lombardo, Dr. Dietmar Wiederhold (Prüfungsausschuss), Katharina Reiter (Davita), Rudi Peter (Prüfungsausschuss).
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Feierten den Abschluss der Weiterbildung: Heidi Engel (von links), Mihaela Baluta, Yvonne Lütze, Denise Ilona Thoma, Prof. Volker Kliem (Davita), Karin Schönwald, Sebastian Häde, Birgit Dau, Susann Lambrecht (Davita), Franziska Bartsch, Manuela Dietrich, Angelina Fleige, Denise Hartmann, Annemarie Schmidt, Valentina Martin-Werner, Serena Lombardo, Dr. Dietmar Wiederhold (Prüfungsausschuss), Katharina Reiter (Davita), Rudi Peter (Prüfungsausschuss).

Der Fachkräftemangel in der Pflege ist spätestens seit Pandemie-Beginn offensichtlich. Das gilt auch für den Bereich der Dialyse und der Nephrologie (Wissenschaft von Nierenkrankheiten).

Hann. Münden – Daher bildet die Davita Deutschland AG an ihrem Bildungszentrum in Hann. Münden Pflegekräfte in diesem Bereich weiter. 16 Pflegekräfte haben dort jetzt ihren Abschluss der zweijährigen, berufsbegleitenden Fachweiterbildung für Krankenpflege in der Nephrologie gemacht. Dafür erhielten sie in der Oxlocation, einem Haus für kulturelle Veranstaltungen und private Feiern in Hann. Münden, ihre Zertifikate. Die Leiterin des Bildungszentrums Susann Lambrecht betonte dort, dass dies mit Blick auf die steigende Anzahl von Patienten in der Nephrologie enorm wichtig sei.

Im Vergleich zu 1998 gebe es heute etwa 34 000 Patienten mehr in der Nephrologie. Besonders Bluthochdruck und Diabetes führen oft dazu, dass Menschen auch nierenkrank werden und eine Dialyse brauchen, erklärt Lambrecht. Zudem würden die Menschen älter, seien deshalb länger krank und müssten dementsprechend auch länger behandelt werden. „Aber die Arbeit mit schwerkranken Menschen erfordert eine gute Ausbildung“, sagt Lambrecht.

Das Bildungszentrum in Hann. Münden sei eine von sieben weiteren Bildungsstätten in Deutschland. Etwa 50 Fachkräfte würden dort pro Jahr ausgebildet. Obwohl die Nachfrage nach Pflegekräften steige, sei die Anzahl an Weiterbildungszentren in den letzten Jahren enorm gesunken, so Lambrecht. „Insgesamt wurden in den letzten zehn Jahren zu wenige Pflegekräfte grundausgebildet.“ Ein Grund dafür sei, dass kleine Krankenhäuser – und damit auch kleine Schulen für Pflegekräfte – geschlossen wurden. Um das aktuelle Versorgungsniveau auch künftig halten zu können, müsse man sich nun „enorm strecken“.

Wegen Pflegekräfte-Mangel gibt es weniger Teilnehmer bei Weiterbildungen

Der Personalmangel wirke sich auch auf die Anzahl der Teilnehmer bei den Weiterbildungen aus. Die Kliniken in Kassel, Göttingen, Braunschweig und Hildesheim schickten zwar regelmäßig ihre Angestellten ins Bildungszentrum nach Hann. Münden. Aber einige Arbeitgeber könnten es sich nicht leisten, auf ihr Personal für die Zeit der Weiterbildung zu verzichten. Denn während der zweijährigen Weiterbildung werden die Pflegekräfte insgesamt 16 Wochen lang im Blockunterricht geschult.

„Grob zusammengefasst werden die Krankenpfleger in theoretischem Hintergrundwissen und praktischen Handlungskompetenzen für Patienten in der Nieren-Ersatz-Therapie geschult.“ Das bedeute, dass sie am Ende der Weiterbildung die Blutwäsche, die Dialyse über den Bauchraum und die Nachsorge für Transplantationspatienten anwenden können und dürfen.

Die Fortbildung richtet sich nach dem Lehrplan der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) und ist dementsprechend von der DKG anerkannt. Gleichzeitig werden die Pflegekräfte im Bereich der Hygiene nochmals besonders geschult, sagt Lambrecht. Denn nierenkranke Menschen seien sehr anfällig für Infektionen. Die Teilnehmer der Weiterbildung werden laut Lambrecht von Ärzten und Mitarbeitern von Davita, aber auch von außenstehenden Fachreferenten geschult.

Für die Teilnehmer habe die Weiterbildung auch eine persönliche Entwicklung bedeutet, wie einige bei der Abschlussveranstaltung in der Oxlocation sagten. „Mich hat die Teilnahme in allen Themen fachlich gestärkt“, „für mich war der Austausch mit anderen Zentren und Kollegen das Wichtigste“, „ich werde mich nun der Anleitung der Azubis und Krankenpflege-Schüler widmen“, war unter anderem zu hören. Trotz der kurzzeitigen Unterbrechung der Fortbildung wegen Corona gehört der Notendurchschnitt der Absolventen zu einem der besten, seit Davita 1998 mit der Weiterbildung begonnen habe, sagt Susann Lambrecht. (Natascha Terjung)

60 Dialysezentren in Deutschland

Die Davita Deutschland AG bietet Gesundheitsdienstleistungen an. Der Schwerpunkt liege dabei auf der Diagnose und Behandlung von Nierenerkrankungen und Diabetes. In Deutschland betreibt Davita 60 Dialysezentren und medizinische Versorgungszentren. In Hann. Münden und Viersen (Nordrhein-Westfalen) bildet die Davita AG Pflegekräfte und Medizinische Fachangestellte im Bereich der Nephrologie weiter. (ter)

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