Dimmen und Stormsparen

Diskussion um Laternen in Hann. Münden - Grüne kritisieren VHM

Unwiderstehlich für nachtaktive Insekten: das Licht einer Straßenlaterne. Es wirkt wie ein Insektenstaubsauger, viele der Falter und Fliegen sterben. „Dagegen kann man etwas tun“, meinen Umweltschützer und laden zum Infoabend ein.
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Beleuchtung führt zu Streit in Hann. Münden. Die Grünen kritisieren die VHM, diese kontern. (Symbolbild)

Die Straßenbeleuchtung müsste gedimmt werden, heißt es vom Ortsverein der Grünen in Hann. Münden. Dem hält die VHM entgegen.

Hann. Münden – Licht führt in Hann. Münden zur Diskussion. Der Ortsverein von Bündnis 90/Die Grünen kritisierte kürzlich, dass die Figuren des Lichterzaubers auch nach 22 Uhr noch brennen. Das sei Energie- und somit Geldverschwendung. „Wir haben nichts gegen die Figuren, wir stören uns nur daran, dass sie von 22 Uhr bis zum Sonnenaufgang brennen.“

Hann. Münden: Grüne kritisieren Versorgungsbetriebe

Aber auch die restliche, „normale“ Beleuchtung steht in der Kritik. In ihrer Pressemitteilung kritisieren die Grünen im Rat, dass die LED-Straßenlaternen von den Versorgungsbetrieben Hann. Münden (VHM) nicht auf 50 Prozent Leistung gedimmt werden und werfen den Betrieben sogar vor, Ratsbeschlüsse zu ignorieren.

„Ebenfalls außer Kraft gesetzt haben die VHM den Ratsbeschluss vom April 2021, nachdem die LED-Straßenlampen nur noch gedimmt brennen sollen und dass die Schaltpunkte einer Empfehlung des Bundesamtes für Naturschutz folgend, auf fünf Lux gesetzt werden“, heißt es in dem Schreiben. Lux ist die Maßeinheit für die Beleuchtungsstärke. Lux geht auf das lateinische Wort für Licht zurück.

„50 Prozent Leistungsreduzierung ab 22 Uhr bedeutet nicht 50 Prozent Lichtreduzierung“

Dies schone nicht nur die Umwelt, sondern auch die „klamme Stadtkasse“. Auf Anfrage unserer Zeitung äußert sich Stefan Beer, technischer Leiter der VHM zu den Aussagen. „Der Ratsbeschluss wurde nicht durch die VHM außer Kraft gesetzt“, so Beer. Vielmehr sei im Arbeitskreis Straßenbeleuchtung (AK) besprochen worden, dass fünf Lux zu unsicher seien. Die Laternen schalten sich ab einer gewissen Helligkeit beziehungsweise Dunkelheit zentral ein, informiert Beer.

Gerade im Herbst sei aber fünf Lux zu gefährlich, es habe diverse Beschwerden bei der VHM und dem Ordnungsamt von Bürgern gegeben. Daher „wurde gemeinsam der Vorschlag innerhalb des AK beschlossen, dass man den Schaltpunkt auf circa acht bis zehn Lux stellt, um die Gefahrenstellen zu beseitigen“, schreibt Beer. Dies sei dann in der letzten Sitzung des Arbeitskreises beschlossen worden. Daran sei auch Hartmut Teichmann von der Ratsfraktion der Grünen beteiligt gewesen, so Beer.

Zudem seien die Laternen auf 50 Prozent Leistung gestellt. „50 Prozent Leistungsreduzierung ab 22 Uhr bedeutet nicht 50 Prozent Lichtreduzierung, da dies nicht linear einhergeht“, antwortet Beer. Bei allen Änderungen sollte auch bedacht werden, dass die Maßnahme durch Fördermittel mitfinanziert wurde und diese durch Änderungen eventuell ganz, oder teilweise zurückgezahlt werden müssten. Auch weist Beer noch einmal auf die Verkehrssicherheit und die damit verbundene Helligkeit der Beleuchtung hin. Alle etwa 2000 LED-Lampen auszutauschen würde einen erheblichen finanziellen Aufwand bedeuten, „im mittleren fünfstelligen Bereich“.

Hann. Münden: Etwa 3000 Lampen gehören zur Straßenbeleuchtung

Im vierstelligen Bereich liege, die etwa 1000 NAV-Lampen (Natriumdampf-Hochdrucklampen) aus der jetzigen Steuerung herauszunehmen. Dies sei, so Beer, die „kleinste und pragmatischste Lösung“. Dazu liege aber vonseiten der Stadtverwaltung noch kein Auftrag vor. „Die VHM ist der Dienstleister und setzt um, was die Stadt Hann. Münden im Bereich der Straßenbeleuchtung in Auftrag gibt. Dies gilt nicht nur bei der Ausschreibung, sondern grundsätzlich.“ In ihrer Mitteilung wirft der Ortsverein der Grünen den Versorgungsbetrieben vor, dass ein Interessenkonflikt vorliege. „Die VHM wollen Strom verkaufen“, heißt es. (Jens Döll)

Im Sommer 2021 gab es ein Experiment in einem Quartier in Münden: Das Licht wurde nachts abgeschaltet. Am Samstag (08.01.02022) kam es in Teilen von Münden zu einem Ausfall der Straßenbeleuchtung.

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