Discounter senken Preise: Butter, Zucker und Kartoffeln günstiger

Achim Hübner

Altkreis Münden. Aldi und weitere Discounter haben den Rotstift angesetzt und die Preise für viele Lebensmittel deutlich gesenkt.

Neben Butter, Käse und anderen Milchprodukten sind auch Zucker und Kartoffelerzeugnisse derzeit günstiger zu bekommen als noch vor Wochen.

Der Aldi-Konzern begründet die Preissenkungen mit sinkenden Rohstoffpreisen, die man an die Kunden weitergeben wolle. Das bestätigt auch Achim Hübner, Geschäftsführer beim Landvolk Göttingen. Die hohen Erträge wie bei Kartoffeln hätten zu großen Mengen auf dem Markt geführt, das drücke die Preise.

Hinzu komme, dass durch den russischen Import-Stopp für Produkte aus dem Westen derzeit dieser Exportmarkt vollkommen weggebrochen sei: „Der letzte Lkw, der am Freitagnachmittag mit unverkauften Kartoffeln durch die Republik fährt und irgendwo einen Abnehmer finden muss, bestimmt die Kartoffelpreise für die nächste Woche“, sagt Hübner.

Verwerflich findet er die Preissenkungen der Discounter nicht: „Das sind normale Marktmechanismen, in Zeiten knapper Ware werden die Preise auch wieder steigen.“ Die Landwirte sehen die Entwicklung dennoch mit Sorge, denn trotz hoher Erträge bliebe unterm Strich deutlich weniger übrig. Verantwortlich dafür seien die geringen Erzeugerpreise - beim Getreide rund 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr - sowie die weiterhin hohen Produktionskosten, beispielsweise durch eine problematische Ernte.

Verallgemeinerung

Hinzu komme insbesondere bei Fleischprodukten der „mediale Wettbewerb rund um Skandale in der Tierhaltung“, wie es Hübner nennt: „Die Medien überbieten sich derzeit regelrecht in der Aufdeckung von Missständen in der Landwirtschaft, die gerne verallgemeinert werden. Das trägt sicher nicht zu einem steigenden Konsum von tierischen Produkten bei.“

Die grünen Agrarminister in Deutschland würden derzeit mit ihrer Klientelpolitik die Landwirtschaft, besonders die Tierhaltung, scharf angehen und den Bauern mit zusätzlichen Auflagen wie teuren Filteranlagen an Ställen das Leben schwer machen.

Die Initiativen des grünen niedersächsischen Landwirtschaftsministers Christian Meyer - etwa die Ringelschwanzprämie für Schweine - sieht Hübner skeptisch: „Sollte all das umgesetzt werden, müssen sich die Verbraucher künftig auf deutlich steigende Lebensmittelpreise einstellen. Denn Tiere wie Landwirte sollen laut Meyer von der Agrarwende profitieren. Und das wird der Verbraucher im Portmonee merken.“

Meyers Politik, so Hübner, spiegele nicht den Willen der Verbraucher wider. (phl)

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