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Iwan Krivov möchte den Jungen im Altkreis Münden eine Stimme geben

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Von: Thomas Schlenz

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Fährt gern mit dem Rennrad durch die Region: der FDP-Kandidat für die Wahl zum Niedersächsischen Landtag, Iwan Krivov, vor dem Gaußturm bei Dransfeld.
Fährt gern mit dem Rennrad durch die Region: der FDP-Kandidat für die Wahl zum Niedersächsischen Landtag, Iwan Krivov, vor dem Gaußturm bei Dransfeld. © Thomas Schlenz

Iwan Krivov (FDP) kandidiert im Wahlkreis 15

Landkreis Göttingen – „Mit meiner Kandidatur möchte ich auch zeigen, dass die ganze Gesellschaft profitiert, wenn sich junge Menschen politisch engagieren“, sagt der 18-jährige Iwan Krivov, der am 9. Oktober für die FDP für den niedersächsischen Landtag kandidiert.

Sein Interesse für Politik wurde in der Schule geweckt: „Ich habe mich über die Bildungspolitik im Land geärgert, darüber, dass es nach der Erhöhung der Lehrerarbeitszeit an Gymnasien keine Klassenfahrten mehr gab.“ Durch die Mitarbeit in der Schülervertretung habe sich sein Interesse am Thema Bildungspolitik weiter gefestigt. Ein Besuch des FDP-Bundestagsabgeordneten Konstantin Kuhle im Politikunterricht habe ihn dann dazu motiviert, in die Partei einzutreten.

Dazu beigetragen, in die Politik zu gehen, habe auch die Herkunft der Eltern – Krivovs Vater stammt aus Russland, seine Mutter aus der Ukraine: „Meine Eltern haben in der Sowjetunion noch erlebt, was Unfreiheit bedeutet und dass Demokratie nicht selbstverständlich ist.“ Nicht meckern, sondern machen und mitreden sei daher sein Leitspruch. Auch der Ukraine-Krieg, der von beiden Teilen der Familie verurteilt werde, sei ein Gesprächsthema: „Meine Großeltern mütterlicherseits mussten aus der Ostukraine fliehen“, erklärt Krivov.

Dass er sich in jungen Jahren nun mit Wahlkampf beschäftigt, anstatt wie viele Altersgenossen die Zeit zwischen Abitur und Studium zu genießen und die Welt zu entdecken, stört den jungen Göttinger nicht. Manchmal sei der Wahlkampf wie ein Vollzeitjob: „Ich mache das gern, weil es mir Spaß macht, mit Menschen ins Gespräch zu kommen, um zu hören, was ihnen unter den Nägeln brennt. “, sagt Krivov. Freunde und Bekannte unterstützten ihn bei seiner Kandidatur: „Die meisten Reaktionen sind positiv. Die finden einen jungen Kandidaten cool“, so Krivov. Aber auch von älteren Menschen bekomme er viel Zuspruch.

In seiner Freizeit ist der 18-Jährige mit seinem Rennrad in der Region unterwegs, beispielsweise zum Gaußturm auf dem Hohen Hagen. Außerdem trifft er gern Freunde, spielt Gitarre oder reist. Neben der Politik strebt er eine akademische Ausbildung an: „Mir ist ein zweites Standbein wichtig“, betont Krivov. So interessiere er sich für ein Studium der Volkswirtschaftslehre. Vor allem wegen seiner eigenen Erfahrungen als Schülervertreter bezeichnet Krivov die Bildungspolitik als sein persönliches Steckenpferd: Die Schulen müssten besser ausgestattet werden, die Digitalisierung vorangetrieben und die Lehrkräfte in diesem Bereich besser ausgebildet werden. Auch eine stärkere Beteiligung junger Menschen sowie Klimaschutz, bei dem die Menschen in der Region und die Wirtschaft mitgedacht würden, liegen dem Göttinger am Herzen.

Mit Listenplatz 43 auf der Landesliste seiner Partei und der starken Konkurrenz um das Direktmandat schätzt Krivov seine Chancen auf einen Sitz im Landtag realistisch ein: „Ich bin zufrieden, wenn ich ein starkes Ergebnis erreiche, das verglichen mit dem Landesergebnis der Partei überdurchschnittlich ist“, erklärt der Abiturient. Damit wolle er auch zeigen, dass es sich lohne, junge Menschen aufzustellen. Er selbst erhoffe sich mit der Kandidatur auch einen weiteren Lerneffekt für seine politische Arbeit. (Thomas Schlenz)

Die Landtagswahl in Niedersachsen findet am Sonntag, 9. Oktober, statt. Im Wahlkreis 15 Göttingen/Münden bewerben sich sechs Kandidaten um einen Sitz im niedersächsischen Landtag. Die Bewerber sind: Gerd Hans Hujahn (SPD), Ludwig Johann Theuvsen (CDU), Michael Lühmann (Die Grünen), Iwan Krivov (FDP), Lisa Zumbrock (Die Linke) und Stephan Stange (Die Basis). Wir stellen Ihnen die Kandidaten einzeln vor 

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