Ein Treffen pro Monat

Diagnose Prostatakrebs: Lernen, mit der Krankheit zu leben

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Gemeinsam gegen die Krankheit: Regelmäßig ist die Selbsthilfegruppe zusammen unterwegs, wie hier bei einer Bustour während des Herbstausflugs.

Hann. Münden. Eine Selbsthilfegruppe in Hann. Münden unterstützt Betroffene bei der Krankheit und ihren Folgen. Jeden vierten Montag trifft sich die Gruppe im Krankenhaus Hann. Münden.

Inkontinenz und Impotenz: Das sind nur zwei mögliche Folgen einer Erkrankung an Prostatakrebs - abgesehen davon, dass diese Art von Krebs in vielen Fällen in absehbarer Zeit zum Tod führt. Um Betroffenen zu helfen, die Krankheit zu verstehen, zu lernen, mit ihr umzugehen, aber auch eine Gemeinschaft zu bilden, die ähnlich fühlt, gibt es seit 2007 die Selbsthilfe Prostatakrebs Hann. Münden.

Mittlerweile habe man 88 Mitglieder, dazu kämen noch die Lebenspartner Erkrankter, die zu den Treffen und Ausflügen willkommen sind, sagt der erste Vorsitzende Wolfgang Fink. Die Treffen finden monatlich im Krankenhaus Hann. Münden statt, geplant ist jeweils der vierte Montag.

Sport wirkt sich positiv aus: Immer dienstags trifft sich die Gruppe im Physikalischen Therapie Zentrum zum gemeinsamen Training.

„Bei diesen Zusammenkünften gibt es abwechselnd Fachvorträge mit anschließender Diskussion und Abende, die „Wir unter uns“ heißen, und bei denen jeder Teilnehmer die Möglichkeit hat, über seine persönlichen Probleme zu reden“, berichtet Fink. Die Themen der Vorträge seien dabei nicht immer auf den Krebs bezogen: „Wir können nicht jedes Mal über die Krankheit reden. Man braucht manchmal auch einfach Ablenkung“, erklärt der erste Vorsitzende.

Neben den regelmäßigen Treffen organisiert die Selbsthilfegruppe auch Ausflüge und gemeinsame Feiern: „Wir sind nicht nur eine Gruppe, wir sind eine richtige Lebensgemeinschaft. Im Friedwald haben wir zwei Bestattungsbäume gekauft. Unsere Mitglieder können sich dort bestatten lassen. 20 haben das schon getan. Wir leben zusammen mit der Krankheit und können uns dann auch zusammen beerdigen lassen“, erklärt Fink.

Stolz sei man, dass Dr. Jens Küster, Leiter der Urologie und Nierentransplantation am Nephrologischen Zentrum Niedersachsen, die Schirmherrschaft übernommen und Wolfgang Bosbach, Mitglied des Bundestages und selbst Prostatakrebserkrankter, die Ehrenmitgliedschaft angenommen haben.

„Wichtig für Betroffene ist, dass sie lernen mit der Krankheit zu leben, dafür gibt es unsere Selbsthilfe“, sagt Fink. Denn Heilung sei nur in Aussicht, wenn der Krebs früh entdeckt werde. Später könne man die Krankheit nur noch eindämmen und die Lebenszeit um zwölf bis 15 Jahre verlängern.

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