AHA-Effekt

Ordnungsamt und Polizei auf Corona-Patrouille in Hann. Münden

Joachim Subklewe (links), Timm Schrader (rechts) und Dieter Röthig im Gespräch mit Marktbesuchern Elke und Helmut Grotehusmann auf dem Wochenmarkt in Hann. Münden. Sie kontrollieren die Einhaltung der Corona-Regeln.
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Kontrolle in Hann. Münden: Joachim Subklewe (links), Timm Schrader (rechts) und Dieter Röthig im Gespräch mit Marktbesuchern Elke und Helmut Grotehusmann.

Die Corona-Pandemie hat den Alltag weiter im Griff. Ob die Regeln eingehalten werden, prüft in Hann. Münden das Ordnungsamt undd die Polizei. Wir haben sie begleitet.

Hann. Münden – Der „AHA-Effekt“ sollte in den Zeiten, in denen das Coronavirus den Alltag bestimmt, für drei wichtige Maßnahmen, die zum eigenen Schutz und dem Schutz von Anderen stehen, angewendet werden. Abstand – Hygiene – Alltagsmaske.

Ordnungsamt und Polizei gegen in Hann. Münden auf Patrouille

Um darauf zu achten, dass die Corona-Maßnahmen eingehalten und die Anwesenheitslisten sorgfältig ausgefüllt werden, gehen Dieter Röthig vom Ordnungsamt, Polizeihauptkommissar Joachim Subklewe und Polizeikommissar Timm Schrader mehrmals wöchentlich durch die Lange Straße, die Geschäfte, Gaststätten, Cafés, Eisdielen und Betriebe mit Publikumsverkehr sowie mittwochs auf den Wochenmarkt. Auch in den Ortschaften – in den Gaststätten und Campingplätzen – sind sie unterwegs, vor den Lockerungen wurden wöchentlich über 200 Objekte aufgesucht. „Es ist nicht unser Ziel, jemanden anzuzeigen oder Bußgelder zu verordnen, wir möchten, dass die Regeln zum Eigenschutz und zum Schutz anderer eingehalten werden“, sagt Röthig. Denn wenn die Zahl der Neuinfektionen wieder steigt, kann es passieren, dass die lieb gewonnenen Lockerungen wieder zurückgenommen werden und das möchte sicherlich niemand.

In Münden haben die Ordnungshüter weitestgehend gute Erfahrungen gemacht, die meisten Mündener seien diszipliniert und einsichtig. „Wir machen die Menschen auf das, was sie versäumt haben aufmerksam und stoßen dabei meistens auf Verständnis“, sagt Joachim Subklewe. Es sei nachvollziehbar, dass man mal vergessen würde die Alltagsmaske aufzusetzen oder nicht an den Mindestabstand denke.

Ordnungsamt Hann. Münden: Ignorieren von Corona-Regeln kein Kavaliersdelikt

Doch Abstand und Maske sind das A und O, wobei die Maske den erforderlichen Abstand nicht ersetzt. Sicherlich gibt es auch hier Menschen, die die Corona-Krise für halb so schlimm halten und sich deswegen auch an keine Auflagen der Behörden halten. Wer die Schutzbestimmungen ignoriert, begeht kein Kavaliersdelikt. Bei totaler Uneinsichtigkeit ist eine Anzeige das letzte Mittel.

Am Mittwoch, beim Rundgang auf dem Wochenmarkt machte Schrader in netter Form mehrere Menschen darauf aufmerksam, die Mund-Nasen-Masken auch über und nicht unter der Nase zu tragen.

Auch das Einhalten von Abständen musste öfter mal in Erinnerung gerufen werden. Doch die Marktbesucher reagierten auf Ansprache verständnisvoll. Viele Menschen seien davon überzeugt, dass man der Pandemie nur so Herr werden kann und fänden es gut, wenn Verstöße geahndet werden. Eine Frau kam zu Joachim Subklewe und berichtete, dass gerade ein Kunde ohne Alltagsmaske in ein Bankgebäude gegangen sein. Doch der Polizist konnte die Frau beruhigen und ihr sagen, dass in Bankgebäuden keine Maskenpflicht bestehe.

