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Tschüss DKKD-Festival: Abschlussveranstaltung zum Kunstfest in St. Blasius

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Von: Hans-Peter Niesen

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Preisträgerin: Den Preis der Stadt Hann. Münden erhielt Anne Thoss vom Niederrhein aus den Händen von Bürgermeister Tobias Dannenberg,
Preisträgerin: Den Preis der Stadt Hann. Münden erhielt Anne Thoss vom Niederrhein aus den Händen von Bürgermeister Tobias Dannenberg (linkes Bild). Den Dank der Künstler für das Festival überbrachte Holzbildhauer Aron Schulze aus Bad Münder (rechts). © Hans-Peter Niesen

Neun Tage Kunst und Kultur endeten am Sonntag, 09.10.2022, in Hann. Münden. Das Festival DenkmalKunst-KunstDenkmal fand seinen Abschluss in der Blasius-Kirche. Es wurde Bilanz gezogen und Preise verliehen.

Hann. Münden – Die am Niederrhein lebende Künstlerin Anne Thoss hat den mit 1000 Euro dotierten Preis der Stadt Münden im Rahmen des Festivals „DenkmalKunst- KunstDenkmal 2022“ erhalten. Bürgermeister Tobias Dannenberg übergab die Auszeichnung bei der Abschlussveranstaltung des Festes in der zu etwa zwei Dritteln gefüllten Kirche St. Blasius.

Hann. Münden: DKKD-Festival endete mit Abschlussgala

Den Publikumspreis erkannte der Verein Denkmalkunst der Gemeinschaftsausstellung „Frauenzimmer“ von Eva Lieding und Charlotte Schütz zu. Die Urkunde überreichten der erste Vorsitzende des Vereins, Hermann Staub, und der zweite Vorsitzende, Friedhelm Meyer, der zugleich durch das Programm der Abschlussveranstaltung führte.

Den Dank der Künstler für das Festival überbrachte Holzbildhauer Aron Schulze aus Bad Münder
Den Dank der Künstler für das Festival überbrachte Holzbildhauer Aron Schulze aus Bad Münder © Hans-Peter Niesen

Mit ihrer in der Langen Straße 20 gezeigte Installation „Nein, eure Suppe ess ich nicht“ ist Anne Thoss laut ihrer Homepage bereits das dritte Mal erfolgreich. Bei der „Revierkunst in Hattingen bekam sie den „Künstlerkunstpreis“ und in Dornum den Publikumspreis „Das schwarze Schaf“. In ihren Arbeiten geht es der Künstlerin „um den Versuch einer Visualisierung der individuellen und gesellschaftlichen Verantwortung“.

Die Publikumspreisträgerinnen Eva Lieding, die am Hohen Meisner lebt und arbeitet, und ihre Kollegin Charlotte Schütze aus Fuldatal-Wilhelmshausen setzten sich im Alten Pfarrhaus, einem Renaissancebau aus der Zeit um 1570, künstlerisch mit dem fast schon ausgestorbenen Begriff des „Frauenzimmers“ auseinander. Dieser, so die Künstlerinnen, habe seit dem 15. Jahrhundert immer wieder seine Bedeutung verändert, habe aber immer „eine Festschreibung der Frauenrolle in der männlichen geprägten Gesellschaft ausgedrückt“.

Während des neuntägigen Festivals präsentierten insgesamt 130 Künstlerinnen und Künstler in 15 Denkmälern der Stadt ihre Werke und setzten die Häuser in Szene. Eine „Liebeserklärung“ an die Denkmäler nannten dies die Organisatoren des Festivals, das bereits zum siebten Mal stattfand. Dabei wurden die zahllosen Besucherinnen und Besucher nicht nur zu Ausstellungen und Präsentationen in historische Häuser gelockt, sondern auch an andere Orte wie beispielsweise dem Flussschiff MS Weserstein.

Preise der Stadt und des Publikums an Künstler vergeben

Für die Künstler dankte Aron Schulze aus Bad Münder den Veranstaltern. Der Holzbildhauer mit der auffälligen Tätowierung am Hals hob in seiner kurzen Ansprache die besondere Atmosphäre des Festivals hervor. Zu ihm gehörten nicht nur Ausstellungen, sondern auch Musik, Performances und Mitmachveranstaltungen – alle mit dem Ziel, die Besucher für die einmaligen Fachwerkdenkmale zwischen Werra und Fulda zu begeistern. Im besten Fall sogar für ein Haus zu interessieren, damit es auf Dauer erhalten bleibt.

„Die Arbeit ist noch nicht zu Ende“, sagte denn auch der Vorsitzende des Denkmalkunstvereins, Staub. Er dankte ausdrücklich den rund 200 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, ohne die die Realisierung des Festes nicht möglich gewesen wäre. Mit Blick auf die Finanzen sagte er, dass er eine „schwarze Null“ erwarte. Ob es ein weiteres Festival geben wird, ließ er offen. „Wir werden sehen!“

Staub: Dank an die ehrenamtlichen Helfer

Niedersachsens oberstes Denkmalschützerin, Dr.-Ing. Christina Krafczyk, Präsidentin des Landesamtes für Denkmalpflege, stellte in ihrem Festvortrag Erleichterungen für die Sanierung von Denkmalen in Aussicht, so zum Beispiel, wenn es darum geht, Fotovoltaik-Anlagen auf Dächern zu installieren. Die Präsidentin: „Es gibt eine unglaubliche Dynamik in diesem Bereich. Wir werden viel mehr erlauben.“ (Hans-Peter Niesen)

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