Verbände hoffen stattdessen auf Prämien

Diesel-Nachrüstung hilft im Landkreis Göttingen nicht

Landkreis Göttingen. Um die Luft in den Landkreisen Göttingen und Northeim sauberer zu machen, würde eine Nachrüstung der Euro-5-Diesel nicht wirklich helfen. Das belegen nun Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamts.

2017 betrug der Anteil der Euro-5-Modelle an den ausgestoßenen Diesel-Stickoxiden 27,75 Prozent im Landkreis Göttingen. Im Kreis Northeim war der Wert mit 27,27 Prozent nur unwesentlich geringer. Um die insgesamt 140,97 Tonnen Stickoxid im Kreis Göttingen (Northeim: 65,47 Tonnen) zu reduzieren, müssen also andere Schritte herhalten. 

Das Nachrüsten der teilweise bis 2015 verkauften Euro-5-Motoren reicht nicht aus. Unterm Strich würde die Euro-5-Nachrüstung lediglich 4,46 der 65,47 Stickoxid-Tonnen in Northeim beziehungsweise 9,78 der 140,97 Stickoxid-Tonnen im Göttinger Gebiet vermeiden, was jedoch nur 6,82 beziehungsweise 6,94 Prozent Einsparung bringen würde.

Selbstzünder, die nicht mehr als die Schadstoffnorm Euro 4 erfüllen, stoßen laut Recherchen des Zeitungsdienstes Südwest im Landkreis Göttingen 67,71 Prozent aus, im Landkreis Northeim sind es 68,26 Prozent.

Eigentlich müsste man also diese Autos sauberer machen. Ganz so einfach ist das aber nicht. Das Problem: Zugelassene Nachrüstlösungen gibt es für diese Fahrzeuge nicht.

Umweltfreundlichere Antriebsarten

Viele Verbände setzen daher ihre Hoffnung auf Prämien, die finanzielle Reize schaffen sollen, damit sich möglichst viele Diesel-Fahrer von dem Konzept abwenden und sich anderen Antriebsarten zuwenden, die als umweltfreundlicher gelten. Ob das aber tatsächlich die ersehnte Wende bringt, bleibt abzuwarten. Schließlich galt der Diesel auch lange Zeit als umweltfreundliches Fortbewegungsmittel, das den Geldbeutel schonte. 

Die Göttinger fahren gerne Volkswagen

Die Göttinger fahren am liebsten VW. Das ergab eine Erhebung des Ersatzteile-Anbieters „kfzteile24“. Auf Platz zwei folgt in der Uni-Stadt die Konzerntochter Skoda. Im Durchschnitt sind die Fahrzeuge 9,6 Jahre alt, 31 Prozent von ihnen sind Diesel, 67 Prozent verlangen an der Zapfsäule nach Benzin. In der Stadt Northeim ist Opel die Lieblingsmarke, gefolgt von der Marke VW – zumindest, was die Neuzulassungen seit dem 1. März 2013 angeht. Auch in Hann. Münden steht der Volkswagen-Konzern ganz besonders hoch im Kurs. Hier folgt Audi auf Platz zwei. In der Dreiflüssestadt liegt der Diesel-Anteil bei gut 33 Prozent.

Rubriklistenbild: © dpa-avis

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