Im Dienst des DRK: Iris Vollack stattet nicht nur Flüchtlinge aus

Teamarbeit: Die Leiterin des Neumündener DRK-Shops, Iris Vollack (rechts), sucht mit dem ehrenamtlichen Helfer Ibrahim aus Syrien für eine Flüchtlingsfamilie passende Winterkleidung aus. Fotos: Schaffner

Hann. Münden. Vor Kundschaft kann sich Iris Vollack in diesen Tagen kaum retten. Die 42-Jährige leitet den DRK-Shop in Neumünden - und ist somit für viele Menschen erste Ansprechpartnerin bei Kleidung, Büchern und Spielzeug.

„Wir kommen kaum hinterher“, sagt sie. Vor allem Flüchtlinge hält das Verkaufsteam seit Wochen auf Trab. „Sie haben von uns Kleidungs-Gutscheine für eine Grundausstattung bekommen“. Das Angebot nehmen die Neuankömmlinge auch gerne an. „Was wir deshalb dringend benötigen, ist Herrenkleidung in den Größen 48 und 50“.

Große Spendenbereitschaft

Grundsätzlich platzt der Shop sprichwörtlich aber fast aus allen Nähten. „Die Spendenbereitschaft der Mündener Bevölkerung ist riesig“, sagt Vollack, die sich seit 20 Jahren beim Ortsverband des Deutschen Roten Kreuzes engagiert. „Wir haben teils so viel, dass wir Sachen nach Tschernobyl weitergeben müssen“.

Mit so einer Entwicklung hätte sie vor zehn Jahren nicht gerechnet. Damals baute sie an der Welfenstraße die erste DRK-Kleiderkammer in der Dreiflüssestadt mit auf. „25 Quadratmeter hatten wir anfangs zur Verfügung“, erinnert sie sich. 2010 zog die Kammer dann an die Kurhessenstraße. Wenig später folgte der erste Shop an der Burgstraße, vor zwei Jahren eröffnete in den Räumen einer ehemaligen Videothek in Neumünden dann der zweiten Shop. „Obwohl wir jetzt 110 Quadratmeter Platz haben, müssten wir uns eigentlich schon wieder vergrößern“, sagt Vollack.

Freut sich über Kleiderspenden: Iris Vollack, die hier frisch eingetroffene Kinderhosen zusammenlegt.

Zählte sie anfangs hauptsächlich Obdachlose zu ihren Kunden, kommen inzwischen Menschen fast aus allen Gesellschaftsschichten in den Laden. Schließlich hat der Shop neben Second-Hand-Kleidung auch Gesellschaftsspiele, alte Bücher, Spielzeug und sogar kleine Haushaltsgeräte im Angebot. Sämtliche Sachen wurden gespendet oder stammen aus Haushaltsauflösungen.

Damit auch Menschen mit wenig Geld im Shop einkaufen können, setzt Vollack die Preise vergleichsweise niedrig an. Ein Beispiel: Hosen gehen für 2,50 Euro über die Ladentheke.

Mit den Flüchtlingen hat der Shop übrigens nicht nur neue Stammkunden gewonnen, sondern auch ehrenamtliche Helfer. Einer, der Iris Vollack und ihre insgesamt 13 Kollegen fast täglich freiwillig unterstützt, ist Ibrahim aus Syrien.

Damenboutique in Damaskus

Der 19-Jährige ist zwar erst seit ein paar Wochen in Münden, „er ist uns aber schon eine echte Hilfe“, sagt Vollack. Einerseits hilft er als Übersetzer im Kundengespräch mit anderen Flüchtlingen. Andererseits kennt er sich auch fachlich vor allem mit Kleidung bestens aus. Denn Ibrahim hat bis zu seiner Flucht in einer Damenboutique in Damaskus gearbeitet.

„Das ist das Schöne an meinem Job“, sagt Iris Vollack, „man trifft Menschen aus anderen Kulturen, kommt mit ihnen ins Gespräch und hilft gemeinsam anderen Menschen“.

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