„Es ist ein schwieriger gesellschaftlicher Prozess“

Klimaschutz in der Region: Diskussion der Fridays For Future-Ortsgruppe Hann. Münden

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Sprachen über Klimaschutz: (von links) Axel Grünewald (Stadt Münden), Julia Bytom (Stadt Münden), Viola von Cramon (Europa-Abgeordnete Grüne), Antonia Phlippen (Fridays For Future-Ortsgruppe) und Hartmut Teichmann (Grüne). 

Einflüsse des Klimawandels sind auch in der Region spürbar. Die Fridays For Future-Ortsgruppe Hann. Münden machte darauf aufmerksam und lud zur Diskussion.

Globaler Temperaturanstieg, Dürre, sterbende Wälder – die Folgen des durch menschliche Einflüsse beschleunigten Klimawandels werden auch in der Region spürbarer.

Um auf das Problem aufmerksam zu machen, hatte die Fridays For Future-Ortsgruppe Hann. Münden zu einem Tag im Zeichen der Umwelt in das Geschwister-Scholl-Haus eingeladen.

Pläne der Regierung seien zu halbherzig

Mit dabei war auch die Europa-Abgeordnete der Grünen, Viola von Cramon. In einer Diskussionsrunde sprachen die Teilnehmer insbesondere über den Stand des Klimaschutzes in der Region.

 „Uns reichen die Pläne der Bundesregierung nicht aus, viele Maßnahmen sind nur halbherzig. Wir fühlen uns veräppelt“, sagte Antonia Phlippen von der Fridays For Future-Ortsgruppe. Die für das Klima relevanten Auswirkungen der geplanten CO2-Bepreisungen seien gleich Null, bekräftigte Viola von Cramon.

Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel ist nötig

Einig waren sich die Teilnehmer, dass Klimaschutz auf lokaler Ebene beginne und jeder Einzelne etwas tun könne. Notwendig sei aber auch ein stärkerer Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs im ländlichen Raum. „Wenn ich von Duderstadt nach Göttingen mit dem Bus fahre, geht das aber schon heute schneller als mit dem Auto“, betonte von Cramon.

Antonia Phlippen verwies auf die zu hohen Kosten für Fahrkarten im Nahverkehr, insbesondere für Schüler. Laut Viola von Cramon müssten Einnahmen aus der CO2-Bepreisung in den Nahverkehr fließen, um dort Preise zu senken. 

Durch die Digitalisierung, autonome Fahrsysteme, auch bei Bussen, und effiziente Fahrpläne über das Smartphone, könnten die Attraktivität und Verlässlichkeit von Bus und Bahn zudem optimiert werden, so von Cramon.

Klimaschützer kritisiert Umgang mit Leerstand

Hartmut Teichmann erklärte, anstatt Neubaugebiete zu fördern, und damit weitere Flächen zu versiegeln, sei es sinnvoller, etwas gegen den Leerstand in der Altstadt zu tun. „Die Lokalpolitik ist in der Mehrheit nicht bereit dort zu investieren. Ein Neubau gilt als schicker“, so von Cramon. 

Axel Grünewald, von der Stadt Hann. Münden widersprach: „Die Häuser in der Altstadt gehören Privatpersonen.“ Die Verwaltung habe daher keinen Einfluss auf die Entscheidungen der Besitzer.

Die Stadt Hann. Münden sei bereit, sich noch stärker für den Klimaschutz einzusetzen, „es muss aber auch das Geld dafür da sein“, so Grünewald. Bei Fördergeldern müsse zudem bedacht werden, dass ein Teil der Kosten trotzdem von der Stadt selbst aufgebracht werden müsste.

Klimaschutz bedeutet auch Überzeugungsarbeit

Einig waren sich die Gesprächspartner darüber, dass Klimaschutz vor allem Überzeugungs- und Kommunikationsarbeit bei den Menschen bedeute: „Das wird ein gesellschaftlich schwieriger Prozess“, bestätigte Viola von Cramon. 

Man müsse Verständnis dafür erzeugen, dass Klimaschutz notwendig sei. Zusammen mit Hartmut Teichmann betonte sie, dass es nicht ausreiche, nur über das Thema zu sprechen. „Es muss etwas passieren“, sagte Hartmut Teichmann.

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