13 Jahre lang Bürgermeister in Hann. Münden

Mit Ecken und Kanten: Mündens Bürgermeister Klaus Burhenne tritt ab

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Der erste Akt: Klaus Burhenne bei seinem Amtseid im Jahr 2001.

Hann. Münden. Einer mit Ecken und Kanten scheidet Ende Oktober aus dem Amt. Klaus Burhenne (CDU), 13 Jahre lang Bürgermeister in Hann. Münden. An dem Verwaltungschef, heute 62 Jahre alt, schieden sich die Geister.

Nicht zuletzt die Sozialdemokraten rieben sich dauerhaft an Burhenne, forderten am Ende seiner ersten Amtszeit: „BMW“ muss weg. „Burhenne muss weg“ machte in der Stadt die Runde. Doch der Hedemündener bewies mehr als einmal Steherqualitäten. Dass er sich bei seiner Wiederwahl 2006 gegen den SPD-Herausforderer Heinrich Schminke in der Stichwahl mit gerade acht Stimmen Vorsprung durchsetzte, wurmt noch heute manchen Sozialdemokraten. Dieser knappe Zieleinlauf zeigte deutlich, Burhenne, ein Marinefreund, lässt sich auch von heftigem Gegenwind nicht einfach wegfegen. Die Wiederwahl machte auch klar, dass er sich auf Fürsprecher verlassen konnte.

Der gelernte Kfz-Mechaniker, der sich selbst als manchmal sehr impulsiv und aufbrausend bezeichnet hat, hat sich wegen seiner politischen Erfahrung und Kontakte oft als Türöffner für Projekte gesehen. Ohne Fördergeld vom Bund und aus Hannover hätte tatsächlich vieles wegen der klammen Finanzlage der Stadt nicht auf den Weg gebracht werden können.

Und Burhenne kann durchaus Ergebnisse vorweisen. Die Entwicklung des Gewerbegebietes Hedemünden ist mit seinem Namen verbunden. Die Altstadtsanierung hat Spuren hinterlassen, die neue, wunderschöne Dielengraben-Promenade, vor wenigen Tagen eingeweiht, ist quasi ein Geschenk zum Ende seiner Schaffenszeit als Verwaltungschef.

Aber er musste auch erkennen, dass es Grenzen gibt. Klaus Burhenne hat beispielsweise den zunehmenden Ladenleerstadt in der Stadt nicht aufhalten können. Und der Ort des früheren Hauses Weserland am Kattenbühl klafft heute wie eine städtebauliche Wunde. Nach dem Abriss des ehemaligen Schulungs- und Erholungsheimes platzte der Traum vom Engagement eines Investors wie eine Seifenblase. Zudem drückten die Schulden, engten die Spielräume ein.

Repräsentieren: In dieser Rolle hat sich der scheidende Bürgermeister gern gesehen.

Dass die neue Wirtschaftsförderung WWS unter Leitung von Rolf Bilstein die Arbeit aufnahm, hat Burhenne nicht geschmeckt. Er sieht darin auch eine Diskreditierung seiner wirtschaftlichen Ausrichtung.

Mit seiner oftmals wenig diplomatischen und polterhaften Art stand Burhenne nicht für eine Versöhnung und Verbesserung des politischen Klimas in Münden. Im Rat fröstelte es zunehmend. Nach seiner Diktion hat Burhenne Anträge im Rat der Stadt immer öfter der Kommunalaufsicht vorgelegt, weil er von Rechtswidrigkeit ausgegangen ist. „Dazu bin ich als Bürgermeister sogar verpflichtet.“ Etliche Ratsmitglieder witterten hingegen politische Spielchen.

Neustart 

„Der Nachfolger bekommt eine hervorragende Verwaltung“, sagt Burhenne. Seine Kritiker lassen auch da kein gutes Haar an seinem Führungsstil, sprechen von einer an vielen Stellen belasteten Verwaltungsatmosphäre. Einen Neustart wird Burhennes Nachfolger Harald Wegener hinlegen müssen, um die politische Kultur in der Dreiflüssestadt wieder in ruhigere Bahnen zu lenken.

Einem Gerücht, das derzeit in Münden die Runde macht, begegnet Burhenne gleich: „Einen Beraterposten für die Stadt werde ich nicht ausüben. Das werde ich mit Sicherheit nicht tun.“ (awe)

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