Schätze im Museum

Dr. Wolfs Wunderkammer in Hann. Münden zeigt tierische Exponate

Hingucker: Auf dem Plattenteller des Grammophons in Dr. Wolfs Wunderkammer in den „Denkräumen für Kulturgeschichte(n)“ tanzen weiße Mäuse.
+
Hingucker: Auf dem Plattenteller des Grammophons in Dr. Wolfs Wunderkammer in den „Denkräumen für Kulturgeschichte(n)“ tanzen weiße Mäuse.

In Dr. Wolfs Wunderkammer in Hann. Münden gibt es tierische Exponate. Sie laden zum Nachdenken ein.

Hann. Münden – In Dr. Wolfs Wunderkammer in den „Denkräumen für Kulturgeschichte(n)“ in Hann. Münden gibt es freche weiße Mäuse: Drei Tierchen tanzen auf dem Plattenteller eines alten Grammophons Ringelreihen, andere lugen keck hinter weiteren Ausstellungsstücken hervor. Die englische Künstlerin Katie Hardwick alias „OhStuffinell“ hat viele von ihnen so präpariert, dass sie menschlichen Posen einnehmen und zu grinsen scheinen.

Exponate sollen zum Nachdneken anregen

Was viele Museumsbesucher süß finden, bringt andere zum Hadern: „Wir werden häufig gefragt, ob die Mäuse echt sind“, berichtet Dr. Daniel R. Wolf, der mit seiner Frau Sarah das Museum leitet. „Und das ist auch gut so. Denn hier beginnt genau der Denkprozess, den wir mit solchen Kunstobjekten anstoßen wollen“, erläutert er.

Das „Material“ für die Skulpturen, die mit echtem Fell von Mäusen bezogen sind, stammt aus der Versuchstier- und Futtermittelindustrie, berichten die Museumsmacher.

Die Reproduktion eines Werks von Albrecht Dürer mit dem präparierten Exemplar.

Katie Hardwick kreiere ihre fröhlichen Geschöpfe aus Tieren, die bei der Produktion als „Abfall“ anfielen. „Krasser als mit diesen unschuldig wirkenden Objekten kann man die Ambivalenz zwischen Mensch und Tier, Leben und Tod kaum darstellen“, fasst Sarah Wolf zusammen.

Museum plant Wiedereröffnung am 1. Mai

„Das ist eine wunderbare Sache, unsere Besucher bekommen so Denkanstöße zu wichtigen Themen unseres Alltags.“ Auch ein weiteres tierisches Exponat steht in der Wunderkammer dafür, dass Dinge nicht immer so sind, wie sie auf den ersten Blick scheinen. Die Reproduktion eines Werks von Albrecht Dürer zeigt die naturgetreue Darstellung eines Hirschkäfers. Der berühmte Maler, Grafiker und Mathematiker wurde 1471 in Nürnberg geboren und starb dort in Jahr 1528. Das Original des Bildes entstand vor 516 Jahren. Die kleine Kopie, die ein Flohmarktfund ist, wurde von dem Ehepaar Wolf mit einem präparierten Käfer ergänzt. Er stammt aus einer alten Sammlung. „Hier haben zwei Fundstücke zueinandergefunden. Sie bilden nun eine Einheit, die in Anlehnung an weitere berühmte Kunstwerke verdeutlichen soll, was es eigentlich heißt, sich ein Bild von etwas zu machen“, berichten Sarah und Dr. Daniel R. Wolf.

Das kleine Museum in Hann. Mündens Innenstadt, das aufgrund des allgemeinen Lockdowns derzeit geschlossen ist, plant eine Wiedereröffnung zum 1. Mai 2021. Es kann durch einen Gutscheinkauf für Führungen oder die Mitgliedschaft beim Trägerverein unterstützt werden. Über den Online-Museumsshop können zahlreiche Exponate erworben werden. (Bettina Wienecke)

Kontakt

Dr. Wolfs Wunderkammer in den Denkräumen für Kulturgeschichte(n), Radbrunnenstraße 17 (Ecke Ziegelstraße) in Hann. Münden, Tel. 0 15 90/8 30 63 66, dr-wolfs-wunderkammer.de.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.