Jubiläum

Die Hann. Mündener Werra-Realschule wird 60

Vor 61 Jahren wurde bei der Werra-Realschule in Hann. Münden, damals Realschule I, der Grundstein gelegt.
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Vor 61 Jahren wurde bei der Werra-Realschule in Hann. Münden, damals Realschule I, der Grundstein gelegt.

Die Werra-Realschule in Hann. Münden feiert ihr 60-jähriges Bestehen. Schulleiter Frank Müller-Baete spricht über die Zukunft der Schule.

Hann. Münden – Schon 2011, zum 50-jährigen Bestehen, schrieb der damalige Landrat Reinhard Schermann in seinem Grußwort: „Die Werra-Realschule Münden konnte sich im gesamten Zeitraum ihres Bestehens immer eines sehr guten Rufes erfreuen.“ Der Ruf der Schule hat sich bis heute nicht geändert. Eine Feier wird es aber coronabedingt nicht geben. Doch dem Schulleiter Dr. Frank Müller-Baete ist es ein Anliegen, einen kleinen Rückblick zu geben und noch viel wichtiger, einen Blick in die Zukunft der Schule zu werfen.

Es gab Höhen und Tiefen in den sechs Jahrzehnten. Als Dr. Müller-Baete als Schulleiter 2013 an die Schule kam, waren es 250 Schülerinnen und Schüler, zwischendurch sank die Zahl auf 180, stieg dann wieder an, so dass es seit einigen Jahren 230 junge Menschen sind, die die Schule besuchen. Pro Jahrgang gibt es zwei Klassen mit etwa 20 Schülern. Die Entwicklung ist seit vier Jahren positiv.

Seit 2019 ist die Werra-Realschule eine Ganztagsschule. Das heißt, für die Klassen fünf bis sieben werden von montags bis donnerstags bis 15.20 Uhr, neben abwechslungsreichen Nachmittagsangeboten, auch ein Mittagessen in der Mensa der Hauptschule angeboten. Im Anschluss daran werden in den Gruppen zuerst die Hausaufgaben erledigt, bevor die AGs wie unter anderem Sport, Kreativwerkstatt, Tanz und Informatik starten.

„Dieses Angebot wird gut angenommen“, so Müller-Baete. Jeden Nachmittag werden in zwei Gruppen 30 Schüler betreut. Die Realschule, eine interkulturelle Schule mit 15 Nationalitäten richtet die Arbeit auch an den Interessen der Schüler aus. Die jungen Menschen werden auch auf akademische Berufe vorbereitet. Rund 30 Prozent erreichen jährlich den erweiterten Realschulabschluss. „Ich versuche, die Schüler mit meinem eigenen Werdegang zu motivieren“, so Müller-Baete. „Ich habe zunächst den erweiterten Realschulabschluss und dann mein Abitur gemacht. Danach habe ich studiert und anschließend promoviert“. Deshalb sei es für ihn auch wichtig, ab der achten Klasse Berufsorientierung anzubieten.

Werra-Realschule in Hann. Münden soll noch digitaler werden

In der neunten Klasse stehen dann Betriebspraktika an. Die Begleitung auf dem Weg der Berufsfindung ist ein wichtiger Schwerpunkt an der Schule. Den jungen Menschen wird geholfen, eigene Fähigkeiten zu erkennen, und sie werden über verschiedene Möglichkeiten des Berufseinstieges informiert. „Zur Vorbereitung auf das Leben hilft die seit 2013 bestehende Kooperation mit dem Mündener Unternehmen Conti-Tech, ehemals Mündener Gummiwerke“, erläutert der Schulleiter. Schon seit mehreren Jahren arbeiten die Schule und der Mündener Betrieb immer wieder zusammen. Die Besucher der Werra-Realschule machen Praktika bei Conti-Tech oder besichtigten den Betrieb. Jetzt sind beide Teil der Gemeinschaftsinitiative „Schulbetrieb“, der Bildungsregion Göttingen.

Um auch möglichst früh an den Umgang mit Finanzen herangeführt zu werden, nimmt ein freiwilliges Schülerteam am Börsenspiel der Sparkasse Göttingen teil, mit der seit 2015 eine Partnerschaft besteht. Im Vorjahr hat die Schule den zweiten Platz errungen.

Für die Zukunft soll die Digitalisierung ausgeweitet, die Klassen mit Whiteboards und I-Pads ausgestattet werden. Ebenso soll ein verantwortungsvoller Umgang mit solchen Geräten vermittelt werden.„Wir sind am Wachsen, in Naturwissenschaften sind wir stark aufgestellt, viele junge Kollegen sind dabei und wir arbeiten gut als Team zusammen“, bekräftigt Müller-Baete die guten Zukunftsaussichten der Schule.

Werra-Realschule bekam 1981 ihren Namen

Die Werra-Realschule in Hann. Münden ist traditionell die Realschule mit dem städtischen Schuleinzugsbereich, die Drei-Flüsse-Realschule (ehemals Heinrich-Sohnrey-Realschule) als zweite Schule dieser Schulform in Münden ist zuständig für das Umland. 1905 war an die städtische Schule eine „Gehobene Abteilung“ angegliedert worden, die dann 1955 als „Gehobene Abteilung“ der Knabenvolksschule am Plan zur selbstständigen Mittelschule erklärt wurde. Auf dem Gelände der ehemaligen Tennisplätze (Ecke Wilhelmstraße/Werraweg) baute die Stadt als Schulträger die Mittelschule I, die im August 1961 in zwölf Klassen mit 538 Schülern einzog und von 36 Lehrkräften unterrichtet wurden. 1965 wurde aus der Mittelschule I die Realschule I, die 1981 anlässlich des 25-jährigen Bestehens in Werra-Realschule umbenannt wurde. Seit 2004 besteht der Schüleraustausch der Werra-Realschule mit einer Schule in Mündens Partnerstadt Chelmno in Polen. (zpy)

Info: Eine Vorstellung der weiterführenden Schulen in Hann. Münden findet am Dienstag, 23. November, um 19 Uhr in der Schule am Botanischen Garten statt. (Petra Siebert)

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