Kunden und Gastronomen nehmen Dokumentationspflicht zu locker

„Ein wenig Probleme bereitet uns die Dokumentationspflicht. Diese wird leider viel zu locker gesehen, von den Kunden und Gästen und oft auch den Gewerbetreibenden“, berichtet Joachim Subklewe. Viele Gäste würden sich scheuen, ihre Daten preiszugeben.Es sei sehr wichtig, eine aktuelle Telefonnummer zu hinterlassen, dass gegebenenfalls informiert werden kann. „Ich kann aber versichern, dass das Polizeikommissariat diese Daten nicht für seine Arbeit nutzt“. Kontrollen im privaten Bereich finden nach Darstellung von Röthig nur auf Hinweise von Nachbarn statt. Es würde zwar privat jetzt mehr gefeiert, aber dabei die Regeln in den meisten Fällen eingehalten.

Welchen Corona-Regeln gelten im Privaten?

Im persönlichen Bereich oder im Umgang mit anderen Menschen seien alle nach wie vor gehalten, eine vertretbare Balance zwischen dem Bedürfnis nach sozialen Kontakten und gleichzeitiger Infektionsvermeidung herzustellen, heißt es vom Bundesland Niedersachsen auf dem offiziellen Internetauftritt.
Dies solle die Leitlinie für die Coronaregeln im Privaten sein. Somit solle der Kontakt mit Menschen, die nicht aus dem eigenen Hausstand stammen, auf das Nötigste reduziert werden.

Grundsätzliche empfehle das Land Niedersachsen eine große Zurückhaltung bei privaten Feierlichkeiten. Dabei sei die Anzahl der Personen, die eingeladen werden dürfen, von der Größe der Räumlichkeiten abhängig. Die im öffentlichen Raum geltende Zehn-Personenregel könne überall dort wo genug Platz ist, gut auch auf den Privatbereich übertragen werden.

Land Niedersachsen listet die Regeln auf

„Kleine Wohnung – wenige Gäste, große Wohnung oder Haus – ein paar mehr. Am besten ist eine Feier im Garten. Auch da sollten sich Ihre Gäste aber bitte nicht zu nahe kommen“, heißt es. Der Mindestabstand von 1,5 Metern sei zu beachten. Dazu ständiges Lüften und wiederholtes Händewaschen. So könne die Infektionswahrscheinlichkeit verringert werden, hundertprozentige Sicherheit gebe es allerdings nicht. Bei privaten Feierlichkeiten in Gaststätten und Vereinsheimen mit Schanklizenz gibt es auch konkrete Regeln und Beschränkungen. Dabei gelte eine Höchstgrenze von 50 Personen, wenn es sich nicht ausschließlich um Mitglieder zweier Haushalte handelt. Maximal dürfen zehn Personen an einem Tisch sitzen, beim „herumspazieren“ ist der Mindestabstand einzuhalten. Das Gleiche gelte auch für Hochzeiten und Beerdigungen, heißt es auf der Internetseite des ZDF, wo die Coronaregeln nach Bundesländern aufgeschlüsselt stehen.

Veranstaltungen mit Auflagen erlaubt

Seit dem 6. Juli sind unter Auflagen Veranstaltungen für bis zu 500 Besucher erlaubt. Voraussetzungen bleiben allerdings ein Mindestabstand von 1,50 Metern zu anderen Gästen, feste Sitzplätze und in geschlossenen Räumen das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes.
Am Sitzplatz darf dieser abgelegt werden, das gilt für Konzerte, Theater, Oper und Kinos. (Von Petra Siebert und Jens Döll/zpy und jed)

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