Computer in der Luft

Drohnen beschäftigen die Polizei im Kreis Göttingen immer häufiger

+
Einsatz in der Luft. 

Landkreis Göttingen. Drohnen beschäftigen im Landkreis Göttingen immer häufiger die Polizei.

„Noch vor einigen Jahren spielte der Betrieb von Kameradrohnen aus polizeilicher Sicht im Bereich der Polizeidirektion Göttingen kaum eine Rolle“, erklärt die Pressesprecherin der Direktion, Julia Huhnold, auf Anfrage. Der Direktionsbereich reicht von Staufenberg bis nach Nienburg.

Die Lage hat sich aber geändert. Mittlerweile habe die Polizei im täglichen Dienst immer häufiger mit dem Themenkomplex Drohnen zu tun. Die Anzahl polizeilicher Einsätze im Jahr 2016, in denen fliegende und filmende Drohnen Anlass des Einsatzes waren, liegt den Angaben zufolge direktionsweit im „niedrigen dreistelligen Bereich“.

Welche Fantasien Drohnen freisetzen können, zeigt ein Fall im Bereich der Direktion. „Eine Person versuchte mit Hilfe einer Drohne über das Gelände einer Justizvollzugsanstalt zu fliegen, um dort einem Bekannten Betäubungsmittel zukommen zu lassen“, so Sprecherin Huhnold. Die Drohne stürzte aber noch vor der JVA ab. Um welches Gefängnis es sich handelt, sagte die Sprecherin nicht.

Im Raum Göttingen entdeckte ein Hausbesitzer direkt vor seinem Wohnzimmerfenster eine fliegende Drohne, die „vermeintlich Bildaufzeichnungen vom Innenraum“ machte. Nach Einschätzung der Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Niedersachsen ist es sehr problematisch, die Täter zu ermitteln.

Zudem wird sich die Polizei darauf einstellen müssen, dass Drohnen auch absichtlich als gefährliche Waffen missbraucht werden könnten. GdP-Landeschef Dietmar Schilff: „Es ist daher grundsätzlich zu klären, wie die Einsatzkräfte gegen Drohnen vorgehen dürfen.“

Drohnen können auch für die Polizeiarbeit sehr hilfreich sein, so Schilff. Etwa nach Bränden, wenn Gebäude einsturzgefährdet sind und die Ermittler bei der Ursachsenforschung besonderen Risiken ausgesetzt sind, um Ursachen zu ermitteln.

Kommentar von Axel Welch

Wer vor zehn Jahren das Wort Drohne in den Mund genommen hat, der hat vermutlich über männliche Bienen gesprochen. Heute geht es meist um die unbemannten Flugobjekte.

Die Zahl der Drohnen wächst täglich und damit auch ihre Bedeutung. Die Bandbreite der Einsatzmöglichkeit ist vielfältig. Sie reicht vom reinen Spaß am Fernlenken bis hin zum Ärgern des Nachbarn oder gar zur Umsetzung einer Straftat, wenn etwa Betäubungsmittel in ein Gefängnis gelangen sollen.

Wir stehen beim Thema Drohnen erst am Anfang. Viele Fragen sind offen. Das betrifft nicht zuletzt die rechtlichen Aspekte und Belange des Persönlichkeitsrechts. Auch die Grenzen der möglichen Verwendungsmöglichkeiten sind noch lange nicht erreicht.

Für die Polizei, die das Ansteigen der Fallzahlen deutlich spürt, ergeben sich neue taktische Möglichkeiten. Die Landespolizei in Niedersachsen setzt bislang einen sogenannten Quadrocopter, einen fliegenden Roboter ein. Das ist erst der Anfang einer bahnbrechenden Entwicklung.

Lesen Sie dazu auch:

Drohnen-Videos der Serie "Unsere Region von oben"

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.