Bürgermeister hat Stützbalken im Amtszimmer

Zustand des historischen Rathauses dramatischer als gedacht

Stützbalken im Bürgermeisterzimmer: Ein Riss macht dies erforderlich. Foto:  Welch

Hann. Münden. Die Situation um das historische Rathaus in Hann.Münden ist dramatischer als gedacht. Die Sanierung kommt aus finanziellen Gründen ins Stocken, nun gibt es sogar Überlegungen, einige Mitarbeiter aus dem oberen Geschoss in andere Büros der Verwaltung an der Böttcherstraße umzusieleln.

Betroffen von einem Umzug wäre auch Bürgermeister Harald Wegener. In seinem Amtszimmer wurde kürzlich eine Stütze für einen Dachbalken angebracht. Der Grund ist ein Riss in einem tragenden Balken, eine Schädigung. In der Verwaltung spricht man von einem sehr kritischen Punkt, der nun erreicht sei. Das Rathaus werde zwar nicht einstürzen, sagt Hochbauingenieur Jürgen Stieler von den Kommunalen Diensten der Stadt, aber mehr als ein Dutzend Notabstützungen im Rathaus stehen schon seit Jahren, um die Sicherheit zu gewährleisten.

Er geht auf den neuen Stützbalken im Bürgermeisterzimmer ein: „Der Balken wird irgendwann brechen. Wir wissen aber nicht, ob in fünf Minuten oder in zehn Jahren. Deswegen mussten wir handeln.“

In Kürze sollen die Baugeräte am Rathaus verschwinden. Erst im Jahr 2016 soll es mit dem zweiten Bauabschnitt der Dachsanierung weitergehen, erklärt die städtische Pressesprecherin Julia Bytom. Circa 550.000 Euro sind dafür vorgesehen. Ohne Fördergeld läuft aber nichts. Nun gab es die Absage, dass es in diesem Jahr keinen Zuschuss von der Landesdenkmalbehörde gibt.

Ein drängendes Thema ist auch der Brandschutz. „Wir erfüllen nicht die normalen Brandschutzanforderungen“, sagt Jürgen Stieler.

Lösungen suchen 

Die Stadt will nun nach neuen Lösungen suchen, weil, das betont Experte Stieler: „Es ist jetzt ein Punkt erreicht, an dem dringend gehandelt werden muss.“ Es müsse jetzt geprüft werden, welche „Notmaßnahmen unter den gegebenen Voraussetzungen überhaupt noch möglich sind“, teilt die Stadt mit. Denkbar seien, heißt es im Rathaus, die Unterstützung etwa durch Stiftungen oder Spenden wie das sogenannte Crowdfunding, eine Finazierungsmöglichkeit durch eine Vielzahl von Menschen.

Das Rathaus in seiner jetzigen Gestalt stammt aus dem frühen 17. Jahrhundert. (awe)

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