Die Kirchenehe ist besiegelt

Kirchenkreise Göttingen und Hann. Münden schließen sich zusammen

Leiten den neuen Kirchenkreis: Andreas Risse (stellvertretender Kirchenkreissynoden-Vorsitzender, von links), Wiebke Vielhauer (kommissarische Superintendentin des Kirchenkreises Göttingen), Thomas Henning (Superintendent des Kirchenkreises Münden) und Gunda Marie-Meyer (Kirchenkreissynoden-Vorsitzende in Göttingen).
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Leiten den neuen Kirchenkreis: Andreas Risse (stellvertretender Kirchenkreissynoden-Vorsitzender, von links), Wiebke Vielhauer (kommissarische Superintendentin des Kirchenkreises Göttingen), Thomas Henning (Superintendent des Kirchenkreises Münden) und Gunda Marie-Meyer (Kirchenkreissynoden-Vorsitzende in Göttingen).

Die Evangelisch-lutherischen Kirchenkreise Göttingen und Münden schließen sich zum 1. Januar 2023 zusammen.

Hann. Münden/Göttingen - Nachdem Hann. Münden bereits am 30. Juni grünes Licht gegeben hatte, haben nun auch die Mitglieder der Göttinger Kirchenkreissynode mit großer Mehrheit für ein Zusammengehen gestimmt. Für eine Übergangszeit bis zum Ende der Legislaturperiode 2024 tagen beide Synoden gemeinsam. Ab 2025 besteht die neu gewählte Synode aus 63 Mitgliedern. Dabei werde sichergestellt, dass jede Region des Kirchenkreises in der Synode vertreten ist, heißt es in einer Mitteilung des neuen Kirchenkreises.

„Münden ist mit rund 20 000 Mitgliedern und bei sinkenden Mitgliederzahlen zu klein, um in Zukunft alleine bestehen zu können“, erläutert der stellvertretende Kirchenkreissynoden-Vorsitzende Andreas Risse. „So haben wir vor vier Jahren begonnen, nach Perspektiven zu suchen.

Da unserer Diakonisches Werk und der Diakonieverband Göttingen bereits gut kooperiert haben, hat sich schnell die Frage gestellt, ob es nicht auch in anderen Bereichen gemeinsam mit dem Nachbar-Kirchenkreis besser geht. Und es hat sich gezeigt, dass wir in allen Arbeitsbereichen vor ähnlichen Herausforderungen stehen – und eine ähnliche Vision von evangelisch-lutherischer Kirche in Südniedersachsen haben.“

Schon jetzt sei es nicht leicht, Menschen zu finden, die in Ausschüssen und Projekten mitarbeiten wollen oder Beauftragungen übernehmen möchten, so Mündens Superintendent Thomas Henning. Der Zusammenschluss werde diese Situation deutlich entspannen.

Eine andere große Herausforderung stelle die Kürzungsvorgabe der Landessynode der Landeskirche dar. Alle Kirchenkreise müssen ab 2023 mit zwei Prozent weniger Finanzausstattung pro Jahr auskommen. „Wenn Sie sich vorstellen, dass 2028 jeder achte Euro nicht mehr zur Verfügung stehen wird, ahnen Sie, dass sich unsere Kirche verändern wird.“

Wichtig für Münden und Göttingen sei die Beibehaltung beider Superintendenturen. „Für uns bietet dies die Chance, das ephorale Amt neu zu denken“, erklärt die kommissarische Superintendentin des Kirchenkreises Göttingen, Wiebke Vielhauer. Eine klare inhaltliche und geografische Zuordnung der Aufgabenbereiche werde dabei dafür sorgen, dass alle Menschen im gemeinsamen Kirchenkreis wissen, wer für welchen Bereich zuständig ist.

Die Verwaltung in Form der Kirchenkreisämter fusionierte bereits 2003 zum Kirchenkreisamt Göttingen-Münden. (Thomas Schlenz)

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