Eberlein-Ausstellung in Hann. Münden: Maler, Bildhauer und Poet

+
Eindrucksvoll: Faust erliegt den Einflüsterungen Mephistos. Unser Bild zeigt ein Detail auf der Rückseite des Goethe-Denkmals.

Hann. Münden. Zum 170. Geburtstag des Künstlers  Gustav Heinrich Eberlein präsentiert das Städtische Museum Hann. Münden eine Sonderausstellung mit bisher noch nie gezeigten Exponaten.

Wer Gustav Heinrich Eberlein bisher noch nicht kannte, für den ist die Sonderausstellung im Mündener Stadtmuseum eine einmalige Gelegenheit, ihn jetzt kennenzulernen. Und wer glaubt, über „seinen Eberlein“ längst alles zu wissen, wird überrascht sein, was es noch alles zu entdecken gibt.

Die Schau macht ihrem Titel „Neu entdecken! Gustav Heinrich Eberlein. Maler, Bildhauer und Poet. 14.7.1847 – 5.2.1926“ alle Ehre. Zuletzt hatte es vor 20 Jahren, damals feierte die Stadt seinen 150. Geburtstag, eine vergleichbare Schau in Münden gegeben.

Sie zeigt mit 56 Exponaten in der Sonderausstellung und weiteren rund 20 Stücken in der Dauerausstellung das breite Spektrum dieses „multimedialen Künstlers“, wie ihn Martina Krug, Leiterin des Städtischen Museums, mit Blick auf sein vielfältiges Werk mit Skulpturen, Bildern, Gedichten und Prosa-Texten nennt.

Für die Schau ist es dem Organisationsteam, zu dem neben Krug auch Rosemarie Münder, Elgard Steinmüller und der Kunsthistoriker Martin Henze vom Verein Gustav-Eberlein-Forschung gehören, gelungen, 19 Leihgaben nach Hann. Münden zu holen, die zum Teil noch nie öffentlich gezeigt wurden, darunter eine Standuhr aus Bronze aus österreichischem Familienbesitz.

Der Star der Ausstellung

Star der Ausstellung, so sieht es zumindest Museumsleiterin Krug, ist der Gipsentwurf für das Goethe-Denkmal, das Kaiser Wilhelms II. bei Eberlein in Auftrag gegeben hat, um es 1902 der Stadt Rom zu schenken. Das Denkmal in weißem Carrara-Marmor steht noch heute in der Parkanlage Villa Borghese. Die etwa 200 Kilogramm schwere Gipsskulptur lagert sonst im Depot des Museums. Sie sei zu groß, um sie dauerhaft zu präsentieren, sagt Krug. Mit der Spezialkonstruktion, auf dem die Skulpturengruppe ruht, reicht sie fast bis unter die Decke. Sie zeigt neben dem Dichter Szenen und Figuren aus seinem Werk wie Iphigenie und Orest aus Iphigenie auf Tauris, Mignon und der Harfner aus Wilhelm Meisters Lehrjahre und Mephisto und Faust.

Vier Themen

Die Ausstellung ist thematisch in vier Teile gegliedert: Lebensumfeld, christliche Themen, Denkmäler im öffentlichen Raum und Inspirationsquelle Mythologie.

Zu den überraschenden Momenten der Schau gehört auch, dass Eberleins erstes und letztes Werk eine christliche Thematik haben.

Mit 18 schnitzte er eine Verkündigungsszene aus Holz, und aus dem Jahr 1924 datiert ein Entwurf für ein Kreuz, von dem nur noch ein Foto erhalten ist.

Öffnungszeiten

Das Museum im Welfenschloss in Hann. Münden ist mittwochs bis sonntags von 11 bis 16 Uhr geöffnet. Eintritt: Erwachsene zahlen 2,50 Euro (ermäßigt 1,80 Euro), Kinder ab sieben Jahren 1,80 Euro und die Familienkarte kostet sechs Euro. 

170 Jahre Gustav Heinrich Eberlein: Ausstellung im Städtischen Museum

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.