Gastronomie mit Rücken zur Wand

Lockdown-Verlängerung im Raum Hann. Münden: „Wir brauchen eine Perspektive“

Kein Ende in Sicht: Restaurants wie „Die Reblaus“ in Hann. Münden bleiben bis auf Weiteres zu.
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Kein Ende in Sicht: Restaurants wie „Die Reblaus“ in Hann. Münden bleiben bis auf Weiteres zu.

Der Lockdown in Deutschland wurde bis 18. April verlängert. Guido Einecke, Mündener Kreisvorsitzender des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) äußert sich kritisch.

Hann. Münden – „Das ist eine Katastrophe. Seit November sind die Restaurants geschlossen, und es gibt keine Perspektive.“ Dass über Ostern die Gaststätten nicht wieder öffnen dürfen, habe ihn vor dem Hintergrund der steigenden Corona-Infektionszahlen nicht überrascht, sagt Guido Einecke, Mündener Kreisvorsitzender des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga).

Hann. Münden: Kritik an Unklarheit für Gastronomie und Hotels

Er kritisiert vor allem die Unklarheit, wie es für die Betriebe weitergehen könne. Rund 30 Hotels und Gaststätten sind nach Angaben Eineckes im Mündener Verband organisiert.

Das ständige Hin und Her sei für alle einfach nur zermürbend. Auch er sei dafür, vorsichtig zu sein, aber er vermisse einen Plan, unter welchen Bedingungen Hotels und Gaststätten wieder arbeiten können, sagt der Inhaber des Ratsbrauhauses in der Mündener Innenstadt. Denn das Virus werde das Land wohl noch lange beschäftigen und „wir können nicht jahrelang im Lockdown leben“. Es müsse ein Weg aufgezeigt werden. Denn wie lange die Betriebe das noch durchhalten könnten, sei völlig unklar. Für die Unternehmer gebe es keine finanzielle Unterstützung, sie lebten von Rücklagen, und für die Angestellten gebe es zwar das Kurzarbeitergeld, aber auch sie hätten Einbußen. Es sei für die Gastronomen wie ein Schlag ins Gesicht, dass Flüge nach Mallorca mit 300 Menschen an Bord erlaubt seien, und es nicht möglich sei, in einem Mündener Restaurant unter strengen Auflagen einen Kaffee zu trinken, sagte Einecke. Es gebe Anfragen für Familien- und Hochzeitsfeiern bis in den Herbst. „Aber wir wissen überhaupt nicht, was wir antworten sollen.“

Biohotel Flux: „Wir wollten lieber abwarten“

Auch im Biohotel „Flux“ gab es bereits vor einigen Wochen Anfragen für Tisch- und Zimmerreservierungen über die Osterfeiertage, berichtet Geschäftsführerin Annette Rothweiler. Zusagen habe sie aber nicht erteilt.

„Wir wollten lieber abwarten“, sagt sie. Gerechnet hatte sie nicht damit, dass sie Anfang April wieder Hotel- und Restaurantgäste empfangen könnte. „Aber die Hoffnung stirbt zuletzt.“

Ihre positive Einstellung und den Willen, immer das Beste aus der jeweiligen Situation zu machen, behält die Geschäftsführerin auch in dieser für ihre Branche schwierigen Zeit bei.

Doch auch das letzte Fünkchen Hoffnung wurde ihr jetzt genommen: Keine Öffnungen über die Ostertage, also bleiben die Küche kalt und die Zimmer leer. Speisen zum Abholen anzubieten, komme für Rothweiler nicht infrage. Zum einen sei das Hotel gar nicht darauf eingestellt und verfüge nicht über das nötige Verpackungsmaterial, zum anderen liege das Flux dafür schlichtweg zu weit außerhalb. Es liegt am „Buschweg“ im Werratal zwischen Hann. Münden und Hedemünden. (Ekkehard Maaß/Lea-Sophie Mollus)

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