„Flötespielen geht mit Zahnspange“

Drei neue Lehrkräfte an der Kreismusikschule in Hann. Münden

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Freuen sich auf viele Musikschüler: Fabiyan Kadi (von links), Timea Kunkel und Chan Yang Park sind neu an der Kreismusikschule in Hann. Münden. 

 „Wo geht es denn hier zur Musikschule?“ Eine Lehrerin auf dem Schulhof des Mündener Grotefend-Gymnasiums zeigt auf den Eingang des Schulgebäudes.

In einem Raum auf der linken Seite des großen Flurs stehen ein großer Flügel aus braunem Holz, daneben Instrumente und Notenständer.

„Musik hat mich schon als kleines Kind begeistert“, sagt Timea Kunkel, die seit November Gesang an der Kreismusikschule in Hann. Münden unterrichtet. Ebenfalls neu sind Fabiyan Kadi, der seinen Schülern die Gitarre näherbringt und Chan Yang Park, der Querflötenunterricht erteilt. Rechtzeitig zum 40. Geburtstag der Kreismusikschule hat die Einrichtung damit Verstärkung bekommen.

„Ich finde es toll, die Schüler mit meiner Begeisterung für die Musik anzustecken“, berichtet Timea Kunkel, die Gesangspädagogik und künstlerischen Gesang studiert hat und die in Witzenhausen lebt. Zu ihrem Unterricht an der Kreismusikschule gehören auch Übungen für Stimme und Körper, wie beispielsweise Atemübungen. 

Das Übungsrepertoire reicht von Klassik über Musicals bis zu Popmusik. „Fast jeder kann singen“, ist sie überzeugt. Wichtig für die Motivation der Schüler sei es, sich realistische Ziele zu setzen: „Sie wollen zeigen, was sie können und arbeiten dann konzentriert auf ein Konzert oder den Wettbewerb Jugend musiziert hin“, sagt Kunkel. Dennoch sei jeder Schüler individuell. „Daher brauchen wir als Lehrkräfte viel Einfühlungsvermögen“, so Kunkel. 

Geduld, Empathie und Freude an der Musik und deren Vermittlung seien wichtige Eigenschaften eines guten Musiklehrers. Bei Musikunterricht gehe es darum, dass die Lernenden motiviert und mit Spaß bei der Sache seien und nicht zum Erlernen eines Instruments gedrängt würden: „Wenn wir hören, dass Schüler nach Abschluss der Schule in einem Universitätschor mitspielen, weiß ich, dass wir alles richtig gemacht haben“, sagt Gabriele Altmeppen, Regionalleiterin der Musikschule.

Das bestätigt Chan Yang Park: „Mir macht die Arbeit hier Spaß, wenn ich sehe, dass die Schüler Freude beim Musizieren empfinden“, erklärt er. Kleine Hindernisse seien kein Problem: „Querflöte geht mit der richtigen Technik auch mit Zahnspange“, sagt er schmunzelnd. Der Koreaner hat an einem Konservatorium in Moskau Musik studiert und im koreanischen Armeeorchester gespielt. In Kassel hat er zudem ein Studium in Instrumentalpädagogik abgeschlossen, bevor er im vergangenen August an die Kreismusikschule kam. Fabiyan Kadi spielt Gitarre, seit er neun Jahre alt ist. Nach dem Abitur an einem Musikgymnasium hat er ein Studium an der Musikakademie abgeschlossen. Dass die Musik einen zentralen Teil ihres Lebens ausmacht, zeigt sich daran, dass die neuen Dozenten in ihrer Freizeit musizieren: So spielt Chan Park in einem Orchester Kammermusik, während Fabiyan Kadi mit seinem Gitarrenspiel Mitglied einer Band ist.

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