Dorfgemeinschaftshaus soll in Teilen saniert werden

Volles Haus: In der ehemaligen Gaststätte Zum Krug hatten sich rund 80 Bonaforther versammelt, um von Ortsbürgermeister Roland Sittig (vorne) und Bürgermeister Harald Wegener (rechts) zu erfahren, wie es mit ihrem von Schimmel befallenen Dorfgemeinschaftshaus weitergeht. Unter den Zuhörern war auch der SPD-Landtagsabgeordnete Ronald Schminke (sitzend vorne). Foto: Maaß

Bonaforth. Das Dorfgemeinschaftshaus soll mit viel Eigenleistung so saniert werden, dass Sporthalle, Clubraum und möglichst auch der Kindergarten wieder genutzt werden können.

Mit ihren rund 160 Unterschriften haben die Bonaforther schon vor einigen Wochen gezeigt, wichtig ihnen der Erhalt ihres Dorfgemeinschaftshauses ist. Am Dienstagabend zeigten sie ein weiteres Zeichen ihrer Entschlossenheit. Rund 80 der rund 470 Einwohner von Bonaforth hatten sich in der ehemaligen Gaststätte Zum Krug eingefunden, um zu erfahren wie es mit ihrem vom Schimmel befallenen Dorfgemeinschaftshaus weitergeht und um selbst Vorschläge für eine Sanierung der seit Oktober 2014 geschlossenen Anlage zu machen.

Hann. Mündens Bürgermeister Harald Wegener hatte zu der Einwohnerversammlung eingeladen und war mit den zuständigen Mitarbeitern der Verwaltung sowie dem Architekten Michael Timm vom Göttinger Planungsbüro „bmp architekten“ vor Ort, das die Stadt Hann. Münden mit einer Schadensanalyse und Sanierungsvorschlägen für die Dorfgemeinschaftsanlage beauftragt hatte.

Was die Zuhörer über den Zustand des Hauses erfuhren, das Ortsbürgermeister Roland Sittig als den „Stolz der Bonaforther“ und die „Lebensader unserer dörflichen Gemeinschaft“ bezeichnete, war ernüchternd.

Das Dach der Turnhalle ist nach der Analyse von Michael Timm nicht nur undicht und marode mit Rissen in den Außenwänden, sondern weise auch Konstruktionsmängel auf. Es bestehe zwar keine unmittelbare Einsturzgefahr, aber es müsse dringend etwas getan werden.

Die Feuchtigkeit in der Halle ist die Hauptursache für die Schimmelbildung in der gesamten Anlage, in der auch der Kindergarten und die Feuerwehr ihre Räume haben, die ebenfalls, abgesehen von der Fahrzeughalle der Feuerwehr, gesperrt sind. Die Bonaforther Kinder sind derzeit im Kindergarten Fuldablick in Neumünden untergebracht.

„Totalschaden“ 

Bürgermeister Harald Wegener sprach von einem wirtschaftlichem Totalschaden der gesamten Anlage. Nach Angaben von Timm liegen die Kosten für eine komplette Sanierung einschließlich neuem Dach, Schimmelreinigung und Gebäudedämmung bei rund 1,5 Millionen Euro. Das Haus müsse dafür bis auf den Rohbau zurückgebaut werden.

Nach den Berechnungen des Architekturbüros wäre es sogar billiger, das Haus abzureißen und entsprechend den Bedürfnissen etwas kleiner wieder aufzubauen. Das würde etwa 1,4 Millionen Euro kosten.

Beide Varianten sind für die Stadt Hann. Münden derzeit nicht finanzierbar. Das machte Bürgermeister Wegener am Dienstagabend den Bonaforthern unmissverständlich klar. Klar ist aber auch, dass das Haus nicht geschlossen werden, sondern mit Hilfe der Bonaforther nach einer finanzierbaren Zwischenlösung gesucht werden soll.

Die Stadtverwaltung hatte vorgeschlagen mit viel Eigenleistung Sporthalle, Clubraum und sanitäre Anlagen so zu sanieren, dass sie wieder genutzt werden können. Nach dem Willen der Bonaforther müsse dies auch für den Kindergarten gelten. Was dies kosten wird, ist noch nicht ganz klar, aber es handelt sich wohl um einen sechsstelligen Betrag.

In zwei Wochen will sich die Stadt mit den Bonaforthern noch einmal zusammensetzen und das weitere Vorgehen beraten.

Von Ekkehard Maaß

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