Dritte Spur in Ortsdurchfahrt ist Kostenfrage

Unfälle auf der A7 verursachen kilometerlange Staus. Der Umleitungsverkehr überlastet die Ortsdurchfahrt Münden. Seit langem diskutiert wird ihre Erweiterung auf drei Spuren.

Die Fläche für eine dritte Spur der Kasseler Straße (B 496) zwischen den Kreuzungen Vogelsangweg und Am Feuerteich reiche aus, sagt Siegfried Pflum, Mitarbeiter des Bereichs Stadtentwicklung der Mündener Stadtverwaltung. Die entscheidende Frage sei, wer den Umbau bezahle.

Da die Stadt die Kosten nicht tragen könne, habe die Verwaltung mit der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Bad Gandersheim gesprochen. Da es sich um eine Bundesstraße handelt, der Bund also zuständig ist, werde ein weiterer Gesprächstermin vereinbart. Es werde dabei geprüft, ob die Chance besteht, dass der Bund die dritte Spur finanziert.

Die Forderung nach einer dritten Spur wird schon seit längerer Zeit erhoben. So hatte Stadtbrandmeister Dieter Röthig bereits im März vorigen Jahres auf das Nadelöhr hingewiesen. Wenn die Autobahn 7 dicht sei und die Blechlawine über die B496 durch Münden rolle, wäre ein Feuerwehr-Einsatz bei diesem Szenario ein Albtraum. Auf das Problem hatte auch Mündens Polizeichef Manfred Weber aufmerksam gemacht.

Solange die A7 nach einem Unfall nur in einer Richtung gesperrt wäre, könnte die Polizei der Feuerwehr eine Rettungsgasse schaffen.

Bei einer Sperrung der Autobahn in beiden Richtungen wäre das nicht mehr möglich stellt die Polizei klar. Aber nicht nur die Feuerwehr und die Polizei haben ein Problem beim A 7-Stau und einer überlasteten B496 in Münden.

Wenn das Klinikum Hann. Münden im September 2016 fertiggestellt ist, wird der Verkehr zum Vogelsang zunehmen. Rettungsfahrzeuge brauchen freie Fahrt; im Stau zu stecken, kann wertvolle Minuten bei der Rettung eines Menschen kosten.

Der Stadtrat hat das Problem aufgegriffen mit dem am 25. Juni beschlossenen Antrag, den die SPD-Fraktion eingebracht hatte. Darin hat sich der Rat für eine dritte Spur ausgesprochen, um die Verkehrssituation, insbesondere bei Staus auf der A7, zu entschärfen. An diesem Arbeitsauftrag ist die Stadtverwaltung dran. Bei einer Erweiterung auf drei Spuren würden diese schmaler, entsprächen aber noch immer den Vorschriften.

Ebenso müsste der Bürgersteig verschmälert werden, Bäume müssten gefällt und Versorgungsleitungen tiefer gelegt werden. Unterm Strich sei die Erweiterung machbar, aber eben ein aufwendiges Vorhaben, sagt Pflum und ergänzt, es müsste eine kleine Fläche von einem Anlieger erworben werden.

Diese Verhandlungen könne die Kommune aber erst führen, wenn die wichtigste Frage entschieden ist: Trägt der Bund die Kosten für eine dritte Spur?

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