Ausstellung von Dioramen

Ritter, Soldaten, Piraten: Geschichte im Kleinformat

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Hann. Münden. Modellbauer aus Deutschland und dem europäischen Ausland waren zu Gast bei der ersten Dioramica in Hann. Münden.

Ordentlich aufgereiht stehen tausende winzige Soldaten in Reihe und Glied. Nur zwei Zentimeter sind sie groß, trotzdem stimmt jedes Detail an ihrer Uniform, sogar ihre Haltung ist historisch korrekt. Bei der ersten „Dioramica“ in Hann. Münden, einer vom Verein „Geschichte in Miniaturen“ ausgerichteten internationalen Messe von Modellbauern am vergangenen Wochenende, gab es im Hotel Schmucker Jäger in Hann. Münden einiges zu sehen. Im Saal im ersten Stock waren mehrere Quadratmeter große Modelle historischer Schlachten ausgestellt.

Die Modellbauer, die aus verschiedenen europäischen Ländern, darunter England, Irland, Frankreich und Spanien, sowie aus ganz Deutschland nach Hann. Münden gekommen waren, legen großen Wert auf historische Genauigkeit der dargestellten Szenen. Jedes Detail ist den Modellbauern wichtig.

Verschiedene Epochen

Zu sehen waren bei der Dioramica Szenen aus verschiedenen Epochen, darunter die Festung Rosenberg aus dem Jahr 1806 und die Völkerschlacht bei Leipzig von 1813. Modelle aus der Zeit des frühen Ägypten, aus dem Mittelalter und der Neuzeit waren zu sehen, genau wie Dioramen verschiedener Städte, Burgen und einige wenige der Fantasie entsprungene Modelle, wie eine Piratenburg, an deren Mauer Pippi Langstrumpf hinauf klettert und auf deren Turm Captain Jack Sparrow aus dem Film „Fluch der Karibik“ Wache hält.

Neben den vielen interessanten Modellen, die zu sehen waren und von denen einige auch käuflich zu erwerben waren, boten Händler Zubehör für den Bau von Dioramen an und die Besucher bekamen die seltene Gelegenheit, den Modellbauern beim Bau ihrer Werke über die Schulter zu schauen.

Besonders die Entstehung der 23 Millimeter großen Figuren war interessant. Aus verschiedenen Materialien entstanden die kleinen Soldaten, Pferde, Zivilisten, Piraten und Stadtbewohner.

Herstellung der Figuren

Einige Modellbauer gießen ihre Figuren selbst aus Zinn, andere stellen sogar die Gussformen selber her, so wie der Franzose Denise Huré aus Racroi. Von der Skizze bis zur fertig bemalten Figur vergehen mehr als zehn Stunden.

Alfred Umney aus Lampertheim formt fertige Figuren um und modelliert sie neu. Er nimmt thermoplastische Veränderungen vor, kann so beispielsweise die Blickrichtung einer Figur ändern, indem er den Kopf mittels Hitzezufuhr zur anderen Seite dreht oder ihn durch einen anderen Kopf ersetzt. Aus einer stehenden Figur macht er mit Skalpell und Lötkolben, eine die zu laufen scheint, Haltung von Körper und Armen passt er dem historischen Vorbild genau an. „Stellt man eine Figur her, kostet es genauso viel Zeit und Geld sie historisch betrachtet richtig oder falsch herzustellen, also machen wir es gleich richtig denn unser Anspruch ist es sehr genau zu arbeiten“, so Alfred Umney.

Dioramica in Hann. Münden: Geschichte im Kleinformat

Nur die Vorarbeit die dafür geleistet werden muss, ist aufwändiger, denn sowohl die Art der Waffe als auch deren Haltung muss stimmen. Den Zeitaufwand aber nehmen die Modellbauer gerne in kauf, um am Ende ein bis ins winzigste Detail stimmige Ausstellungsstück zu haben.

Patrick Ullrich, Veranstalter der ersten Dioramica in Hann. Münden, zeigte sich sehr erfreut über den Verlauf der Veranstaltung und die vielen interessierten Besucher. Auch Aussteller und Händler seien sehr zufrieden gewesen, so Ullrich. „Wir werden in jedem Fall in zwei Jahren die nächste Ausstellung dieser Größenordnung in Hann. Münden organisieren“, versprach Ullrich.

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