Debatte um Dorfgemeinschaftshaus: Wegener weist Vorwürfe zurück

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Seit Oktober 2014 geschlossen: Das Dorfgemeinschaftshaus in Bonaforth.

Hann. Münden/Bonaforth. Nach den heftigen Vorwürfen von Bonaforths Ortsbürgermeister Roland Sittig, setzt sich Hann. Mündens Bürgermeister jetzt zur Wehr.

Hann. Münden/Bonaforth. Hann. Mündens Bürgermeister Harald Wegener hat die Vorwürfe von Bonaforths Ortsbürgermeister Roland Sittig zurückgewiesen, die Stadt habe sich um den Erhalt des Dorfgemeinschaftshauses in Bonaforth nicht ausreichend gekümmert. Damit, so Hann. Mündens Pressesprecherin Julia Bytom, werde die Arbeit von Mitarbeitern der Stadt und der Kommunalen Dienste Hann. Münden verunglimpft.

Sie hätten alles Notwendige im Rahmen der Möglichkeiten immer sorgfältig bearbeitet, so Wegener in seiner Stellungnahme, die auch „zum Schutz der Mitarbeiter“ nötig sei.

Die Schließung des Hauses 2014 sei wegen des Schimmelbefalls zwingend erforderlich gewesen, so Wegener und weist darauf hin, dass die Grundlagen für die Probleme bereits beim Bau des Dorfgemeinschaftshauses Anfang der 70er Jahre geschaffen worden seien.

„Diese Probleme sind dem Ortsrat nach meiner Kenntnis seit vielen Jahren bekannt. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kommunalen Dienste haben von den vorhandenen Haushaltsmitteln der Bauunterhaltung während der langen Diskussionen in Bonaforth, welcher Gebäudeteil erhalten werden soll, Gelder abgezweigt, um Notmaßnahmen zu ermöglichen“, so Wegner. Eine vollständige Sanierung sei nicht möglich, was dem Ortsbürgermeister sofort mitgeteilt worden sei. Der Vorwurf, dass freiwillige Angebote der Bonaforther nicht angenommen würden, sei so nicht richtig. Für den Einsatz freiwilliger Helfer müsse es aber ein konkretes Arbeitskonzept geben, um die Angebote sinnvoll einsetzen zu können. Richtig sei vielmehr, dass mit Unterstützung der Bonaforther eine Schimmelbeseitigung in den Räumen erprobt worden sei, die jedoch nicht zum Erfolg geführt habe.

Wegener weist darauf hin, dass in einer Bürgerversammlung am 24. Februar die Stadtverwaltung ein Architekturbüro beauftragt hat, um im Rahmen einer Machbarkeitsstudie die mit den Bonaforthern erörterten Lösungsansätze zu prüfen. „Bisher konnten dafür notwendige Haushaltsmittel in den politischen Gremien nicht freigegeben werden.“

Alle notwendigen Informationen seien mit dem Ortsbürgermeister und dem Ortsrat durchgängig besprochen worden.

Debatte um Abriss

Das Vorhaben der Stadt Hann. Münden, das Dorfgemeinschaftshaus in Bonaforth aus Kostengründen nicht mehr zu sanieren, sondern mittelfristig (nach 2019) abzureißen und durch einen „bedarfsorientierten Neubau“ zu ersetzen, hat bei Bonaforths Ortsbürgermeister Roland Sittig zu einer scharfen Reaktion geführt. In einem Schreiben, das unter anderem an alle Mitglieder des Ortsrates und des Stadtrates gerichtet war, wirft Sittig der Stadtverwaltung vor, dass sie nie nach einer machbaren Lösung gesucht, „sondern immer nur nicht realisierbare Planungen vorgestellt“ habe.

Die Stadt Hann. Münden schlägt angesichts des „Totalschadens“ am Dorfgemeinschaftshaus vor, das Gebäude abzureißen und durch einen „bedarfsorientierten Neubau“ zu ersetzen. Über diesen Vorschlag wird der Stadtentwicklungsausschuss am Montag, 9. November, der Ortsrat Bonaforth am Dienstag, 10. November, und der Stadtrat am Donnerstag, 19. November, in öffentlichen beraten.

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